Panta Rhei
Ident. Nr.: B 817
ObjID: obj:967654
n/a
Contact
Institution:
Neue Nationalgalerie
Email:
nng@smb.spk-berlin.deDetails (expert)
- Involved
- Dating
- 1962/1963
- Material / Technique
- Hartstuck, Zement und Eisen
- Dimensions
- Höhe x Breite: 375 x 648 cm
- Permalink
- https://id.smb.museum/object/967654
Object Description
Das über sechs Meter lange Wandrelief ist seit 1984 als Dauerleihgabe der Nationalgalerie im Foyer der Staatsbibliothek am Potsdamer Platz in Berlin der Öffentlichkeit zugänglich. Es besteht aus Hartstuck und diente als Modell für einen Bronzeguss, der 1963 für die deutsche Botschaft in Paris gefertigt wurde, wo er sich bis heute befindet. Die erdig-dick verkrustete und durchfurchte Oberfläche erinnert an die Malerei des Informel, bei der das Material Farbe bisweilen plastisch behandelt wurdee. „Panta Rhei“ geht in seiner Monumentalität, Plastizität und Dynamik darüber hinaus. Das Format einer Leinwand andeutend, gleicht die Arbeit eher einem massiven steinernen Monument und greift damit den unebenen, gemaserten Steinfußboden der Staatsbibliothek auf, den es beinahe berührt; so fügt sich das Werk trotz stilistischer Brüche in die Architektur Hans Scharouns ein. Die massiven Fragmente, die aus der Fläche heraustreten, scheinen sich im Fluss oder einem freien Schwebezustand zu befinden, eine Assoziation, die auch durch den Titel nahegelegt wird. Die facettenreiche Farbgebung mit Weißhöhungen belebt die Dynamik des Reliefs und verleiht ihr etwas Organisches, so als handelte es sich bei den fluid wirkenden Fragmenten um treibende Eisschollen oder eine spitzwinklige Mondlandschaft, aus der Vogelperspektive betrachtet. Einzelne Elemente sind vom Bildrand abgeschnitten oder weisen über ihn hinaus. Es dominieren spitzwinklige Formen, die formal durch eine gebogene Linie verbunden sind: Ein langer dünner Eisenstab ist durch eine Reliefform gezogen, wodurch der Bildraum zusätzlich an Tiefe gewinnt, und gibt eine dynamische Bewegungsrichtung vor. Ähnlich hochtönende Titel wählte Heiliger ausschließlich für seine repräsentativen Großplastiken, darunter „Deus ex machina“, „Heureka“ oder „Auge der Nemesis“. Der Künstler wollte damit keine inhaltlichen Interpretationen vorgeben, sondern die Betrachtenden zum Weiterdenken anregen. | Anja Pawel
Last updated: 19.12.2025
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