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Bildnis der Comtesse de Vaux St. Cyr

Ident. Nr.: A III 580

ObjID: obj:964979

n/a

Details (expert)

Creator/Entity
Leo von König (1871 - 1944),
Künstler*in
Date(s)
Herstellung: 1932
Additional titles
Collection title: Bildnis der Comtesse de Vaux St. Cyr
Translation: Portrait of the Comtesse de Vaux St. Cyr
Provenance
Anna von König,
1944–9.10.1974
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 83 x 68,5 cm
Acquisition
1974 Schenkung von der Witwe des Künstlers, Anna von König

Object Description

Die 1894 geborene Marie Charlotte Baudon de Mony heiratete 1919 den französischen Diplomaten Christian Carra de Vaux St. Cyr (1888–1954). Er war zunächst als Attaché in Bern, Madrid und Berlin tätig, ab 1931 im Außenministerium in Paris, im April 1939 kehrte er für ein knappes Jahr als französischer Botschafter nach Berlin zurück. Von König wird die kulturinteressierte Tochter eines Historikers Ende der 1920er-Jahre in Berlin kennengelernt haben, etwa in der von frankophilen Berlinern und Botschaftspersonal gern frequentierten Maison du Livre in der Passauer Straße. Ob das Porträt in Berlin oder in Paris entstand, bleibt ebenso ungewiss wie der Verbleib des offiziellen Bildnisses in der Familie. Häufig hat von König nach den Sitzungen ein freieres Porträt für sich geschaffen. 1974 kam das Gemälde als Geschenk der Witwe des Künstlers, Anna von König, an die Nationalgalerie (Ost). Das Haus hatte im selben Jahr die Bilder „Die Mutter des Künstlers“ (A II 460) und „Am Frühstückstisch“ (A II 459) für eine Gedenkausstellung in Kaiserslautern geliehen, der ersten großen Schau nach verschiedenen dem Maler gewidmeten Gedächtnis-Ausstellungen im Jahre 1949. Die Nationalgalerie (West) hatte die Gemälde „Frau in gelbem Pelz“ (B 601) und „Bildnis Erich Mathing“ (NG 6/67) beigesteuert. Eine Beteiligung beider Museen an einer Ausstellung untersagte das DDR-Kulturministerium zumeist. Doch Anna von König hatte ihre Schenkung früh angekündigt, denn ihr sei sehr „an einer guten Ausstellung gelegen […], nachdem hier, infolge der neuen Kunstrichtungen 30 Jahre lang kein Interesse bestanden hat“ (SMB-ZA, II A/NG 281). | Angelika Wesenberg

Last updated: 28.08.2026

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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Tanz um den roten Felsen

Tanz um den roten Felsen

Ende 1918 zählte Melzer in Berlin neben Max Pechstein, Cesar Klein, Georg Tappert und Heinrich Richter-Berlin zu den Gründern der Novembergruppe. Nach Kriegsende setzten die zumeist sozialistisch orientierten Künstler große Hoffnungen in den entstehenden Staat. Auch an dem ähnlich ausgerichteten Arbeitsrat für Kunst beteiligte sich Melzer und forderte in dessen Publikation „Ja!“ 1919: „Nach der Loslösung der politisch dogmatischen Beamtenkirche vom Volksstaate, trete an deren Stelle die aktivistische Religionsform – die Kunst“ (zit. nach Arbeitsrat für Kunst, Berlin, 1918–1921, Ausst.-Kat., Berlin [West], 1980, S. 44). Für Melzer sollten Künstler „die Priester des freien Geistes im Volke“ sein (ebd.). Insofern liegt es nahe, den Titel „Tanz um den roten Felsen“ politisch zu deuten und in dem kubistisch-konstruktivistischen Bild die Feier einer zukünftigen Gesellschaft zu sehen. Wie ein Segel ragt der ziegelrote Felsen aus einer Art Schiffsbug empor, umgeben von Kreisen, die für die Köpfe der Tanzenden stehen. Der im Arbeitsrat für Kunst aktive Architekt und Publizist Adolf Behne sah in dem Gemälde seinerzeit „ein starkes Beispiel für Melzers glänzende Beherrschung aller Wirkungselemente, ein schönes Bild von leuchtender, klingender, bewußt entwickelter Pracht. Hier […] steht Melzers Kunst auf bedeutender Höhe. – Natürlich gehören solche Leistungen in unsere Sammlung moderner Kunst (Kronprinzenpalais), aber leider steht Melzer nicht auf der ganz willkürlich gemachten Liste jener Modernen, die man haben muß“ (zit. nach Moriz Melzer. Zum 80. Geburtstag, Ausst.-Kat., Berlin [West], 1957, S. 50). | Dieter Scholz

Fischerboote am Strand

Fischerboote am Strand

Lothar Lang, der einflussreiche Kunstkritiker der DDR, registrierte 1968 bei einem Besuch in Großpietschs Atelier die „mit naturalistischer Akribie gemalten“ Bilder an den Wänden. Im Gespräch berichtete der alte Maler: „Ich habe mit Grosz und Dix studiert. Mit Grosz, der, wie ich auch, die harte Schule bei Richard Müller durchmachte, war ich vor dem ersten Weltkrieg befreundet“ (Lothar Lang, Curt Großpietsch, in: Die Weltbühne, 11.3.1969, S. 309). Diese Zeit seines Studiums an der Kunstakademie Dresden hatte von 1912 bis 1914 gewährt. Großpietsch entwickelte damals seine betont sachliche Malerei wohl – wie andere Dresdner Künstler auch – in bewusster Abkehr vom Expressionismus. 1914 arbeitete er gemeinsam mit dem Dekorationsmaler Hugo Wilkens an der Ausgestaltung der Kirche auf der Nordseeinsel Pellworm. In diesen Wochen ist vermutlich das in klaren Formen mit kühnen Verkürzungen aufgebaute Bild der drei Fischerboote am Strand entstanden, ein Jugendwerk, noch mit Ungeschicklichkeiten, etwa bei der Wiedergabe der Wellen. Bei Langs Besuch war Großpietsch schon lange nur noch als Zeichner und Karikaturist tätig und bekannt. Nur gut zwanzig Bilder haben sich aus seiner frühen Zeit erhalten. Nach dem Ersten Weltkrieg setzte Großpietsch von 1919 bis 1923 sein Studium als Meisterschüler von Otto Gussmann an der Dresdner Akademie fort. Ende 1923 begann er sich der Grafik zuzuwenden, er schuf erste Holzschnitte und Radierungen und zeichnete, stark von Alfred Kubin beeinflusst, fortan fantastische Szenen und Grotesken. | Angelika Wesenberg

Friedrich Ebert

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Im Jahr 1924 wurde Bednorz an die Breslauer Akademie berufen und trat damit die Nachfolge seines Lehrers, des Bildhauers Albert Werner-Schwarzburg, an. Zeitgleich erhielt er den Auftrag, den ersten Reichspräsidenten der Weimarer Republik, Friedrich Ebert (1871–1925), „nach dem Leben“ zu porträtieren. Bednorz beschrieb den Politiker später als „zurückhaltend, aber natürlich und offen“ (Robert Bednorz, Biographischer Essay, in: Mitteilungen des Beuthener Geschichts- und Museumsvereins, H. 21/22 [1960], S. 108). Der Künstler war ein gefragter Porträtist. Politiker aller Parteien ließen sich gern von ihm wiedergeben; neben der Ebert-Büste schuf er unter anderem Bildnisse des nationalliberalen Politikers und späteren Reichsministers Karl Jarres (1922) und des seit 1922 amtierenden italienischen Staatschefs, des Faschisten Benito Mussolini (1923). Er nahm sich außerdem vor, ein Porträt von Wladimir Iljitsch Lenin nach vorhandenen Vorlagen anzufertigen, wozu es jedoch nicht kam. Selten hat Bednorz die Oberflächen seiner Büsten glatt modelliert. Stattdessen sind sie durch Unebenheiten oder Kanten strukturiert, die den individuellen und expressiven Eindruck der Bildnisse unterstreichen. Der Künstler war vor allem darauf bedacht, dem Charakter einer Person Ausdruck zu verleihen. Die beiden identischen Ebert-Büsten gelangten über unterschiedliche Wege an die Nationalgalerie. Ein Guss (B I 503) wurde 1929 vom Ministerium für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung angekauft und der Sammlung sogleich übergeben. Das andere Exemplar (B II 9) erwarb der preußische Oberpräsident für das Schlesische Museum der bildenden Künste in Breslau, in dem es bis nach 1945 blieb; 1953 schenkte es der polnische Staat der DDR. Während der deutschen Teilung befanden sich beide Büsten in Ost-Berlin. | Emily Joyce Evans

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Ein religiöses Motiv, das Spiel mit dem Hell-Dunkel-Effekt, dazu eine für Strempel fast überbordende Farbigkeit – das Gemälde „Betender Mann“ steckt voller Referenzen auf die Kunstgeschichte. Dabei ist die Darstellung sehr reduziert: Nackt und auf sich selbst zurückgeworfen kniet die Figur auf dem Boden, ihr Blick und die gefalteten Hände sind zum Himmel gerichtet. Bis auf eine schemenhafte Erhebung im Hintergrund, die als brennende Ruine gedeutet werden könnte, liefert das Bild keinen Kontext. Die Umgebung scheint hinweggefegt zu sein, das knallige Grün wirkt apokalyptisch. Kein Engel erscheint, um Hoffnung zu verbreiten, wie das etwa beim „Betenden Hiob“ in Marc Chagalls Lithografie-Zyklus aus den 1950er-Jahre der Fall ist. Dennoch sucht der Protagonist sein Heil in der Religiosität und betet zu Gott. Gleichwohl dringt der Expressionismus aus jeder Faser des Werkes, nicht nur durch den Stil, die grellen Töne oder die flächige Gestaltung. Sichtbar wird der Bezug vor allem in der starken Gebärde und dem Ausdruck des Betenden, der zwar Ausweglosigkeit verkörpert, aber doch auch aufbegehrt. Das Bild und seine Entstehung hängen zeitlich und inhaltlich mit Strempels „Nacht über Deutschland“ (A III 257) zusammen. Doch gehen die Ausführung der Figur und ihre Geste über eine Studie für jenes Hauptwerk hinaus. Der Künstler hat hier ein eigenständiges Gemälde geschaffen, was der etwas spätere Linolschnitt „Der Bettler (Hiob)“ (Privatbesitz) mit verwandtem Sujet verdeutlicht. | Sven Haase

Mädchen aus Xanten

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Der Düsseldorfer Bildhauer Zimmermann schuf Plastiken für den öffentlichen Raum und für Kirchen. Er hatte an der Kunstakademie in Düsseldorf bei Alexander Zschokke studiert; kurzzeitig lebte er in Berlin (1932/1933) und Kassel (1936). Während der NS-Zeit war er beruflich erfolgreich. Das „Mädchen aus Xanten“ schuf er wohl im Auftrag der Xantener Dombauhütte. Es existierte eine Fassung aus Ton, deren Verbleib unbekannt ist. Die Bronze befand sich bereits 1937, im Jahr ihrer Entstehung, im Besitz des Reichsministeriums für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung in Berlin. Damit changierte die Wahrnehmung der Figur: zwischen der Lesart in einem religiösen Zusammenhang und der als ideologisch geprägte, politisch sanktionierte Darstellung, die offenbar geeignet erschien, ein nationalsozialistisches weibliches Ideal zu repräsentieren. Das „Mädchen“, das eher nach einer herangereiften jungen Frau aussieht, steht solide in Lebensgröße da, die Form ist einfach und glatt. Unter der eng anliegenden Kleidung zeichnen sich die weiblichen Konturen deutlich ab, ohne Erotik auszustrahlen; die Gestalt ist kräftig, aber nicht muskulös, der Kopf mit einem Tuch bedeckt. Das Werk war wohl nie in Berlin öffentlich ausgestellt; nach 1945 geriet es, höchstwahrscheinlich aufgrund seines Besitzes durch eine NS-belastete Institution, in völlige Vergessenheit. In den 1970er-Jahren wurde es im Keller des Pergamonmuseums in einer Holzkiste gefunden und 1980 der Nationalgalerie (Ost) übergeben. | Emily Joyce Evans