Frauenkirch im Winter
Ident. Nr.: B 45
ObjID: obj:966786
n/a
Contact
Institution:
Neue Nationalgalerie
Email:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (expert)
- Involved
- Dating
- 1918/1919
- Additional titles
- Collection title: Frauenkirch im WinterTranslation: Frauenkirch in the Winter
- Provenance
- im Besitz des Künstlers,
1923Kunsthalle Basel,
3.6.1923–1.7.1923Galerie Paul Cassirer, Berlin,
Dezember 1923Sammlung Zimmermann, Berlin,
390588Galerie Anja Bremer, Berlin,
1948Galerie Schüler, Berlin,
1950Kauf: Galerie des 20. Jahrhunderts, Berlin (West),
1950–1968 - Material / Technique
- Öl auf Leinwand
- Dimensions
- Höhe x Breite: 120 x 121 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/966786
Object Description
Mit dem Ende des Ersten Weltkriegs im November 1918 setzte Kirchners Genesung nach der tiefen psychischen Krise ein, die der Krieg in ihm ausgelöst hatte. Dennoch beschloss er, in Davos zu bleiben, wohin er sich im Vorjahr zur Erholung begeben hatte, und richtete sich im Bauernhaus „In den Lärchen“ im nahen Frauenkirch ein. Beeindruckt von der monumentalen Bergwelt empfand er das naturnahe Leben der Bergbauern als idealen Gegenentwurf zur eigenen Zivilisationsmüdigkeit. „Ich habe hier ein reiches Feld für meine Tätigkeit […]. Und hier lernt man tiefer sehen und weiter eindringen als in dem sogenannten ‚modernen‘ Leben, das meist trotz seiner reicheren äußeren Form so sehr viel oberflächlicher ist“ (zit. nach Lothar Grisebach [Hrsg.], Maler des Expressionismus im Briefwechsel mit Eberhard Grisebach, Hamburg 1962, S. 110). Das Gemälde weist den bewegten Pinselgestus und die wogende Perspektive auf, die vor 1920 Kirchners Schaffen bestimmten. Hierin äußert sich expressiv die innere Verfassung des Künstlers. Zugleich finden sich zahlreiche zusammengefasste Zeichen wie die spitzen dreieckigen Tannen oder die kreuzförmig reduzierten Männer mit Hut, in denen Kirchner sein Konzept der „Hieroglyphe“ umsetzte (vgl. Ernst Ludwig Kirchner. Hieroglyphen, Ausst.-Kat. Nationalgalerie, Berlin, 2016). | Janina Dahlmanns
Last updated: 06.05.2026
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Neue Nationalgalerie
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