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Lotosbrunnen

Ident. Nr.: B 1060

ObjID: obj:962475

n/a

Details (expert)

Involved
Bernard Baschet (1917 - 2015),
Künstler*in
François Baschet (1920 - 2014),
Künstler*in
Dating
1974/1975
Additional titles
Collection title: Lotosbrunnen
Translation: Lotus Fountain
Material / Technique
Edelstahl
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 350 x 700 x 400 cm (variabel)

Object Description

Der Lotosbrunnen entstand als Auftragsarbeit für das Foyer im Untergeschoss der Neuen Nationalgalerie. Die Brüder Baschet hatten seit den 1950er-Jahren neuartige Musikinstrumente und Klangskulpturen entwickelt. Bei ihrer Ausstellung in der West-Berliner Akademie der Künste 1972 stellte George Rickey sie dem Direktor der Neuen Nationalgalerie, Werner Haftmann, vor. Dieser beauftragte sie 1974 mit einem Klangbrunnen, der in Zusammenarbeit mit dem Architekten Alain Villeminot realisiert und am 13. März 1975 eingeweiht werden konnte. Die niedrige Umgrenzung des Wasserbeckens dient als Sitzgelegenheit. Aus neun silbern glänzenden Lotusblättern ragen metallische Blütenkelche heraus. Diese wippen leicht, wenn sie sich mit Wasser füllen, das beim Ansteigen kanarienvogelartige Flötentöne und beim Überlaufen sanfte Saitenklänge auslöst. In Intervallen wiederkehrende, ruhige musikalische Klänge erzeugen zusammen mit dem leisen Plätschern und den langsamen Bewegungen eine friedvoll-harmonische, meditative Stimmung. Der Kreislauf des Wassers erinnert an die Zyklen des Lebens in der indischen Kosmogonie: Steigen und Fallen, Wandlung und Wiederkehr. Die beiden Künstler, das Publikum und die Aufsichtskräfte bedauerten es sehr, dass Haftmanns Nachfolger Dieter Honisch den Brunnen im August 1976 abbauen ließ, um das Foyer wieder als flexiblen Veranstaltungsraum nutzbar zu machen. Von 1982 bis 2012 war die Installation im Europa-Center auf verändertem Grundriss im Zusammenspiel mit einem Café aufgebaut, bevor sie wegen hoher Störanfälligkeit und aufgetretener Schäden eingelagert wurde. | Dieter Scholz

Last updated: 19.12.2025

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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Adam II (Eva)

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In den 1980er-Jahren schuf Peuker mehrere Gemälde zu den alttestamentlichen Figuren Adam und Eva. Auch wenn im Titel dieses Werkes „Eva“ lediglich in Klammern beigefügt ist, nimmt sie die rechte Bildhälfte vollständig ein, ihr rechter Arm reicht sogar darüber hinaus. Nackt, mit einer goldenen Halskette geschmückt, die an eine Schlange erinnert, steht sie im Bildvordergrund. In ihrer Hand hält sie einen grünen Apfel hoch, den sie mit prüfendem Blick ansieht. Eva wird durch ihr leuchtend helles Inkarnat und ihre Positionierung zur primären Bildakteurin, die aus der Dunkelheit – der Hintergrund verläuft in dunklem, teils monochromem Schwarz –hervorsticht. Während sie sich in einer aktiven Körperhaltung befindet, steht der nackte Adam, den Kopf leicht seitlich zum Boden geneigt, regungslos in der linken Bildhälfte. Seine passive Rolle wird dadurch unterstrichen, dass er – obgleich im Titel zuerst genannt – als verschattete Rückenfigur ins Bild gesetzt ist und beinahe im Schwarz der Umgebung aufgeht. Das Gemälde ist als Gegenstück zu „Adam I (Adam)“ (1981/1982) aufzufassen, in dem der Stammvater die aktive Rolle innehat, während die Gestalt der Eva das Gesicht hinter ihren Armen verbirgt. Einen Hinweis darauf, dass es Peuker weniger um den biblischen Mythos geht als um Fragen nach dem Verhältnis der Geschlechter zueinander, liefert die Figur der Eva, die im Gemälde „Adam II (Eva)“ die Gesichtszüge von Peukers erster Ehefrau Annette (vgl. „Bildnis Annette“, 1970/1971, A IV 514; und 1980/1981) trägt. | Michaela Mai

Frauen in der Kirche

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Ein Foto von „Frauen in der Kirche“ (Muche-Nachlass, Bauhaus-Archiv, Berlin) hat der Künstler auf 1935 datiert und mit der Anmerkung versehen: „Thematik Zuflucht Kirche. Ostermorgen“. Dieser Hinweis verbindet zwei gewichtige Themen: Glaube und die Bedrohungen der NS-Zeit. Muche war bereits im Laufe seiner religiösen Auseinandersetzung mit der Mazdaznan-Lehre und dem Katholizismus Anfang der 1920er-Jahre zu Letzterem konvertiert. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 wurde er als Professor in Breslau entlassen und zog zunächst zurück nach Berlin. Die Kirche erscheint in seinem Bild als Ort, an dem Menschen, die in ihrem Glauben von der Beschneidung künstlerischer und persönlicher Freiheiten nicht berührbar sind, eine Zuflucht finden. Was für den Künstler möglicherweise selbst ein Schutzraum war, veranschaulicht er an den vier Gestalten im Kircheninneren. Drei Frauen stehen in andächtiger Haltung in einem Moment individueller Besinnung. Die vierte Figur durchquert mit einer Art Fackel die Szene. Sie erscheint hell und bunt im Licht und mutet mit ihrer Aureole fast wie ein Engel an. Durch das Fenster oben links sieht man einen düsteren Himmel. Das zunächst unverfänglich wirkende Motiv ermöglicht zusammen mit Muches Anmerkung einen Einblick in sein Leben während der NS-Zeit. Weitgehend zurückgezogen widmete er sich der Freskenmalerei und der Lehre. Zwar erhielt er kein Arbeitsverbot, aber Bilder von ihm wurden 1937 als „entartete Kunst“ beschlagnahmt. Später schrieb er: Das „Gewissen wurde zur einzigen Gewißheit unserer Existenz“ (Georg Muche, Blickpunkt. Sturm, Dada, Bauhaus, Gegenwart, München 1961, S. 119). | Emily Joyce Evans

Dünenlandschaft

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Viegener war, abgesehen von einer Ausbildung zum Dekorationsmaler, Autodidakt. Anregungen erfuhr der in Soest Herangewachsene durch die Arbeiten von Christian Rohlfs, im Laufe der Zeit folgte er auch dem Vorbild vieler anderer Künstler. Nach einer expressiven, farbstarken Werkphase vollzog Viegener Ende 1922 einen durchgreifenden Stilwandel hin zu Gestaltungsweisen der Neuen Sachlichkeit. Der Eigenbrötler Viegener hat seine westfälische Heimatregion selten verlassen. „Reisen bedeuten ihm etwas Vorübergehendes, Zufälliges. Ein früher Aufenthalt in der Schweiz, eine mittwegige Fahrt ins Riesengebirge, die späte Erfüllung der Meersehnsucht dringen nicht so tief ins Blut, daß sie bedeutsame Bildspuren hinterlassen“, schrieb der das Werk über Jahre publizistisch begleitende Schriftsteller Hans Franck (Hans Franck, Leben und Werk Eberhard Viegeners, in: Das Bild, 2. Jg. [1935], H. 5, S. 275). Die „Dünenlandschaft“ ist Frucht der spät unternommenen Reise auf die Insel Sylt. Der Maler hat ihre breit hingelagerten Formen in fast monochromer Farbigkeit eingefangen, akzentuiert nur von zarten Gräsern und Buschwerk. An Hans Franck schrieb Viegener Ende 1930 über seine neueren Werke: „Diese Bilder liegen allerdings in einer grauen Skala, die mir notwendig erscheint, um später zu einer neuen Farbigkeit zu kommen, aber nichts desto trotz haben auch diese grauen Bilder eine verhaltene Farbigkeit“ (Brief vom 4.11.1930, in: Von Barlach bis Viegener. Die Kunstsammlung des Dichters Hans Franck, Ausst.-Kat., Schwerin, 1998, S. 138). | Angelika Wesenberg

Trauernde Frauen (Gestapo)

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Der in Westfalen geborene Cremer begann als 14-Jähriger eine Lehre zum Steinbildhauer in Essen; zusätzlich belegte er Abendkurse an der Folkwangschule. Schon damals verstand er sich als Marxist. 1929 ging er nach Berlin und studierte bei dem Bildhauer Wilhelm Gerstel an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten überlegte Cremer auszuwandern. Um weiter studieren zu können, hatte er sich vom Kommunismus distanzieren müssen; danach hielt er sich in politischer Hinsicht bedeckt. Während einer Studienreise nach London im Mai 1936 begegnete er Bertolt Brecht, der ihm riet, in Deutschland zu bleiben und dort zu wirken. Das Relief „Gestapo“, wie es unter Cremers Kommilitonen hieß, entstand noch während seines Studiums. Er reichte es 1936 unter dem Titel „Trauernde Frauen“ für den Großen Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste ein und wurde im Januar 1937 ausgezeichnet. In der Berichterstattung zum Preis fanden erwartungsgemäß weder der Zusatz „Gestapo“ noch die Widmung an Käthe Kollwitz Erwähnung. Ohne den erweiterten Titel lassen sich die einfachen, statischen Figuren keinem historisch konkreten Bedeutungszusammenhang zuordnen: Eine weinende Frau wird von einer anderen getröstet, während ein zwischen ihnen stehendes Kind die Arme vor sein Gesicht gehoben hat, vielleicht ebenfalls als Zeichen der Trauer oder als Bitte, auf den Arm genommen zu werden. Der Hinweis auf die Gestapo aber lenkt die Interpretation des Reliefs in eine bestimmte Richtung: Er verweist auf das Auseinanderbrechen von Familien, das Fehlen der Männer, auf Verlust und Trauer durch Verfolgung. | Emily Joyce Evans