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Blick auf Dächer und Gärten

Ident. Nr.: A I 319/5

ObjID: obj:967680

Details (expert)

Creator/Entity
Carl Blechen (1789 - 1840),
Maler*in
Date(s)
um 1835
Provenance
August Frick, Berlin,
365677
Nachlass/Vermächtnis: Kammergerichtsreferendar Dr. jur. Carl Frick, Berlin,
[1879] - 28.11.1881
Material / Technique
Öl auf Papier auf Pappe
Dimensions
Höhe x Breite: 20 x 26 cm
Acquisition
1881 Ankauf aus der Sammlung des Kammergerichtsreferendars Dr. jur. Carl Frick

Object Description

Mit diesem kleinformatigen Bild aus seiner letzten Schaffensperiode hielt Carl Blechen die Aussicht aus seiner Berliner Wohnung in der Kochstraße Nr. 9, gelegen zwischen Wilhelm- und Friedrichstraße, fest. In das von einfachen Handwerkern bewohnte Stadtgebiet war der Künstler 1832 gezogen. Der wie zufällig wirkende Bildausschnitt gewährt eine unspektakuläre Sicht auf die ärmlichen Gebäude der Nachbarschaft. Vorbei an der regenfeuchten Dachschräge wird das Auge ins Unbedeutende, in die sich unübersichtlich bis zum Horizont erstreckenden, von Holzzäunen umgrenzten Gärten geführt. Spannungsreich rhythmisieren Dächer und Mauern die Komposition: Während rechts das Hausdach spitzwinklig bis über die Bildmitte vorragt, ist links der Blick frei auf den Hinterhof und die angrenzende Stadtrandlandschaft. Soeben noch hat es geregnet, im Hof stehen Pfützen, die den Himmel spiegeln. Mildes Licht schimmert in silbrigen Reflexen auf dem feuchten Dach. Mit spontan geführtem, expressiv bewegtem Pinselstrich sind die malerischen Klänge von Grün, Ocker und Umbra unter weißgrauem Himmel gegeben.
Blechens Neigung zum Skizzenhaften, sein künftige Entwicklungen vorbereitendes Bekenntnis zu ungewöhnlichen Details und unkonventionellen Motiven hat Adolph Menzel in den 1840er Jahren in seinen Hinterhofansichten weiterentwickelt. Mit der Übernahme von dessen Nachlaß 1905 und der gemeinsamen Ausstellung der Werke beider Künstler in der Nationalgalerie wurde diese Nähe Menzels zu Blechens Werk wohl erstmals deutlich wahrgenommen; einen »Menzel vor Menzel«, heißt es, habe man Blechens Gemälde genannt (G. J. Kern, Karl Blechen, Berlin 1911, S. 134). – »Der Blick auf Häuser und Gärten überrascht den heutigen Betrachter am meisten unter diesen späteren Bildern Blechens«, schrieb 1932 Ludwig Justi in seinem Führer durch die Nationalgalerie. »Das Zufällige der Wirklichkeit gilt diesem Maler als würdig genug – wie es viel später die impressionistische Lehre der Welt verkündete: ein Winkel der Natur, gesehen durch ein Temperament« (L. Justi, Von Runge bis Thoma, Berlin 1932, S. 122). | Birgit Verwiebe

Last updated: 19.08.2026

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Institution:

Alte Nationalgalerie

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Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen

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Das lebensgroße marmorne Standbild der Kronprinzessin Luise (1776-1810) mit ihrer Schwester, Prinzessin Friederike (1778-1841) von Preußen, gehört zu den Hauptwerken des europäischen Klassizismus (vgl. auch die Angaben zum Gipsmodell, Inv.-Nr. B I 76). Hinsichtlich des Typus schuf Schadow mit dieser zweifigurigen Gruppe etwas ganz Neues, denn es ist nicht ein Denkmal für Männer von besonderem Verdienst, nicht eine explizit dynastische Selbstdarstellung der Hohenzollern, sondern primär ein Hymnus auf die Jugend, die Anmut und die Schönheit. Die aufrecht stehende, fernhin blickende Luise kontrastiert in reizvoller, hintergründiger Weise mit ihrer jüngeren, etwas koketteren Schwester Friederike; das beide Figuren verbindende Moment liegt aber nicht nur in dem Umgreifen des Armes von Luise und im vertraulichen Berührungsmotiv der Hände, sondern auch im Aneinanderlehnen, in der pyramidalen Gesamtform und in der vereinheitlichenden Behandlung der antikisierenden Gewänder. Das Gipsmodell (B I 76) der Gruppe diente zur Übertragung in Marmor, die weitgehend Schadows Gehilfe Claude Goussaut ausführte, während der Meister selbst sich die Vollendung der Gesichter und der Arme vorbehielt. Auf der Grundlage des Modells wurden auch kleinformatige Ausformungen in Biskuitporzellan hergestellt. Ursprünglich sollte die Gruppe nur in diesem Material in verkleinertem Maßstab verwirklicht werden. Erst nachdem der Kurator der Akademie der Künste, Friedrich Anton Freiherr von Heinitz, sich nachdrücklich beim preußischen König für eine lebensgroße Übertragung in das edle, zeitlose und freilich auch teurere Material des weißen Marmors verwendet hatte, kam diese zustande. Dies war sicherlich auch ein Ausdruck dafür, daß sich Schadow und sein Protektor Heinitz mit den seit Winckelmann gefeierten Skulpturen der Antike messen wollten, die bekanntlich in Marmorkopien überliefert waren und als künstlerische Normen verstanden wurden. So wurde das Werk auch zu einem Sinnbild der preußischen Kunstpflege – schon die Widmungsinschrift an der Plinthe macht das deutlich (zu deutsch: Im elften Jahr der Regierung Friedrich Wilhelms II.) – und des preußischen Anspruchs auf Erfüllung höchster künstlerischer Normen. Allerdings gehört es zur Ironie der Geschichte, daß lange Zeit (bis ins frühe 20. Jahrhundert) der Marmor magaziniert blieb, während das Modell sich bereits in der Nationalgalerie befand. Seit 1801/02 im Berliner Schloß, befand sich das Werk 1856 im "Boisierten Zimmer" in den sogenannten "Petit-Kammern", wo auch das "Liegende Mädchen" von Schadow aufgestellt war. Nach den starken Zerstörungen des Schlosses kam es 1949 in das Hauptgebäude der Nationalgalerie. | Bernhard Maaz

Amphitrite

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Seit den 1860er Jahren rückte die realistische tonige Malerei der Haager Schule ins Interesse der deutschen Künstler. München wurde, nicht zuletzt durch die Erste Internationale Kunstausstellung 1869 im Glaspalast und die Ausstellungen der Münchner Secession, zu einem wichtigen Zentrum der Rezeption. Wie Max Liebermann, der 1872 erstmals nach Holland gereist war, zog es seit den 1880er Jahren zahlreiche deutsche Künstler nach Holland. Walter Firle hielt sich 1883 zu Studienzwecken dort auf. Die Komposition »Morgenandacht in einem holländischen Waisenhaus« entstand unmittelbar nach Firles Rückkehr und zeigt den Einfluß Jozef Israëls im gedämpften, tonigen Kolorit und der spezifischen Behandlung der Lichtverhältnisse. Da Firle in Holland kein originales Kostüm der Waisenhausmädchen zu erwerben vermocht hatte, ließ er sich ein ähnliches Kostüm nachnähen und fertigte das Gemälde nach Studien mit einheimischen Modellen im Münchner Atelier. Das stimmungsvolle Genrebild wurde 1886 bei der Jubiläumsausstellung in Berlin mit einer Goldmedaille ausgezeichnet und von der Kritik begeistert aufgenommen – zu einer Zeit, da Liebermanns spröde Ansichten noch abgelehnt wurden. Firle, so Friedrich Pecht, zeigt »uns die singenden Mädchen von einem Zauber der Jugend und Reinheit umflossen […], für den man sämtliche Odalisken und Italienerinnen der Ausstellung gerne dahin gäbe« (Die Kunst für Alle, 1. Jg., 1886, H. 22, S. 316). | Regina Freyberger

Deutschlands Kampf und Einigung in den Jahren 1870 und 1871. Karton zum Siegesdenkmalfries in sechs Teilen

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»Die unmittelbare Folge des Siegesvelariums war, daß der Erbauer der Siegessäule, Geheimer Hofbaurat Strack, mir den Auftrag erteilte, Entwürfe für ein Bild zu machen, das den Kern der Säule hinter der umgebenden Säulenkolonnade schmücken sollte. Als Motiv hatte der Kaiser angegeben: ›Die Rückwirkung des Kampfes gegen Frankreich auf die Einigung Deutschlands‹ (Allerhöchste Kabinettsorder d.d. Versailles, 12. Februar 1871)« (A. von Werner, Erlebnisse und Eindrücke, Berlin 1913, S. 64). Anton von Werner führte zunächst eine vorläufige Version in Öl auf Leinwand in Originalgröße aus, die das Denkmal zur Einweihung am 2. September 1873 an der vorgesehenen Stelle vollkommen umspannte. Seit Frühjahr 1873 aber bemühte er sich um die Genehmigung, seinen Entwurf in ein Mosaik umsetzen lassen zu dürfen, einem so kostbaren wie teuren Material. Mit Hilfe der Kronprinzessin und der Großherzogin von Baden erlangte er die kaiserliche Genehmigung zu dieser kostspieligen Lösung. Über die Herstellung des riesigen Leinwandbildes, das erst später in die heutigen sechs Teile getrennt wurde, berichtete er in seinen Erinnerungen: »Ich mußte nun die Arbeit an der inzwischen aufgezeichneten Proklamierung [ehemals Berliner Stadtschloß, Kriegsverlust] einstellen und die 75 Fuß lange Leinwand für den Siegesdenkmalsfries in meinem Atelier vor dem Proklamierungsbilde, das 25 Fuß breit und 14 Fuß hoch war, aufstellen. Es geschah, da mein Atelier am Karlsbad 21 doch nicht groß genug war, um einer solchen Fläche Raum zu bieten, derart, daß das Bild auf zwei Walzen rechts und links aufgerollt wurde und jedesmal, wenn ich mit der Fläche von 25 Fuß fertig war, diese nach links weiter auf die linke Walze gerollt und von der rechten Walze die unbemalte Leinwand herausgezogen wurde« (ebd., S. 74). Der Entwurf auf Leinwand blieb bis zum Oktober 1873 an der Siegessäule, danach begann das Herumreichen des übergroßen Bildes: Zunächst wurde es in der Königlichen Akademie ausgestellt, wo Werner es einer nochmaligen Überarbeitung unterzog. Im Mai 1874 schickte Werner die Bildrolle an die Firma Salviati nach Venedig zur Ausführung als Mosaik, nachdem er zuvor auf Wunsch Wilhelms I. einige Änderungen vorgenommen hatte. Das Kultusministerium legte fest, daß das Bild nach seiner Rückkehr der Nationalgalerie zu übergeben sei (vgl. SMB-ZA, I/NG 2035). Es traf am 13. September 1875 in der Nationalgalerie ein, wurde 1876 auf die Kunst- und Kunstindustrieausstellung nach München geschickt und danach per Order vom 30. Oktober 1876 an das Schlesische Museum der bildenden Künste in Breslau abgegeben. In dessen Katalog von 1926 ist das Gemälde ausführlich beschrieben (Schlesisches Museum der Bildenden Künste, Breslau 1926, Kat.-Nr. 781, S. 270 f.). 1954 kamen die nunmehr sechs Bilder als Teil des sogenannten Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR wieder an die Nationalgalerie zurück. Seit 1991 waren sie als Dauerleihgabe zunächst im Berlin Museum zu sehen, seit 2004 befinden sie sich im Deutschen Historischen Museum, Berlin. | Angelika Wesenberg

Sockel der Prinzessinnengruppe

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Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE Der Sockel zum Gipsmodell der Prinzessinnengruppe (Inv.-Nr. B I 76) mit seiner Marmor imitierenden Bemalung ist bis auf die beiden Inschrifttafeln dunkel gehalten und greift die Wirkung des Marmorsockels (siehe Inv.-Nr. B II 34) auf. Er wurde 1912 vom damals noch im Schloss aufgestellten Marmor der Prinzessinnengruppe abgegossen und für die Präsentation des Originalgipsmodells in der Nationalgalerie genutzt. Dieser Sockel erlitt einige gravierende mechanische Beschädigungen und wies deutliche Alterungsspuren auf, so etwa im Bereich der Rosen, die über innenliegenden Drahtschlaufen anmodelliert wurden, die sich aufgrund von Korrosion auf der Oberfläche abzeichnen, sowie hinsichtlich der Farbfassung. Er konnte 2022 restauriert werden und trägt nun wieder das Originalgipsmodell des Doppelstandbilds Luise und Friederike von Preußen. Die Inschriften sind in den weichen Gipsgrund geritzt und bezeichnen die beiden Dargestellten " Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin-top:0cm; mso-para-margin-right:0cm; mso-para-margin-bottom:8.0pt; mso-para-margin-left:0cm; line-height:107%; mso-pagination:widow-orphan; font-size:11.0pt; font-family:"Calibri",sans-serif; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-fareast-language:EN-US;} LOVISA CONIUX/PRINCIP. HERED/REGN. BORUSS." (Luise, Ehefrau des erblichen Herrschers des Königshauses Preußen) sowie "FRIEDERICA/CONIUX LUDOV./REG. BORUSS. FILI" (Friederike, Ehefrau des Königssohnes Ludwig)  | Yvette Deseyve, Bernhard Maaz