Town Tower
Ident. Nr.: B 1061
ObjID: obj:965656
n/a
Contact
Institution:
Neue Nationalgalerie
Email:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (expert)
- Involved
- Dating
- 1962
- Additional titles
- Collection title: Town TowerStadtturm
- Material / Technique
- Eisen, Messing und Bronze
- Dimensions
- Höhe x Breite x Tiefe: 196 x 51 x 40,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/965656
Object Description
Das von Stilwechseln geprägte Werk Paolozzis ist durchzogen von seiner Faszination für Alltagskultur. Als Sohn einer italienischen Einwandererfamilie in Schottland aufgewachsen, war er ab den 1950er-Jahren bereits international erfolgreich. In dieser Zeit begann er alltägliche Fundstücke in Bronzeguss-Plastiken zu integrieren und so das Prinzip der Collage in die Bildhauerei zu übertragen. Parallel setzte er sich mit Architektur, ihren Utopien und Theorien auseinander. Während einer Gastprofessur an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg von 1960 bis 1962 entdeckte er Schiffsfriedhöfe und Schrottplätze für sich und wandte sich daraufhin industriellen Fertigungsmethoden zu. Einer seiner neuen Werkkomplexe waren die „Türme“, die stets aus Sockel, Aufbau, Bekrönung und einem zentralen Motiv in der Mittelachse aufgebaut sind. Einzelne vorgefertigte Elemente wiederholen sich innerhalb der Serie, sie werden übereinandergestapelt und oftmals sichtbar verschweißt. Bei „Town Tower“ führte Paolozzi unterschiedliche Metalle im Rotguss zusammen, einer für technische Produkte üblichen Legierung auf Kupferbasis. Die Turmplastiken sind nicht im üblichen Sinne abstrakt. Vielmehr knüpfen sie an den Surrealismus an – eine Kunstrichtung, mit der sich Paolozzi mehr identifizierte als mit der Pop-Art seiner Generation. Er bezeichnete seine Turmserie als „eine Art Kommentar zu Deutschland“ (zit. in Judith Collins, Eduardo Paolozzi, Farnham 2014, S. 148). Sie rufen vielfältige Assoziationen hervor, von Kraftwerken und Maschinenelementen über Getränke- oder Spielautomaten bis hin zu Metallspielzeug wie die Meccano-Bausätze, erinnern aber auch an Altäre oder Schreine. | Uta Caspary
Last updated: 19.12.2025
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