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Selbstbildnis

Ident. Nr.: B 8

ObjID: obj:962582

1949 erworben durch das Land Berlin

Details (expert)

Creator/Entity
Ludwig Meidner (1884 - 1966),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1915
Additional titles
Collection title: Selbstbildnis
Translation: Self Portrait
Provenance
im Besitz des Künstlers,
bis 31.1.1918
Galerie Paul Cassirer, Berlin,
31.1.1918–28.8.1918
Kestner-Gesellschaft Hannover,
seit 28.8.1918
Jsrael Ber Neumann, Berlin,
392164
Sammlung Max Walter Gohlke, Berlin,
392165
Frau Immich, Berlin,
392166
Fritz Hoenniger, Berlin-Bohnsdorf,
seit 1949
Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1949–1968
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 74,5 x 53,5 cm
Acquisition
1949 Ankauf von Fritz Hoenninger, Berlin, durch das Land Berlin für die Galerie des 20. Jahrhunderts (West)

Object Description

Porträts und Selbstbildnisse nehmen im Œuvre des aus Schlesien stammenden Meidner einen zentralen Platz ein. Allein bis Mitte der 1920er-Jahre schuf der Maler über fünfzig Selbstdarstellungen, in denen er sein Seelenleben bloßlegte. Diesem versuchte er ebenso wie dem seiner Modelle mit Farbkontrasten und Lichteffekten, dynamisch gesetzten Linien und scharfen Konturen auf die Spur zu kommen. In seinem „Selbstbildnis“ von 1915 verzichtete Meidner dagegen zum großen Teil auf solche Effekte. Während der Hintergrund im dunklen Blau-Schwarz verschwindet, liegt der Akzent der Darstellung ganz auf der Physiognomie des Künstlers, der sich, mit Pinseln bewaffnet, als aufmerksamen, konzentrierten Beobachter wiedergegeben hat. Meidner malte das Bild knapp ein Jahr vor seiner Einberufung zum Kriegsdienst im Sommer 1916. Anders als viele seiner Künstlerkollegen hatte er den Krieg nicht euphorisch begrüßt, sondern schon früh mit seinen Werken vor dessen Zerstörungsgewalt gewarnt. So fertigte er ab 1914 regelmäßig Illustrationen und schrieb Texte für Fritz Pfemferts linksaktionistisches Wochenblatt „Die Aktion“. Nach dem Krieg engagierte er sich im Arbeitsrat für Kunst und der Novembergruppe, deren Mitglieder mit ihrer Kunst auf die sozialen Entwicklungen der Gesellschaft einwirken wollten. Im Laufe der 1920er-Jahre wandte Meidner sich zunehmend religiösen Themen und Porträts zu und verabschiedete sich in seiner Malerei vom expressiven Duktus. Die Nationalsozialisten belegten ihn nach 1933 mit Mal- und Ausstellungsverbot, unter anderem wegen seiner jüdischen Herkunft. 1939 emigrierte Meidner nach London; 1953 zog er nach Frankfurt am Main. | Maike Steinkamp

Last updated: 28.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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Selbstporträt

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Zeitlebens porträtierte sich Händler selbst, wobei er sich immer in seiner Profession darstellte – wenn nicht direkt in seinem Atelier, dann stets mit Attributen, die ihn als Maler ausweisen. In „Selbstporträt“ (1978) verortet sich der Künstler in seinem karg und eng wirkenden Arbeitsraum als Bruststück in Dreiviertelansicht im Mittelpunkt des Bildes – umgeben von Objekten, die auf seine Tätigkeit verweisen: Links im Vordergrund erblickt man die im Anschnitt dargestellte Rückseite einer auf den Keilrahmen gespannten Leinwand, aus der rechten unteren Bildecke hereinkommend zwei aufeinanderliegende Farbkästen mit Tuben auf einem Tisch. An der Wand im Hintergrund hängen drei Bilder, die auf Händlers bevorzugte Genres hindeuten: Links im Hochformat ein weiblicher Akt, rechts ein Stillleben im Querformat, darunter ein Kopfstück. Der Maler selbst scheint der Leinwand vor ihm zugewandt, doch sein Blick geht an ihr vorbei zu den Betrachtenden. Charakteristisch ist nicht nur die vorwiegend auf Grau-, Braun- und Ockertönen basierende Farbpalette, sondern auch der Blick aus dem Bild: Die fortwährende Selbstbefragung, die Händler in seinen Selbstbildnissen anstellt, findet stets im Angesicht seines Gegenübers – seiner Zeit und Zeitgenoss*innen – statt. Dabei ist ein unscheinbares Detail, das auch in Gruppenbildern wiederkehrt, die brennende Lampe, die in diesem Gemälde als Symbol für das Sehen im Sinne von (Selbst-)Erkenntnis steht. | Michaela Mai

Schreitende Frau mit Krug

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Kleine Liegende (Ruhende)

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Nur knapp findet die junge Frau Platz auf dem Sockel, ein Ellenbogen, das rechte Knie sowie die Zehen des linken Fußes weisen sogar ein Stück darüber hinaus. Das bekannte Motiv der ruhenden Nymphe, die sich den Betrachter:innen in ihrer ungezwungenen Nacktheit verführerisch darbietet, diente dem Bildhauer Lammert hier sicher als Vorbild. Frauenakte stellten insbesondere um 1930 sein bevorzugtes Sujet in Zeichnung und Plastik dar. Mehrere Varianten existieren von diesem Figurentypus aus jenen Jahren, in denen er mit kräftigen, runden und stark vereinfachten Formen experimentierte, die er massiv und grob ausgeführt hat. Seine Lehre hatte der im westfälischen Hagen zur Welt gekommene Künstler als Stuck-, Holz- und Steinbildhauer begonnen. In seiner Geburtsstadt arbeitete er anschließend für kurze Zeit im Atelier des Bildhauers und Grafikers Moissey Kogan. Mithilfe seines Mäzens, des Industriellensohnes Karl Ernst Osthaus, der auch Kogan unterstützte, konnte der mittellose Lammert ab 1911 durch ein Stipendium an der Kunstgewerbeschule in Hamburg bei dem Jugendstilkünstler Richard Luksch studieren. Während jener Zeit verbrachte er ein Jahr bei Kogan in Paris, wo er auch die Künstler Otto Freundlich und Alexander Archipenko kennenlernte. Vor allem die abstrahierte Formensprache Archipenkos klingt gelegentlich in Lammerts Skulpturen an. 1933 musste der Künstler aus Deutschland fliehen. Viele seiner zurückgelassenen Werke wurden während der Aktion „Entartete Kunst“ zerstört, doch manche von ihnen sind heute durch Aufnahmen des Fotografen Albert Renger-Patzsch bekannt, mit dem Lammert befreundet war. | Anja Pawel

Dünen am Wattenmeer

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Während Kaus vor dem Krieg noch figürlich arbeitete (vgl. „Schleppdampferhafen“, 1931, A II 752; „Mecklenburgische Dorfstraße“, 1932, A II 1062), entwickelte der leidenschaftliche Kolorist nach 1945 eine neue Bildsprache zwischen Figuration und Abstraktion. Landschaften, Architekturen und Innenräume löste er in flächige Formen auf. Er selbst beschrieb seinen künstlerischen Ausdruck rückblickend so: „In meiner Weise besteht ja ein Kunstwerk im Wesentlichen darin, dass es nicht ein direktes Abbild gibt, sondern dass es vielmehr eine Versammlung der besonderen Empfindung ist, hineingebaut durch eine echte Gliederung von Formen und Farbe.“ (zit. nach Max Kaus – Erich Heckel. Eine Künstlerfreundschaft, Ausst.-Kat. Brücke Museum, Berlin, 2015, S. 23f.) Das vorliegende Werk gehört zu einer Reihe abstrahierender Landschaftsgemälde, die auf Reisen des Künstlers an die Nordsee entstanden. Jedoch lassen sie ihr Motiv – in diesem Fall eine Dünenlandschaft auf Amrum – weiterhin erkennen. Die Gemälde, die Kaus letztlich im Atelier ausführte, fußen auf zahlreichen Skizzen, die er während seiner Tage an der See angefertigt hatte. Verschiedene grüngelbe sowie dunkel- und hellviolette Farbflächen dominieren das Gemälde. Ornamental ineinandergreifend, verleihen sie ihm einen expressiven Charakter. Die sich auftürmenden Dünen im Bildvordergrund stehen im Kontrast zu der glatten, überwiegend in hellen Pastelltönen gehaltenen, ruhigen Wasserfläche und des Himmels im Bildhintergrund, wobei beide durch Spiegelungen und Lichtreflexe eng miteinander in Beziehung stehen. | Lisa Hackmann