Weddinger Jungen
Ident. Nr.: A IV 10
ObjID: obj:962464
n/a
Contact
Institution:
Neue Nationalgalerie
Email:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (expert)
- Involved
- Dating
- 1928
- Additional titles
- Collection title: Weddinger JungenTranslation: Boys from Wedding
- Provenance
- im Besitz des Künstlers,
1963 - Material / Technique
- Öl auf Leinwand
- Dimensions
- Höhe x Breite: 91 x 62 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/962464
Object Description
Mit großer Prägnanz hat Nagel auf diesem Bild zwei Jungen dargestellt, wie man sie vermutlich zu Hunderten auf den Berliner Straßen der Zeit antraf. Mit unverkennbarem Gespür für Details zeigt er die einprägsamen Gesichtszüge und die typische Kleidung der eng beieinanderstehenden, bleichen Jungen, den einen in Matrosenhemd, kurzer Hose und Schal, den anderen im Mantel. Sie scheinen etwas zu beobachten. Fast die gesamte Leinwand füllen die beiden aus, was der alltäglichen Szene eine besondere Relevanz verleiht. Der Hintergrund ist dunkel und ohne Zuordnung. Die Konzentration liegt allein auf den beiden Jungen. Zumeist sind Nagels Gemälde in dunklen, gedeckten Farben gehalten, sodass sie ein Sinnbild der tristen Wirklichkeit erzeugen, die sie wiedergeben. Während die linke und kommunistische Presse die Werke des Künstlers lobte, überzeugte den Kritiker Karl Scheffler dessen Schaffen nicht. In der bürgerlichen Zeitschrift „Kunst und Künstler“ stempelte er es anlässlich von Nagels Ausstellung in der Berliner Galerie Hartberg im Januar 1931 als „Gesinnungskunst“ ab: „Man tritt in eine Welt, die schwarz ist wie ein Sarg. Schwarze Landschaft, schwarze Interieurs, schwarze Menschen mit fahlen Gesichtern und schwarze Bilderrahmen. […] Das Lebenswerk dieses aus dem Arbeiterstand zur Malerei Gelangten ist ein Bekenntnis und als solches ausdrucksvoll. Ein Bekenntnis zu einer hoffnungslosen Auffassung großstädtischer Industriearbeit und Berliner Proletarierelends. Das Ganze ist eine Klage, eine Anklage, ein Manifest“ (Karl Scheffler, [Berlin], in: Kunst und Künstler, 29. Jg. [1931], S. 214). | Maike Steinkamp
Last updated: 29.04.2026
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