Chinesisches Porzellan
Ident. Nr.: NG MB 126/2000
ObjID: obj:963137
n/a
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Institution:
Museum Berggruen
Details (expert)
- Involved
- Dating
- 1923
- Additional titles
- Collection title: Chinesisches PorzellanTranslation: Chinese Porcelain
- Provenance
- im Besitz des Künstlers,
1940Nachlass/Vermächtnis: Lily Klee, Bern,
1940–1946Klee-Gesellschaft, Bern,
1946–1948Werner Moser, Zürich,
1948–1957unbekannter Besitzer,
1957–1970Privatbesitz, New York/Schweiz,
1970–1989Kauf: Heinz Berggruen, Berlin/Paris,
26.6.1989–2000 - Material / Technique
- Aquarell, Gouache und Tuschfeder auf Gipsplatte mit kaschiertem Holzrahmen
- Dimensions
- Höhe x Breite: 28,6 x 36,8 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/963137
Object Description
Nichts an diesem seltsamen Bild will sich so recht zusammenbringen lassen. Man sieht pflanzenartig aus dem Boden wachsende Gefäße, darüber zwei Geschöpfe mit breiten Mündern, dazwischen wirre Kreuz- und Kreisformen. Stückweise lassen sich aber Fragmente identifizieren: die Kreuze als christliche Symbole, die Kreise als Hostien, die Gefäße als liturgisches Gerät (Kelch, Ziborium, Monstranz), die Mütze des Mundgeschöpfes als Birett. In der Summe ergibt sich eine scharfzüngige Darstellung des gottesdienstlichen Rituals der Eucharistie, in dem Brot und Wein zu Leib und Blut Christi gewandelt werden. Die aggressiv roten Farbschlieren visualisieren dabei den Ausspruch Jesu beim letzten Abendmahl: „Das ist mein Blut.“ Am Rand des Bildes steht ein Mann, der an einen jungen Priester in zu großer Kutte erinnert. Er wirkt überrumpelt davon, dass die beiden Flugwesen ihn in eine Formation einbinden, die sich als Parodie der dreifaltigen Einheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist präsentiert. Das Wesen in der Mitte ähnelt einer Heilig-Geist-Taube, der statt Flügeln obszön gespreizte Beine gewachsen sind. Der so zur Vulva mutierte Mund assoziiert sexuelle Fantasien. Die Fleischlichkeit steht im harten Gegensatz zur Spiritualität der Szene, und so scheint auch der Titel „Chinesisches Porzellan“ lediglich einer Profanierung der Szene zu dienen – denn sakrale Gefäße sind meist aus Edelmetallen gefertigt, während Porzellan in die Sphäre des sonntäglichen Hausgebrauchs gehört. | Christina Thomson
Last updated: 02.03.2026
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Institution:
Museum Berggruen