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der Teppich

Ident. Nr.: NG MB 145/2000

ObjID: obj:963027

n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Paul Klee (1879 - 1940),
Künstler*in
Date(s)
1940
Additional titles
Collection title: der Teppich
Translation: The Carpet
Provenance
im Besitz des Künstlers,
1940
Nachlass/Vermächtnis: Lily Klee, Bern,
1940–1946
Klee-Gesellschaft, Bern,
1946 - spätestens 1950
Rolf Bürgi/Klee-Gesellschaft, Bern,
spätestens 1950 - 1952
Nachlass/Vermächtnis: Felix Klee, Bern,
1953–1990
Nachlass/Vermächtnis: Nachlass Felix Klee, Bern,
1990–1995
Nachlass/Vermächtnis: Privatbesitz, Schweiz,
1995–1996
Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
1996–2000
Dimensions
Höhe x Breite: 29,5 x 41,7 cm
Acquisition
2000 Ankauf von Heinz Berggruen mit Unterstützung der Bundesregierung und des Landes Berlin

Object Description

Das Jahr 1940 war für Klee eine Zeit des gesteigerten Schaffens, in nur vier Monaten entstanden kurz vor seinem Tod 366 Werke. Im Hinblick auf seine späten Arbeiten schrieb der Maler am 2. Januar 1940 in einem Brief an Will Grohmann: „Natürlich komme ich nicht von ungefähr ins tragische Geleis, viele meiner Blätter weisen darauf hin und sagen: es ist an der Zeit“ (Will Grohmann, Lieber Freund. Künstler schreiben an Will Grohmann, Köln 1968, S. 84). Der „Teppich“ stellte für Klee keinen von Erinnerung erfüllten Traum dar, sondern er ist von der drohenden Gegenwart des Todes durchtränkt. Ein Gitter mit schwarzen Balken, mit borstigem Pinsel ist die nachtschwarze Farbe horizontal und vertikal in unregelmäßigem Duktus über das vergilbte Konzeptpapier gezogen, an den Enden ist das Schwarz ausgefranst, offen nach allen Seiten hin. Schwer lastet die Hieroglyphe des Gitters, unter ihr leuchtet das breit hingestrichene Geflecht aus Rot und Blau, Braun und lichtem Grün der Kleisterfarben herauf. Ein Strahlen der Farben aus der Tiefe, gefasst wie mit den Bleistegen mittelalterlicher Kathedralfenster, doch ohne die leuchtende Verheißung auf göttliche Erlösung. Als Klee am 29. Juni 1940 starb, hinterließ er mehr als 8.000 Werke. | Roland März

Last updated: 24.08.2026

Contact

Institution:

Museum Berggruen

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Fatales Fagott Solo

Fatales Fagott Solo

Klee war nicht nur Maler, sondern auch Zeichner und Musiker. Nicht selten haben ihn während des Zeichnens auch der Klang und die bestimmte Tonlage eines Instrumentes beflügelt. Klänge entfalten sich so von innen her wie im „Fatalen Fagott Solo“ aus einem Holzblasinstrument, voll in der Tiefe, in der Höhe näselnd im Ton. Diese komischen Effekte des Instrumentes haben Klee immer schon fasziniert und nach bildnerischer Entsprechung suchen lassen. Über dem Gewölk freier Landschaft hockt in der Mitte sein Fagottist wie ein Magier, die lange Röhre steil nach oben gestellt, das s-förmige Metallröhrchen am Munde. Aus der „Luftröhre“ des Fagotts hat Klee alles an seltsamen Motiven herausgeholt, was herauszublasen war: die welkenden Blümchen vor spitz aufragendem Felsgestein, die winzig einhertanzenden Bäumchen als Noten und die skurrilen Vogelmenschen. Als diese Federzeichnung gegen Kriegsende im Jahre 1918 entstand, saß Klee in der Zahlmeisterstube der Fliegerschule im bayerischen Gersthofen, wo er im Kegel der Schreibtischlampe gedankenverloren „in sich hineinhörte“ und halluzinatorisch etwas von der Fatalität jener bedrückenden Kriegszeit in seiner unvergleichlichen Art der Groteske festhielt: „Alles versinkt um mich, und Werke entstehen wie von selber. […] Meine Hand [ist] ganz Werkzeug eines fremden Willens“ (Paul Klee, Eintrag vom Januar/Februar 1918, in: ders., Tagebücher, 1898–1918, Köln 1979, S. 395, Nr. 1104). Klee hat sich als der zeichnende Musiker präsentiert, der humorvoll-eigensinnig auf das Abgründige seiner fatalen Zeitläufte reagiert. | Roland März

Nekropolis

Nekropolis

Seine in die Kunstgeschichte als Tunis-Reise eingegangene Studienfahrt 1914 hatte Klees Interesse an Nordafrika befeuert, und so zog ihn auch eine zweite große Reise nach Nordafrika: in den Winterferien 1928/1929 – nun nicht mehr am Beginn seiner Karriere stehend, sondern als bereits etablierter Künstler und Lehrer am Bauhaus in Dessau. 18 Tage lang bereiste er Ägypten, um dort Architektur, Denkmäler, Landschaft, Farben und das gleißende Licht des Landes zu studieren. Unterwegs arbeitete er kaum künstlerisch, erst nach seiner Rückkehr fanden die Eindrücke im Dessauer Atelier Widerhall in seinen Werken. Das Ölgemälde „Nekropolis“ fußt auf Klees Besuch der drei Pyramiden von Gizeh. Der Künstler verdichtete die dreieckigen Formen, sodass sie einander überlappen, mal streben sie nach oben, einige zeigen aber auch mit der Spitze nach unten. Dabei nahm er ihnen jede Dreidimensionalität und übersetzte sie in ein abstrahiertes Muster, das sowohl die vom Menschen geschaffenen Pyramiden als auch die Landschaft in Streifen, Rechtecke und Dreiecke verwandelt hat. Mit dem grünen Streifen am unteren und einem hellblauen Streifen am oberen Bildrand scheinen sogar Erde und Himmel angedeutet zu sein. Geschickt verließ Klee das streng geradlinige Prinzip durch eine einzige halbrunde Form rechts oben im Bild, die an das Motiv des Mondes erinnert. So hat der Künstler in dem Werk die Landschaft Ägyptens sowie die Kulturgeschichte der jahrtausendealten Pyramiden mit den Gesetzen der Geometrie in Einklang gebracht. | Anna Wegenschimmel

Kopf eines jungen Mannes

Kopf eines jungen Mannes

Die Sommermonate des Jahres 1906 verbrachte Picasso gemeinsam mit Fernande Olivier, seiner Gefährtin dieser Jahre, in Gósol, einem archaischen Dorf in den spanischen Pyrenäen. Neben vielen Skizzen entstanden Skulpturen und Gemälde, die Picassos Auseinandersetzung mit der römischen Antike zeigen, die er in einer Ausstellung des Pariser Louvre gesehen hatte. In den Bildern der meist nackten jungen Frauen und elegischen Jünglinge verbindet sich der Reflex auf die Antike mit Beobachtungen, die Picasso in dem abgeschiedenen, zivilisationsfernen Dorf gemacht hatte. Der „Kopf eines jungen Mannes“ gehört in den Umkreis dieser Jünglingsbilder und mutet trotz der Unregelmäßigkeiten des Gesichts „antikisch“ an, nicht zuletzt aufgrund seiner matten Farbigkeit, die an römische Wandmalereien erinnert. Richard Kendall hat darauf hingewiesen, dass dieser Kopf über einen japanischen Holzschnitt gemalt ist, der einen Schauspieler im Kimono darstellt. Japanische Holzschnitte waren bei den Impressionisten bis hin zu Vincent van Gogh und Paul Gauguin beliebte Sammelobjekte, deren Exotik eine ganze Generation inspiriert hatte. Es mag also sein, dass die Verwendung dieses Blattes nicht rein zufällig war, sondern dass Picasso sich von dem Motiv des Schauspielers angezogen fühlte. Das kaum wahrnehmbare Liniengewirr suggeriert, obgleich unabhängig und selbstständig, eine innere Struktur, die dazu beiträgt, die Unterschiedlichkeit der beiden Gesichtshälften zu betonen. | Angela Schneider

Blauer Berg

Blauer Berg

Der Mythos des blauen Berges faszinierte Maler von Klassizismus und Romantik bis zur Moderne, von Joseph Anton Koch bis zu Franz Marc und Christian Rohlfs. Auch Klee hat diesem Sehnsuchtsmotiv einige Aquarelle gewidmet. Als er 1919, ein Jahr nach Kriegsende, in München seinen „Blauen Berg“ aquarellierte, stand der Romantizismus des Sujets für ihn in weiter Ferne. Es bedurfte weder der Erinnerung an den gefallenen Freund Franz Marc noch der unmittelbaren Gegenwart blauer Berge bei München, um seinen „Blauen Berg“ aus dem höheren Geist der Geometrie zu entwickeln. Klees Berg beherrscht als freistehende Pyramide mit ultramarinblauer Spitze die Mitte, gegliedert durch Horizontalstreifen in lichtem Grau, Blau und Schwarz. Unten schieben sich unregelmäßig gezogene Drei- und Rechtecke in allen Farben ineinander, ferne Erinnerung an dörfliche Dächer und Giebel klingt auf. Nicht die blaue Spitze des Berges bildet den Höhepunkt in dieser geometrisierenden Utopie vom Gebirge, sondern ganz oben in der Schräge der Berge die frei schwebende Balance kleiner Dreiecke und Quadrate in Dunkelbraun, Gelb, Lila und Zinnober vor einem hellen Türkis. Das Blatt ist voller Gegensätze: in der Mitte die Ruhe und Unverrückbarkeit der großen Pyramiden, oben und unten der Kontrapunkt geschlossener kleinteiliger Formen. Die geometrische Vision einer Landschaft, die Klee oben auf leicht abfallender Linie wieder aufgebrochen hat, denn dahinter taucht schon die nächste, neue Vision auf. | Roland März

Dora mit aufgelösten Haaren

Dora mit aufgelösten Haaren

Es wäre naheliegend, sich vorzustellen, Picasso habe das doch recht großformatige Blatt mit den heiter-besinnlichen Gesichtszügen Dora Maars (1907–1997) in einer beglückten Stunde des 1. Dezember 1938 mit leichter Hand heruntergezeichnet. Tatsächlich aber litt der Künstler am Ende jenes Jahres so stark unter Ischias, dass er für mehrere Wochen das Bett hüten musste. Um die Schmerzen zu vergessen, begann er, da er im Bett nicht malen konnte, zu zeichnen. Unklar ist, ob Dora Maar just während der Entstehung dieses Bildnisses anwesend war. Damals kannte Picasso sie schon seit drei Jahren und hatte sie so oft gezeichnet und gemalt, dass er ihr Bild natürlich stets vor Augen hatte. Unter anderem hatte er sie im Herbst 1936, in den ersten Monaten ihres Zusammenseins, in dem Porträt „Dora Maar mit grünen Fingernägeln“ (NG MB 53/2000) als eine elegante und kapriziöse Frau stilistisch überhöht wiedergegeben. Die geschilderten Umstände sieht man der Arbeit selbst nicht an. Picasso hat den Kopf zeichnerisch so locker und natürlich erfasst, dass es fast übersehen lässt, wie sich im Gesicht in kubistischer Synthese Partien en face und en profil verbinden. Entstanden ist so das Bildnis einer jungen, schönen Frau, die in sich sprühenden Geist und temperamentvolle Sinnlichkeit vereint – ein „ideales“ Gegenbild zur eigenen Befindlichkeit des Künstlers in jenen Wochen. Heinz Berggruen erwarb das Blatt – zusammen mit mehreren anderen Werken Picassos – im Jahr 1998 aus dem Nachlass von Dora Maar. | Hans Jürgen Papies

Blume und Fruechte

Blume und Fruechte

Klee war ein manischer Zeichner, darin Leonardo da Vinci (1452–1519) oder Adolph Menzel (1815–1905) verwandt. Seit der Kindheit mit der linken Hand zeichnend blieb er den „Urformen“ in der Natur immer auf der Spur. Im Jahre 1927 legte er sich eine Sammlung von getrockneten Pflanzen in Glaskästen an, im Weimarer Park an der Ilm studierte er die Strahlung von Blattadern und die Ringe eines gefällten Baumes. Das innere Skelett der Dinge erkennen, um zur freien Gestaltung des Sujets zu gelangen: „Der Mensch seziert das Ding und veranschaulicht sein Inneres an Schnittflächen […]. Das ist die sichtbare Verinnerlichung, teils durch das Mittel des einfach scharfen Messers, teils mit Hilfe feinerer Instrumente, welche die materielle Struktur oder materielle Funktion klar vor Augen zu bringen vermögen“ (Paul Klee, Wege des Naturstudiums, Weimar/München 1923, S. 24 f.). Ebenfalls 1927 entstand eine Serie solch aufgeschnittener Blumen und Früchte, mit spitzer Feder in Tusche frei schwebend auf das Papier gebracht. Sechs aufgeschnittene, zwiebelähnliche Früchte kreisen in einem imaginären Raum, vom inneren Kern – dem Punkt als Ausgang – wird die Eigenbewegung der Motive durch die schwingende Lagerung der aktiven Linie bis zu ihrem äußeren Rand getrieben. Diese kreisende Bewegungsform löst die Früchte und die schlanke Blume von innen her aus ihrer irdischen Gebundenheit, Klee hat sie in skurrile, metamorphotische Naturwesen verwandelt, die so in der Natur nicht existieren. | Roland März

Frauenkopf

Frauenkopf

Niemals, so schreibt John Richardson, waren Picasso und Fernande Olivier (1881–1966) so glücklich wie im Sommer 1906 in dem spanischen Pyrenäendorf Gósol, als sie fern von allen Ablenkungen und Eifersüchteleien der Pariser Entourage ihr Leben genossen (John Richardson, A Life of Picasso, Band 1: 1881–1906, London/New York 1991, S. 334). Zeugnisse dieser Zeit des Einverständnisses und der Bedeutung, die Fernande in Picassos Leben gewonnen hatte, sind die zahlreichen Bilder aus Gósol, die ihre Züge tragen. Immer wird die Frau, die Picasso am nächsten steht, auch in seinen Arbeiten anwesend sein. In Gósol entstanden einige fast lebensgroße Bilder von Fernande, Akte mit klassizistischen Zügen, in schimmernden Tönen zwischen Terrakotta und Rosa. Dieser Holzschnitt, einer der wenigen Holzschnitte Picassos überhaupt, verweist auf Paul Gauguin und seinen Einfluss auf den jungen Picasso. Der archaische Charakter des Motivs, das wie in die Fläche gewebt erscheint, und die handwerkliche Kunstfertigkeit erinnern an die Holzschnitte aus Gauguins „Noa Noa“ (1897). Die elegante und kokette Pariserin Fernande erscheint hier ernsthaft und aufmerksam und ohne jede Attitüde. Aus dem dunklen, wie zerkratzt wirkenden Grund schält sich das in klaren Konturen gefasste Gesicht wie ein fernes Imago. Dieser Abzug mit der Widmung an Bernhard Geiser, den Verfasser des ersten Œuvrekataloges der Grafik Picassos, stammt aus einer späteren Serie, die der Künstler 1933 eigenhändig angefertigt hat. | Angela Schneider

Deux femmes et joueur de flûte de Pan

Deux femmes et joueur de flûte de Pan

Beide Zeichnungen („Sitzender Akt“, NG MB 43/2000, und „Zwei Akte und Panflötenspieler“, NG MB 44/2000) zeigen Picassos Auseinandersetzung mit der Antike. Der „Sitzende Akt“ weist Ähnlichkeiten zu den Parthenonskulpturen auf, welche Picasso bereits 1895 zu Studienzwecken gezeichnet hatte (John Richardson, A Life of Picasso, Band 1: 1881–1906, London/New York 1991, S. 516, Anm. 10). Die weibliche Figur sitzt weggedreht von den Betrachter:innen im Profil mit aufgestütztem Ellenbogen, ihre Beine übereinandergeschlagen. Ihre rechte Hand hat sie auf ihrem Knie abgelegt. Die gesamte Zeichnung setzt sich aus energisch gesetzten Schraffuren zusammen, aus denen die Figur heraustritt, wodurch sie wie im Dunkeln verborgen erscheint. Bei „Zwei Akte und Panflötenspieler“ handelt es sich um eine Studie zu dem Gemälde „La Flûte de Pan“ (1923; Musée Picasso, Paris), welches Picasso bis zu seinem Lebensende in seinem Besitz behielt. Im Vorfeld dieses Werkes fertigte er rund hundert Skizzen an, in denen er unterschiedlichste Kompositionen ausprobierte. In dieser Zeichnung sieht man den Panspieler rechts im Bild liegend und auf seine Ellenbogen gestützt sein Instrument spielen, während hinter ihm zwei weibliche Figuren erhöht auf einer Sitzgelegenheit weilen, die an das Gemälde aus Paris erinnert. Die im Bild links befindliche kniende Figur hält einen Stock in ihrer Hand, mit dem sie sich einer Schildkröte am Boden annähert, wobei die mittlere Figur sie beobachtet und ihren Kopf auf der Hand abstützt. Gegensätzlich zu dem „Sitzenden Akt“ hat Picasso hier die Schraffur minimiert, welche man nur im Hintergrund wiederfindet. Stattdessen werden die Figuren durch eine starke Schattensetzung akzentuiert. | Susanne Weber

Zimmerperspective m.[it] d.[er] dunklen Tür

Zimmerperspective m.[it] d.[er] dunklen Tür

Wie bei einer vignettierten Fotografie hebt sich vor einem dunklen Hintergrund eine merkwürdige Szenerie ab: Allerhand Objekte, meist in Form von Quadern, mitunter aber fast volumenlos wie Drähte und Antennen, sind auf eine dunklere Fläche hin ausgerichtet. Was zunächst wirkt wie der Bauplan einer großen Maschine oder das Modell für eine modernistische Stadt, wird durch den von Klee eigenhändig unten auf den Karton geschriebenen Titel als Innenraum mit Perspektivführung erklärt. Die Funktion der Objekte ist folglich, diese Perspektive zu veranschaulichen, ähnlich wie bei Veduten mit Idealstadtansichten im späten Quattrocento, in denen die gemalte Architektur dazu dient, auf einen einheitlichen Fluchtpunkt hinzuführen. Klees Linien wirken zwar wie mit dem Lineal gezogen, zielen aber eben gerade nicht auf einen einzigen Fluchtpunkt, sondern richten sich mit Knicken und Sprüngen auf die gesamte Fläche der Tür, die sie wie ein dunkles Loch verschluckt. Klee mochte es, scheinbar rigide Linienführungen durch Unregelmäßigkeiten zu konterkarieren (vgl. „Portal einer Moschee“, NG MB 141/2000). Ein Aquarell von 1920 zeigt eine ähnliche Assemblage von Möbeln und Objekten, die auf eine Wand mit einer Öffnung ausgerichtet sind: „Perspectiv-Spuk“ (1920; The Metropolitan Museum of Art, New York) war der erste Kunstankauf von Heinz Berggruen; das Blatt begleitete ihn über vierzig Jahre lang wie ein Talisman. Nun ist es in New York, wobei das vorliegende Aquarell im Museum Berggruen einen würdigen Ersatz darstellt. | Gabriel Montua