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Die Falschspieler

Ident. Nr.: A I 936

ObjID: obj:963475

Details (expert)

Creator/Entity
Ludwig Knaus (1829 - 1910),
Maler*in
Date(s)
1851
Provenance
Theodor Eggert, Wien,
1888
Sammlung Wavra, Wien,
376796
Sammlung Morschheuser, Düsseldorf,
376797
Louis Weddingen, Düsseldorf,
376798
Kaufmann E. Panck, Düsseldorf,
20.8.1906
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 20 x 27 cm
Acquisition
1906 Ankauf aus der Großen Berliner Kunstausstellung von dem Düsseldorfer Kaufmann E. Panck

Object Description

Das Motiv der Falschspieler ist in drei Versionen überliefert, alle 1851 datiert. Ein großes, sorgfältig ausgeführtes Gemälde befindet sich seit 1851 im Museum Kunstpalast, Düsseldorf (vgl. I. Markowitz, Die Düsseldorfer Malerschule, Bd. 2, Düsseldorf 1969, Kat.-Nr. 4027), und eine Wiederholung nur der Vordergrundgruppe im Museum der bildenden Künste Leipzig. Knaus selbst äußerte sich zu dem Bildentwurf wie folgt: »Im Jahre 1850 suchte ich zum ersten Male den Schwarzwald auf, und aus diesen Studien entstand 1851 das in der Düsseldorfer Gemäldegalerie befindliche Bild ›Die Spieler‹, wodurch ich zuerst sowie durch das in Berlin 1850 ausgestellte Bild ›Ländliches Leichenbegängnis‹ in weiteren Kreisen bekannt wurde« (L. Knaus, Eigenhändiger Entwurf eines Lebenslaufes für die Personalnachrichten des Archivs der Königl. Akademie der Künste zu Berlin [1897], Privatbesitz). Die Szene des von Falschspielern betrogenen Mannes, den ein kleines Mädchen vergeblich zum Heimgehen mahnt, ist sozialkritisch und gemütvoll zugleich aufgefaßt und steht in der langen Tradition der Wirtshausszenen. Das Hell-Dunkel, der Reichtum an Valeurs und der Bildaufbau sind stark von der niederländischen Malerei des 17. Jahrhunderts beeinflußt. Der betrogene Bauer trägt die Züge des Düsseldorfer Malers Theodor Mintrop (1814–1870).
Eine Kompositionsskizze, Kohle und schwarze Kreide auf dunkelbraunem Papier, hat sich in der Graphischen Sammlung der Staatsgalerie Stuttgart erhalten (vgl. Ludwig Knaus 1829–1910, Ausst.-Kat., Hanau 1979, Kat.-Nr. 713), eine Radierung von A. Kaiser enthält der Katalog »Miethke’s Wiener Kunst Auction, 25. 4. 88 u. ff. Tage«. | Angelika Wesenberg

Last updated: 28.08.2026

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Institution:

Alte Nationalgalerie

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Philippus und der Kämmerer

Philippus und der Kämmerer

Die selten dargestellte Begebenheit entstammt der Apostelgeschichte des Lukas im Neuen Testament. Auf der Straße nach Gaza, wohin ein Engel den Apostel Philippus geschickt hat, begegnet ihm »ein Mann aus Mohrenland, ein Kämmerer und Gewaltiger der Königin Kandace in Mohrenland« (Apg 8, 27), der Aufklärung über eine Stelle aus dem Buch des Propheten Jesaja wünscht; und da, wie Philippus ihm verdeutlicht, sie das Opfer Jesu ankündigt, läßt der Mann sich schließlich taufen. Biblische Gegenstände standen Marées sonst eher fern, und wenn er sie wählte, blieb ihm der religiöse Gehalt gewiß zweitrangig. Immer wieder sind in seinen Gemälden Pferde präsent – stets robust und expressiv. Denn ihnen ist Dynamik zugeordnet, während in den menschlichen Figuren Gleichgewicht angestrebt wird. Gleichzeitig mit dem Frühwerk »Philippus und der Kämmerer« entstand als ein weiteres Reiterbild »Der heilige Martin« (Museum Oskar Reinhart, Winterthur). Als das Gemälde entstand – wahrscheinlich auf Gut Crostewitz bei Leipzig, wo Marées zwei oder drei Herbstmonate als Gast seines Gönners Conrad Fiedler verbrachte –, hatte der 32Jährige schon mehrere Jahre in Italien alte Meister kopiert und anschließend Spanien, Frankreich und Holland bereist. Von dem tiefen Eindruck, den er von Rembrandt und Delacroix empfangen hatte, zeugen in »Philippus und der Kämmerer« das dunkle Glühen der Farbe, die romantisierende Leidenschaftlichkeit der kraftvoll bewegten Pferde, vor allem aber die ungebremste Dynamik und Impulsivität des malerischen Vortrages. Mit barocker Wucht, doch ohne die barocke Ornamentalität setzt der Pinsel farbige Schwünge, von denen viele, besonders die weißen, unverbunden auf der Bildoberfläche stehenbleiben. Erkennbar ist auch, wie den Künstler die lyrischen, diffusen Landschaftsstimmungen der Venezianer um Giorgione und Tizian inspiriert haben. Die Farbigkeit seiner späteren, mit Tempera auf Holz gemalten Bilder ist hier schon angelegt. | Claude Keisch

Arco di Miseno bei Miliscola mit Blick nach Nisida

Arco di Miseno bei Miliscola mit Blick nach Nisida

Der aus Wien stammende Joseph Rebell lebte von 1810 bis 1824 in Italien. Angeregt dazu wurde er von seinem Lehrer Michael Wutky, der viele Jahre in Neapel verbrachte. Ab 1812 wirkte Rebell für drei Jahre als Maler am Hofe Joachim von Murats, des zeitweiligen Königs von Neapel. Nach dessen Sturz und Erschießung 1815 kehrte er nach Rom zurück. Wenige Jahre später, 1819, schuf der Künstler im Auftrag von Kaiser Franz I. vier großformatige Landschaftsansichten der Gegenden um Neapel: »Der Hafen Granatello bei Portici«, »Sonnenuntergang über den Campi Flegrei«, »Meeressturm am Arco di Miseno bei Miliscola« sowie eine »Ansicht der Stadt Vietri mit Blick auf den Meerbusen von Salerno« (alle vier Gemälde in der Österreichischen Galerie Belvedere, Wien). Anstoß zu diesem Auftrag war eine Landschaft von Tivoli, mit welcher der Maler an der zu Ehren des österreichischen Monarchen 1819 gezeigten Ausstellung der deutschen Künstler im römischen Palazzo Caffarelli teilgenommen hatte. Im gleichen Jahr, nach Eintreffen der vier Auftragswerke am Wiener Hof, bot der Kaiser Rebell die Stelle des Direktors der Kaiserlichen Gemäldegalerie an und berief ihn zudem zum Leiter der Landschaftsklasse an der Akademie der bildenden Künste. Ende der 1820er Jahre wiederholte Rebell einige der für Franz I. gemalten Werke mehrmals. Sowohl mit der »Ansicht der Stadt Vietri« als auch mit »Arco di Miseno bei Miliscola« besitzt die Nationalgalerie im Format kleinere Fassungen der Wiener Bilder (Inv.-Nr. A II 578 und W.S. 185). Das erstgenannte Gemälde zeigt einen Fernblick auf Küste, Meer und Berge zwischen Vietri und Amalfi, im Vordergrund zurückhaltend belebt mit Landleuten. In der Darstellung des einst am Capo di Miseno ins Meer ragenden Felsbogens treibt im sturmgepeitschten Meer ein gekentertes Fischerboot auf die Küste zu. Düstere, von Sonnenstrahlen durchbrochene Wolkengebilde am Himmel steigern die Dramatik der Situation. | Birgit Verwiebe

Fünf Wandgemälde aus der Casa Bartholdy in Rom

Fünf Wandgemälde aus der Casa Bartholdy in Rom

Jakob Salomon Bartholdy, der sich in Rom von den Lukasbrüdern den Festsaal seiner Wohnung im Palazzo Zuccari mit acht Fresken zur Josephsgeschichte ausmalen ließ, berichtete nach der erfolgreichen Beendigung der Arbeiten am 9. März 1817 an den preußischen Staatskanzler Karl August von Hardenberg: »So viele Aufopferung es mich gekostet, mehr als die Hälfte meines Gehaltes darauf zu verwenden, diesen braven jungen Männern Gelegenheit zu verschaffen, sich einen Namen zu machen, so sehr sehe ich mich dadurch belohnt, daß ihr Werk gelungen und selbst der Nation zur Ehre gereicht« (zit. nach: L. von Donop, Die Wandgemälde in der Casa Bartholdy in der National-Galerie, Berlin 1889, S. 6 f.). Um auch in Preußen die Leistungen der jungen Maler bekanntzumachen und um für weitere Aufträge zu werben, ließ Bartholdy die Künstler verkleinerte Wiederholungen der Fresken anfertigen, die er König Friedrich Wilhelm III. sandte. Bei den in der Nationalgalerie bewahrten, zu einem Bild vereinten fünf Aquarellkopien könnte es sich um eben jene von Bartholdy bestellten Wiederholungen handeln. Dargestellt sind links »Jakobs Klage« von Wilhelm Schadow, darüber »Die sieben fetten Jahre« von Philipp Veit, rechts »Joseph legt Pharaos Träume aus« von Peter Cornelius, darüber »Die sieben mageren Jahre« von Friedrich Overbeck, in der Mitte »Joseph und Potiphars Weib« von Veit. Nach ihrer Ankunft aus Rom wurden die Aquarellkopien im Herbst 1818 auf der Berliner Akademieausstellung gezeigt. | Birgit Verwiebe

Heimkehr des Palikaren

Heimkehr des Palikaren

Wenige Jahre vor Entstehung des Bildes »Heimkehr des Palikaren« wurde in Griechenland der Unabhängigkeitskrieg gegen die osmanische Fremdherrschaft (1821–1829) ausgetragen. Räuberbanden in den nordgriechischen Bergen, sogenannte Palikaren (oder Klephten), trotzten in diesem Krieg jahrzehntelang der türkischen Herrschaft durch Überfälle. In Volksliedern und Balladen besungen, wurden sie zu einem Mythos des griechischen Widerstands stilisiert, der bis in die 1830er Jahre fortlebte und auch in die Komposition von Eduard Magnus einfloß. Unberücksichtigt blieb dabei freilich die schon in den 1830er Jahren bekannte Tatsache, daß die Palikaren bei ihren blutigen Überfällen nicht zwischen Türken und Griechen unterschieden (vgl. J. M. Firmenich-Richartz, Die griechischen Palikaren, in: Das Ausland, ein Tagblatt, 6. Jg., 1833, H. 228, S. 909). Romantisierend und legendenkonform entwarf Magnus das Bild eines »den alt Homerischen Helden« ähnelnden heimkehrenden Familienvaters, ganz so wie Georg Ludwig von Maurer die Palikaren in seiner Abhandlung »Das griechische Volk« (Bd. 1, Heidelberg 1835, S. 499) beschrieb. Das Bild steht damit dem in den 1830er Jahren in der Malerei beliebten Räuber-Genre nahe, zu dem beispielsweise auch Theodor Hildebrandts »Der Räuber« von 1829 zählt (Nationalgalerie, Inv.-Nr. W.S. 91).Eduard Magnus, der im Gegensatz zu Peter von Hess oder Leo von Klenze nie nach Griechenland reiste, malte das Bild auf einer Studienreise in Paris. Inspiration für die Kostüme könnte er aus Choiseul-Gouffiers bekanntem Tafelwerk »Voyage pittoresque de la Grèce« von 1806 empfangen haben. Eine Replik des Gemäldes entstand für das preußische Königshaus und hing, ehe es 1945 im Residenzschloß Hannover vernichtet wurde, im Palais Liegnitz in Berlin. – Lithographie von H. Eichens. | Regina Freyberger

Mondaufgang am Meer

Mondaufgang am Meer

Bilderpaare, meist im Format identisch und etwa zeitgleich entstanden, spielten im Werk Caspar David Friedrichs eine besondere Rolle. Der Maler bot damit verschiedene Perspektiven an. Zum einen entstanden antithetisch aufeinander bezogene Gegensatzpaare. Zum anderen schuf er Bilderpaare oder Zyklen um zeitliche Abfolgen darzustellen, etwa Gemälde von Tageszeiten, Jahreszeiten oder Lebenszeiten. Der Berliner Bankier Joachim Heinrich Wilhelm Wagener, dessen Kunstsammlung die Nationalgalerie begründen sollte, bestellte bei Friedrich ein Bilderpaar: eine Morgen- und eine Abendlandschaft. Anfang August 1822 hatte Wagener den Künstler in Dresden besucht (Hinweis von Johannes Rößler). Am 1. November 1822 berichtete Friedrich in einem Brief an seinen Auftraggeber die Vollendung der beiden Werke (SMB-ZA, NL Wagener, Künstlerbriefe). Im April 1823 waren die Pendants noch in Dresden auf einer anlässlich des Besuchs von König Max I. von Bayern gezeigten Sonderausstellung in der Akademie zu sehen und können erst danach bei Wagener eingetroffen sein (vgl. Caspar David Friedrich. Sämtliche Briefe und Schriften, hrsg. von J. Grave, P. Kuhlmann-Hodick, J. Rößler München 2024, S. 140, 492). Als Bild des Morgens entstand das Gemälde »Der einsame Baum« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. W.S. 52). Darin erstreckt sich die weite Ebene einer Wiesenlandschaft bis zum Rand eines Gebirges. In der Mitte des Vordergrundes ragt monumental eine Eiche auf, unter der ein Hirte mit seiner Schafherde verweilt.Als Abendbild malte Friedrich »Mondaufgang am Meer«. Auf der dunklen Wasserfläche leuchten silbrige Reflexe des nächtlichen Gestirns. Die Scheibe des Vollmondes ist hinter den Wolkenbänken über dem Horizont halb verborgen, wie aus einem Wolkentor bricht sein Licht hervor. Zwei Frauen und ein Mann haben sich auf Felsblöcken am Ufer niedergelassen und schauen zum Mond und über das Meer, in die grenzenlos scheinende Ferne, hin zu den beiden Segelschiffen. Ihre dunklen Silhouetten rhythmisieren die Lichtflächen von Meer und Himmel. Bei der Ausführung der drei Figuren verwendete Friedrich für die Unterzeichnung des Gemäldes Umrisszeichnungen auf Pauspapier, ein von ihm auch für andere Bilder genutztes Verfahren (Kupferstichkabinett Berlin). Von dem Gemälde geht eine tröstliche Stimmung aus, die sich durch die in Gemeinschaft verbundenen drei Gestalten und die heimkehrenden Schiffe vermittelt. Zugleich wird in der Weite von Himmel und Horizont die Unermesslichkeit des Universums spürbar. Ist im Morgenbild »Der Einsame Baum« die Hinwendung zum diesseitigen Leben vorherrschend, so erscheint im Abendbild das Naturschauspiel mit dem Mond als Zeichen der Hoffnung in überirdischer Schönheit, weckt Sehnsüchte und führt die Gedanken hin zu Ahnungen. | Birgit Verwiebe

Der einsame Baum

Der einsame Baum

Der Berliner Bankier Joachim Heinrich Wilhelm Wagener, dessen Kunstsammlung die Nationalgalerie begründen sollte, bestellte bei Caspar David Friedrich ein Tageszeiten-Diptychon: eine Morgen- und eine Abendlandschaft. Anfang August 1822 hatte Wagener den Künstler in Dresden besucht (Hinweis von Johannes Rößler). Am 1. November 1822 berichtete Friedrich in einem Brief an seinen Auftraggeber die Vollendung der beiden Werke (SMB-ZA, NL Wagener, Künstlerbriefe). Im April 1823 waren die Pendants noch in Dresden auf einer anläßlich des Besuchs von König Max I. von Bayern gezeigten Sonderausstellung in der Akademie zu sehen und können erst danach bei Wagener eingetroffen sein (vgl. Caspar David Friedrich. Sämtliche Briefe und Schriften, hrsg. von J. Grave, P. Kuhlmann-Hodick, J. Rößler, München 2024, S. 140, 492). Als Bild des Morgens entstand das Gemälde »Der einsame Baum«, welches zunächst unter verschiedenen Titeln geführt wurde: In Wageners Sammlungskatalog hieß es »Eine grüne Ebene«, die ersten Kataloge der Nationalgalerie nannten es »Harzlandschaft«, und erst Ludwig Thormaehlen gab dem Bild den Titel »Einsamer Baum«.Friedrich hat die weite Ebene einer Wiesenlandschaft mit Weihern, Baumgruppen und Dörfern dargestellt, die sich bis an den Rand eines Gebirges erstreckt, vor dem winzige Türme einer gotischen Stadt aufragen. Im Hintergrund sind die sanft gewölbten Bergkuppen des nordböhmischen Jeschkengebirges zu sehen, welche Friedrich 1810 während seiner Wanderung mit dem Freund Georg Friedrich Kersting in das Riesengebirge zeichnete.Wie ein Monument ragt in der Mitte der Komposition eine stattliche Eiche auf. An einem Tümpel stehend, in dem sich der Himmel spiegelt, bietet sie einem Hirten Schutz, dessen Schafe sich grasend über das Grün der Aue verteilt haben. Ihr mächtiger Stamm hat Wind und Wetter standgehalten, die Äste an der Spitze des Baumriesen jedoch sind abgestorben. Über der Eiche haben sich kuppelartig Wolken formiert, in die die oberen Äste des Baumes hineinzugreifen scheinen.Für die Eiche griff Friedrich auf Studien zurück, die zwischen 1806 und 1810 in der Umgebung Neubrandenburgs und im Riesengebirge entstanden waren. Als Naturzeichen verkörpert sie in diesem Bild Lebenskraft und Stärke; zugleich verweisen ihre abgestorbenen Äste auf jenseitige Sphären. Fest im Boden verwurzelt und zugleich himmelwärts strebend, wird die Eiche zum Vermittler zwischen Erde und Himmel, als würde der »Weltraum um diesen Baum schwingen« (W. Wolfradt, Caspar David Friedrich und die Landschaft der Romantik, Berlin 1924, S. 159). | Birgit Verwiebe