Harlekin
Ident. Nr.: B 835
ObjID: obj:965847
n/a
Contact
Institution:
Neue Nationalgalerie
Email:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (expert)
- Involved
- Dating
- um 1947
- Additional titles
- Collection title: HarlekinTranslation: Harlequin
- Material / Technique
- Öl auf Leinwand
- Dimensions
- Höhe x Breite: 36 x 42,5 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/965847
Object Description
Alexander Camaro, wie sich Alfons Bernhard Kaczmarofski seit Ende 1946 als Maler nannte, war in Breslau-Morgenau in unmittelbarer Nähe des Vergnügungsortes „Lunapark“ aufgewachsen. Nach der Schulzeit schloss er sich einer Artistengruppe an, war bis 1944 als Tänzer aktiv und besuchte in Breslau die Kunstakademie. In dem nach Kriegsende in Berlin entstehenden malerischen Werk spielt die Welt des Zirkus und des Theaters eine zentrale Rolle. Das Bild „Harlekin“ von 1947 wirkt wie eine Vorstufe oder aber Reduktion des Bildes „Artistinnen“ aus demselben Jahr (WVZ Krüger 2021, C 239). Noch erkennt man die Bühnentreppe rechts, das Gestänge der Schaubude wirkt hier gefährlich verrutscht, die Säule im Hintergrund gleicht einem überdimensionalen Messer. Der Harlekin ist gesichtslos, die bunten Rhomben seines Wamses sind auf drei graue Flecken reduziert. Camaro zeigt in fahler Farbigkeit ein Bild menschlicher Verlassenheit und Leere, er gibt innerhalb der ihm vertrauten Welt ein Zeitbild. Bereits 1946 hatte er mit dem Zyklus „Das Hölzerne Theater“ (WVZ C 180) die Metapher des Welttheaters, des „theatrum mundi“ aufgegriffen. Dichterisch beschrieb Camaro die Idee der Bühne als Welt 1947 so: „Hier ist die Stätte der Lust und des Schmerzes. Des Lebens und des Todes. Eingehakt an Drähten der Marionette und der Zuschauer. Ein Himmel über Dir, in Dir. Eine Hölle um Dich. Hier im hölzernen Theater wie aussen im Leben.“ (Nachlass Camaro, zit. nach WVZ, S. 443) | Angelika Wesenberg
Last updated: 19.12.2025
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