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Tasso vor Leonore d'Este

Ident. Nr.: W.S. 92

ObjID: obj:963321

Details (expert)

Creator/Entity
August Ferdinand Hopfgarten (1807 - 1896),
Maler*in
Date(s)
1839
Systematics/Type
Provenance
Kauf: Joachim Heinrich Wilhelm Wagener, Berlin (Auftraggeber),
1839–18.1.1861
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 94,5 x 78,5 cm
Acquisition
1861 Vermächtnis des Bankiers Joachim Heinrich Wilhelm Wagener als Gründungssammlung der Nationalgalerie

Object Description

Der 1807 in Berlin geborene August Ferdinand Hopfgarten wuchs nach dem frühen Tod des Vaters bei seinem Onkel, dem Bildhauer Heinrich Hopfgarten, auf. Bereits in jungen Jahren erhielt er Zeichenunterricht, ab 1820 studierte er an der Berliner Akademie, ab 1822 bei Karl Wilhelm Wach, dessen Figurenmalerei ihn am stärksten prägen sollte. Für seine Komposition Akrisios nimmt Abschied von seiner Tochter Danae und deren Sohn Perseus gewann er 1825 ein Rom-Stipendium, das ihm einen fünfjährigen Italienaufenthalt ab 1827 ermöglichte. Hopfgarten weilte zumeist in Rom, wo er 1828 Mitglied der Ponte-Molle-Gesellschaft und 1829 Mitbegründer der Società degli Amatori e Cultori di Belle Arti wurde. Mehrfach besuchte er Orte in der Umgebung Roms wie Olevano, Nettuno, Subiaco und Palestrina. 1832 reiste er nach Süditalien. Im Jahr darauf kehrte er nach Berlin zurück. In der nachfolgenden Zeit entstanden neben diversen Bildnissen zahlreiche romantische Figurenbilder mit religiösen, historischen und literarischen Sujets. 1841 wurde er Mitglied der Berliner Kunstakademie, 1854 folgte die Ernennung zu Professor.
Ende der 1830er Jahre hatte der Bankier Wagener bei Hopfgarten das Gemälde Tasso vor Leonore d‘ Este bestellt. In einem Brief berichtete der Künstler von der Vollendung und erkundigte sich, ob Wagener in sein Atelier kommen wolle, um das Bild zu sehen, oder ob er es ihm zuschicken solle (A.F Hopfgarten an J.H.W. Wagener, Brief, undatiert, SMB-ZA, IV/NL Wagener 1192). Wagener notierte den Kauf am 16. Mai 1839 und die Summe von 300 Talern (Verzeichniss der Gemälde-Sammlung des J.H.W. Wagener, Berlin 1950, S. 34, Kat. 71, SMB-ZA, IV/NL Wagener).
    Das Motiv nach Goethes Schauspiel Torquato Tasso hatte Hopfgarten nicht das erste Mal gewählt. 1838 präsentierte er einen Tasso auf der Berliner Akademieausstellung (Akademie der Künste Berlin 1838, Kat. 326). Friedrich von Boetticher überliefert mit Tasso von Eleonoren gekrönt eine weitere Darstellung des Künstlers (F.v. Boetticher, Malerwerke des 19. Jahrhunderts, Leipzig 1948, Bd. 1, Teil 2, S. 598, Nr. 21). Hopfgarten war hier Vorbildern der Düsseldorfer Malerschule gefolgt. 1834 malte Carl Ferdinand Sohn nach Goethes Drama das Bild Die beiden Leonoren (Rheinisches Landesmuseum Bonn), das er 1836 für den Sammler Graf Athanasius von Raczyński wiederholte (Muzeum Narodowe w Poznaniu). 1839 schuf Sohn die Komposition Tasso und die beiden Leonoren (Museum Kunstpalast, Düsseldorf). Eine Farbskizze und das angelegte Bild waren bereits 1838 in Düsseldorf und auf der Berliner Akademieausstellung zu sehen (Katalog zur Ausstellung der Königlichen Akademie der Künste, Berlin 1838, Kat. 805; I. Markowitz, Die Düsseldorfer Malerschule, Düsseldorf 1969, S. 335).
    Goethes Stück gilt als eines der ersten Künstlerdramen der Literatur und erfuhr vor allem im 19. Jahrhundert Popularität. Der Dichter thematisierte darin sowohl die Liebe Tassos zur Prinzessin Eleonore von Este, der Schwester des Herzogs von Ferrara, als auch das Schicksal des nach Freiheit strebenden Künstlergenies. In enger Anlehnung an Goethes Text wählte Hopfgarten für sein Bild eine Szene, in der sich Leonore d’Este an die erste Begegnung mit Tasso erinnert (Zweiter Aufzug, Auftritt 1): „Zum erstenmal trat ich, noch unterstützt / Von meinen Frauen, aus dem Krankenzimmer, / Da kam Lucrectia voll frohen Lebens / Herbei und führte dich an ihrer Hand. / Du warst der erste, der im neuen Leben / Mir neu und unbekannt entgegen trat.“
    Hopfgartens Gemälde mit seinen klaren Umrissen und leuchtenden Lokalfarben ist stilistisch vergleichbar mit den Werken von Carl Ferdinand Sohn. Auch die an eine Theateraufführung erinnernden demonstrativen Gesten und die historische Kostümierung im Stil der italienischen Renaissance ähneln den Kompositionen des Düsseldorfer Meisters. | Birgit Verwiebe


Last updated: 28.08.2026

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Alte Nationalgalerie

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Die Wildschützen (Fragment)

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Von 1882 bis 1886 malte Leibl in Aibling an dem mehrfigurigen Gemälde »Die überraschten Wildschützen«, von dem wir hier ein Fragment sehen. Die Modelle zu seinem Bild hatte er sorgfältig ausgesucht. Das Motiv war diesmal ein ungewöhnlich dramatisches: Vier Wilderer, auf der Flucht, warten angespannt lauschend und mit schußbereiten Gewehren in der Ecke eines Raumes. Zur Ausführung des geplanten großen Bildes baute sich Leibl ein neues Atelier, aber auch in diesem konnte er nicht weit genug zurücktreten, um sein Werk zu übersehen. Die Proportionen der lebensgroßen Figuren mißrieten (vgl. E. Waldmann, Wilhelm Leibl, Berlin 1930, S. 71 mit Abb.). Vielleicht wählte Leibl das Motiv seines Bildes passend zur erstrebten Malweise: Keine ruhigen Existenzbilder in altertümelnder Feinmalerei sollten es mehr sein, sondern eher stilisierte Ereignisbilder in lebhafter Pinselschrift. An den Bruder Johann schrieb er im Dezember 1883: »Ich habe den von mir in letzter Zeit eingeschlagenen Weg vollständig verlassen und male jetzt ganz anders und hoffentlich kräftiger und gesünder« (Wilhelm Leibl, Briefe, Hildesheim 1996, S. 228). Die sachlich scharfe Wiedergabe seiner Modelle während dieser Phase seines Schaffens zeigt sich an dem Gesicht, auch dem Hemd des Jungen besonders deutlich. »Unter dem funkelnden Email der Farboberfläche liegen die Pinselstriche breit und mächtig da, man sieht, wie sie die großen Formen in großer Bewegung modellieren, heftig und mit erregten Kurven, wie mit dem Fechtsäbel ist Leibl mit dem Pinsel auf die Erscheinung losgegangen« (Waldmann, ebd., S. 72). Im April 1887 schickte Leibl das fertige Werk, bereits mit gewissen Zweifeln, an die Galerie Petit in Paris. 1888 versuchte er es dem Kölner Museum zu verkaufen, im Januar 1889 zeigte er es ohne Erfolg in der Galerie Gurlitt in Berlin. Kurze Zeit später muß er es, wie zuvor bereits andere Bilder, zerschnitten haben. Die Zerstörung dieser langwierigen, mit großen Hoffnungen begonnenen Arbeit erfolgte sicher zunächst spontan aus Wut und Enttäuschung, wie eine gekrümmte Schnittstelle an dem Fragment »Wildschützen« noch heute zeigt; sodann aber auch, um den einzelnen Teilen zu besserer Wirkung zu verhelfen. – Zwei weitere Fragmente des ursprünglichen Bildes befinden sich in Privatbesitz, das Fragment »Zwei Hände mit Gewehr« im Wallraf-Richartz-Museum, Köln. | Angelika Wesenberg

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Schloss Belvedere bei Weimar

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Zu Beginn des 20. Jahrhunderts hielt sich Herrmann häufiger bei seinem Freund, dem belgischen Maler, Gestalter und Kunsttheoretiker Henry van de Velde, in Weimar auf. Auf Betreiben Harry Graf Kesslers leitete dieser dort seit 1902 das neu gegründete Kunstgewerbliche Seminar. 1907/1908 ließ sich van de Velde eine Villa an der Allee nach Belvedere, dem Sommerschloss der großherzoglichen Familie, bauen. Herrmann wohnte als deren Gast 1909 für einige Zeit im Schloss Belvedere selbst, wovon einige Bilder zeugen. Im Sommer 1912 logierte er in der Villa van de Veldes, für seine malerischen Studien wandte er sich erneut dem Belvedere-Motiv zu. In jener Phase versuchte Herrmann das Pointillistische mit dem Linearen zu verbinden. Die Bilder sind meist nach dem Goldenen Schnitt aufgebaut, die gewählten Farben pastellartig hell – „dekorativ“ war in diesen Jahren kein abwertender Begriff. 1911 hatte Herrmann in dem Buch „Der Kampf um den Stil“ seine Auffassung vom Neoimpressionismus dargelegt, einer Strömung, mit der er sich seit Beginn seiner Freundschaft mit van de Velde 1897 und mit Paul Signac 1902 auseinandersetzte. Man kann darin lesen: „In der Malerei, so glaube ich, wird über die bisherigen Anfänge hinweg der Neoimpressionismus sich zum reinen, von der Linie beherrschten Licht- und Farbenstil entwickeln […] ein Sinnbild […] alles Reinen, eine Verkörperung der geheimnisvollen Gesetze der Harmonie und Schönheit“ (Curt Herrmann, Der Kampf um den Stil, Berlin 1911, S. 142). 1924 widmete die Nationalgalerie Herrmann zum 70. Geburtstag eine große Ausstellung. | Angelika Wesenberg

Eichbaum im Schnee

Eichbaum im Schnee

Der Baum, dem die deutsche Romantik den stärksten Ausdruck abgewinnen sollte, tritt schon in den von James Macpherson 1762/63 veröffentlichten, in Deutschland bereits 1774 durch Goethes »Werther« bekannt gewordenen ›ossianischen‹ Gesängen in Erscheinung, in denen Heldentum häufig mit dem Symbol der Eiche verbunden wurde. Auch Caspar David Friedrich hat keinem Baum so viel Aufmerksamkeit zuteil werden lassen wie der Eiche. Bestimmte Bäume mit ausgeprägter Charakteristik, von ihm zunächst präzise nach der Natur gezeichnet, stellte er mehrmals in verschiedenen Bildern dar, häufig mit patriotischem Hintergrund. Meist umstehen die Eichen gotische Ruinen, Friedhöfe oder Hünengräber, oft ist es Spätherbst oder Winter. Die Bäume haben ein langes Schicksal hinter sich, sie haben Wind und Wetter standgehalten, sind von Stürmen gezeichnet oder vom Blitz getroffen. Ihr hohes Alter zeigt sich in abgestorbenen Ästen. Mit sichtbarem Respekt vor ihrer Individualität hat Friedrich diese Eichen wiedergegeben. In Friedrichs Gemälde steht in winterlicher Weite an einem kleinen Tümpel einsam ein alter Eichbaum. Kronenlos und an der Spitze wohl schon abgestorben erscheint er wie ein monumentales Sinnbild der Vergänglichkeit. Vor ihm am Boden liegen seltsam erstarrt wirkende, wie Fabelwesen anmutende Reste eines gestürzten Stammes. Die knorrigen, gekrümmten Äste und filigranen Zweige der Eiche bilden vor dem kühlen Himmelsblau ein eindrucksvolles Ornament. Sie tragen noch das braune Laub des Vorjahres, das der Baum erst im Frühjahr mit dem Wachstum der neuen grünen Blätter verlieren wird. Wie in einigen anderen Gemälden mit Eichbäumen hat Friedrich sich auch hier für ein Winterbild entschieden. Der Schnee war ihm »das große weiße Tuch, der Inbegriff der höchsten Reinheit, worunter die Natur sich zu einem neuen Leben vorbereitet« (Caspar David Friedrich in Briefen und Bekenntnissen, München 1974, S. 129). Friedrich hat keinen trüben Wintertag dargestellt, sondern mit dem lichten Blau des Himmels ein Zeichen der Hoffnung gesetzt. »Eichbaum im Schnee« ist die konzentrierteste, kompositorisch ausgereifteste Fassung des Motivs der Eiche in einer Winterlandschaft, das Friedrich bereits in den Gemälden »Hünengrab im Schnee« (1807, Galerie Neue Meister, Dresden), »Winter« (1808, ehemals Bayerische Staatsgemäldesammlung München, 1931 durch Brand verloren), »Abtei im Eichwald« (1809/10, Nationalgalerie, Inv.-Nr. NG 8/85), »Klosterfriedhof im Schnee« (1819, ehemals Nationalgalerie Berlin, Kriegsverlust) und »Eiche im Schnee« (1827, Wallraf-Richartz-Museum, Köln) dargestellt hatte. | Birgit Verwiebe

Huldigung der Schlesischen Stände

Huldigung der Schlesischen Stände

Schon Ende 1853 hatte der Schlesische Kunstverein in Breslau bei Menzel – der seine Geburtsprovinz niemals vergessen hatte – ein Bild aus der schlesischen Geschichte bestellt, ihm die Wahl des Themas aber überlassen. Das große Bild konnte im Juli 1855 in der Lüderitzschen Buchhandlung in Berlin ausgestellt werden. Lange gehörte es dem Schlesischen Museum der bildenden Künste in Breslau und befindet sich heute als Treuhandgut der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in der Nationalgalerie (vgl. auch die Studie Inv.-Nr. A III 505).In einem Holzschnitt Menzels zum 15. Kapitel von Franz Kuglers »Geschichte Friedrichs des Großen« (1840–1842) ist das Ereignis schon in einer auf drei Personen konzentrierten Darstellung festgehalten. Aus dem Kontext wird deutlich, daß die Zeremonie keineswegs nur einer Routine folgte, sondern erst durch den erfolgreichen Verlauf des Feldzuges von 1741 ermöglicht wurde. Die Erbhuldigung im Fürstensaal des Breslauer Rathauses am 7. November 1841 sollte die auch in späteren Jahren umstrittene Eroberung Schlesiens legitimieren. Menzel folgt einem (apokryphen) Bericht von Friedrichs Freund Baron Bielfeld, wonach das Reichsschwert, auf das die Ständevertreter ihren Schwur leisten mußten, unauffindbar blieb, worauf Friedrich kurzentschlossen und keck seinen Degen zog, um es zu ersetzen.Eine Zeichnung Menzels (Verbleib unbekannt) verzeichnet die Namen der Anwesenden, unter ihnen Prinz Leopold I. von Anhalt-Dessau (hinter Feldmarschall Graf von Schwerin, der von Friedrich den Degen entgegennimmt) und Prinz August Wilhelm, Friedrichs Bruder (rechts vom König) sowie Staatsminister Graf von Podewils (an den Thronstufen). Rechts stehen Vertreter der Kirche. Bei der Übertragung in das große Format wurden Lichtführung und auch Figurenmotive verändert, was die Gesamtwirkung ruhiger und geschlossener, aber auch zeremonieller und konventioneller macht. | Claude Keisch

Die Mutter des Hauptmanns von Stierle-Holzmeister

Die Mutter des Hauptmanns von Stierle-Holzmeister

Die alte Hofrätin Stierle-Holzmeister, Edle von Forstheim (1755–1830), deren Körperfülle vom Empirekleid aus gestreifter Seide unsanft eingepreßt wird, saß für dieses Bildnis geduldig einem damals noch unbekannten 28jährigen Porträtisten, der bis dahin vornehmlich als Theatermaler und Miniaturist tätig war. Ihre Vergangenheit als Henriette Mirk, ihre Erfolge als Soubrette am Hofburgtheater, wo sie seit 1777 auftrat, liegen sichtlich weit zurück. Sie ist so sorgfältig zurechtgemacht wie alle späteren Modelle Waldmüllers, das feiste Gesicht von Korkenzieherlocken und Spitzen umrahmt; die Uhr hängt an einer kostbaren Breloque. Sie inszeniert sich nicht, der Blick meidet den des Betrachters und bleibt leicht gesenkt. Doch die Gestalt füllt so sehr den Bildausschnitt, daß der Eindruck einer fast bedrängenden Nähe entstehen muß.Schönheit bietet dieses unbequeme Bild in seiner Farbigkeit, in den überaus feinen Übergängen der Modellierung zumal des Fleisches, der differenzierten Wiedergabe von Stoffen, die das Licht unterschiedlich brechen. Bis ins unendlich Kleine wird der Gegenstand beobachtet, doch ohne Pedanterie. Sein Leben hindurch blieb Waldmüller zu jeder Polemik bereit, wenn es hieß, die Naturtreue gegen vorgegebene Stilnormen und akademische Gewohnheiten zu verteidigen. Sich selbst stilisierte er zu einem Kopisten der Natur. Eine Streitschrift zur Reform des Unterrichts an der Wiener Kunstakademie, der er angehörte, löste jahrelange Streitigkeiten und dauerhafte Zurücksetzungen im Amt aus. In der dieser Abhandlung beigefügten Schilderung seines künstlerischen Werdeganges wird die Erweckung des bis dahin in der Konvention Befangenen zum Realismus mit einem Auftrag verknüpft: »Naturstudien! – Ein Begriff welcher mir bis dahin völlig fremd geblieben war! […] Herr Hauptmann von Stierle-Holzmeister beauftragte mich das Porträt seiner Mutter zu malen«, berichtete Waldmüller. »Aber – so sprach er zu mir – malen Sie mir sie genau, so wie sie ist. Diesem Auftrag gemäß versuchte ich es nun, die Natur mit der größten Treue wieder zu geben – und es gelang! Jetzt war auch mit Einemmale die Binde vor meinem Auge gefallen. Der einzige rechte Weg, der unerschöpfliche Born aller Kunst: Anschauung, Auffassung und Verständnis der Natur hatte sich mir aufgethan; was solange als Ahnung in meiner Seele erklang, war zum Bewußtseyn erwacht, und obschon ich gerade nach dieser Erkenntniß mir um so weniger verhehlen konnte, wie weit ich bisher vom rechten Wege abgeirrt war, so stand mein Vorsatz doch fest, ihn von nun an nie wieder zu verlassen« (zit. nach: R. Feuchtmüller, Ferdinand Georg Waldmüller, Wien 1996, S. 339). | Claude Keisch