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Obststilleben

Ident. Nr.: W.S. 171

ObjID: obj:967684

Details (expert)

Creator/Entity
Johann Wilhelm Preyer (1803 - 1889),
Maler*in
Date(s)
1833
Provenance
Joachim Heinrich Wilhelm Wagener, Berlin,
18.1.1861
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 44 x 44 cm
Acquisition
1861 Vermächtnis des Bankiers Joachim Heinrich Wilhelm Wagener als Gründungssammlung der Nationalgalerie

Object Description

Walnüsse, Trauben und Äpfel liegen auf einer weißen Damastdecke neben einem grünen, weingefüllten Römer, in dessen Kelch sich die Werkstatt des Künstlers und dessen Bildnis spiegeln. Das Stilleben, das sich – wie alle Werke Preyers – durch brillante Feinmalerei auszeichnet, erlangte durch zahlreiche Reproduktionen eine beachtliche Popularität. Für Athanasius Raczyński war es eines der schönsten, das er je gesehen hatte (vgl. Geschichte der neueren deutschen Kunst, Bd. 1, Berlin 1836, S. 241). Preyers raffiniert vielschichtiges Gemälde, dem der Künstler zahlreiche Folgeaufträge verdankte, geht auf berühmte Vorbilder wie Jan van Eycks Selbstbildnis im Konvexspiegel der Arnolfini-Hochzeit (National Gallery, London) oder auf Werke von Gerrit Dou zurück. | Birgit Verwiebe

Last updated: 19.08.2026

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Institution:

Alte Nationalgalerie

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Einzug der Deutsch-Englischen Legion in Hannover. Studie für das  dreiteiligen Wandgemäldes im Sitzungssaal des Ständehauses in Hannover

Einzug der Deutsch-Englischen Legion in Hannover. Studie für das dreiteiligen Wandgemäldes im Sitzungssaal des Ständehauses in Hannover

Das mit Großbritannien seit 1714 durch Personalunion verbundene Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (Kurhannover) war zwischen 1803 und 1813 (mit kurzer preußischer Besitznahme 1806) von napoleonischen Truppen besetzt; 1807 wurde es südlich der Linie Minden-Lauenburg dem französischen Königreich Westphalen zugeteilt, während der nördliche Teil nach französischer Militärverwaltung 1810 im Kaiserreich Frankreich aufging. Die Armee des Kurfürstentums wurde 1803 in der Konvention von Artlenburg aufgelöst. 1803 wurde aus ihr die Truppe Königlich Deutsche Legion (King’s German Legion) gebildet, die zu einer Streitmacht herangewachsen insbesondere in Spanien und Portugal gegen Napoleon kämpfte. Nach der Befreiung Englands und dem Zusammenbruch des Königreichs Westphalen wurde Hannover 1814 zum Königreich erklärt. 1816 wurde die Legion aufgelöst und in die hannoversche Armee überführt.Als wichtiges Ereignis der eigenen regionalen Geschichte und getragen durch einen durchaus anti-französisch gefärbten Nationalstolz wurde der Einzug der Deutsch-Englischen Legion in Hannover im Jahr 1816 noch um 1900 zum Thema für die bildliche Ausstattung des Sitzungssaals im Ständehaus in Hannover bestimmt. Auftraggeber war das preußische Ministerium für geistliche, Unterrichts- und Medizinal-Angelegenheiten. Der gewählt Künstler Ernst Hildebrand hatte sich mit den Wandbildern für das städtische Gymnasium in Bielfeld schon einen ausgezeichneten Ruf im Bereich öffentlicher Monumentalmalerei erworben. Die vorbereitenden Ölstudien sandte der Minister am 24. April 1908 zur Aufbewahrung in die Nationalgalerie (vgl. SMB-ZA, I/NG 1633, Journal-Nr. 1908/956); die Entwürfe waren nach Auftragserteilung in Staatsbesitz übergegangen. Der dreiteilige Zyklus im Ständehaus in Hannover wurde im Zweiten Weltkrieg vollständig zerstört. | Regina Freyberger

Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen

Doppelstandbild der Prinzessinnen Luise und Friederike von Preußen

Das lebensgroße marmorne Standbild der Kronprinzessin Luise (1776-1810) mit ihrer Schwester, Prinzessin Friederike (1778-1841) von Preußen, gehört zu den Hauptwerken des europäischen Klassizismus (vgl. auch die Angaben zum Gipsmodell, Inv.-Nr. B I 76). Hinsichtlich des Typus schuf Schadow mit dieser zweifigurigen Gruppe etwas ganz Neues, denn es ist nicht ein Denkmal für Männer von besonderem Verdienst, nicht eine explizit dynastische Selbstdarstellung der Hohenzollern, sondern primär ein Hymnus auf die Jugend, die Anmut und die Schönheit. Die aufrecht stehende, fernhin blickende Luise kontrastiert in reizvoller, hintergründiger Weise mit ihrer jüngeren, etwas koketteren Schwester Friederike; das beide Figuren verbindende Moment liegt aber nicht nur in dem Umgreifen des Armes von Luise und im vertraulichen Berührungsmotiv der Hände, sondern auch im Aneinanderlehnen, in der pyramidalen Gesamtform und in der vereinheitlichenden Behandlung der antikisierenden Gewänder. Das Gipsmodell (B I 76) der Gruppe diente zur Übertragung in Marmor, die weitgehend Schadows Gehilfe Claude Goussaut ausführte, während der Meister selbst sich die Vollendung der Gesichter und der Arme vorbehielt. Auf der Grundlage des Modells wurden auch kleinformatige Ausformungen in Biskuitporzellan hergestellt. Ursprünglich sollte die Gruppe nur in diesem Material in verkleinertem Maßstab verwirklicht werden. Erst nachdem der Kurator der Akademie der Künste, Friedrich Anton Freiherr von Heinitz, sich nachdrücklich beim preußischen König für eine lebensgroße Übertragung in das edle, zeitlose und freilich auch teurere Material des weißen Marmors verwendet hatte, kam diese zustande. Dies war sicherlich auch ein Ausdruck dafür, daß sich Schadow und sein Protektor Heinitz mit den seit Winckelmann gefeierten Skulpturen der Antike messen wollten, die bekanntlich in Marmorkopien überliefert waren und als künstlerische Normen verstanden wurden. So wurde das Werk auch zu einem Sinnbild der preußischen Kunstpflege – schon die Widmungsinschrift an der Plinthe macht das deutlich (zu deutsch: Im elften Jahr der Regierung Friedrich Wilhelms II.) – und des preußischen Anspruchs auf Erfüllung höchster künstlerischer Normen. Allerdings gehört es zur Ironie der Geschichte, daß lange Zeit (bis ins frühe 20. Jahrhundert) der Marmor magaziniert blieb, während das Modell sich bereits in der Nationalgalerie befand. Seit 1801/02 im Berliner Schloß, befand sich das Werk 1856 im "Boisierten Zimmer" in den sogenannten "Petit-Kammern", wo auch das "Liegende Mädchen" von Schadow aufgestellt war. Nach den starken Zerstörungen des Schlosses kam es 1949 in das Hauptgebäude der Nationalgalerie. | Bernhard Maaz

Amphitrite

Amphitrite

Max Klingers von sublimer Kühle bestimmte, lebensgroße Statue einer strengen, in die Ferne Schauenden wird als "Amphitrite" betitelt, was so viel bedeutet wie "Die Meerumrauschte" oder "Die Meeresgöttin". Doch Klingers Skulptur steht keineswegs in der Tradition klassizistischer Idealschöpfungen und Götterstatuen, sondern verkörpert eine moderne Frau mit Anklängen an die Femme fatale, unergründlich, unnahbar und unerfahrbar. Das leichte Gewand, das von den Hüften herab die Beine umfängt und den Schoß freigibt, hemmt das latente Schreitmotiv. So bleibt die auffällige Säulenhaftigkeit, die aus der Torsoform ohne Arme resultiert, vorherrschend. Die Skulptur entstand aus zwei verschiedenen Gesteinsblöcken: der Oberkörper aus griechischem (parischem) Marmor und die Bein- und Gewandpartie aus Carraramarmor. Der erstgenannte Stein diente zuvor auf der Insel Syra als Treppenstufe. Wenngleich es sich also um eine polylithe, also aus verschiedenen Gesteinsarten montierte Skulptur handelt, erweist sich der Kontrast zwischen den Materialien als verhältnismäßig zurückhaltend. Andere Skulpturen von Klinger und seinen Zeitgenossen spielen die Reize der kostbaren Materialvielfalt weit demonstrativer aus. Klinger konzentrierte sich hier aber darauf, die Unterschiede in der Körnung und in der Temperatur des Farbtons zwischen dem parischen und dem carrarischen Stein zu nutzen. Lediglich durch farbige Tönung differenzierte er die Wirkung weiter aus: Im Kopfbereich finden sich Reste von blauer und roter Tönung, die Augen sind schwarz aufgemalt; andere Farben – etwa im Bereich des Gewandes - gingen hingegen durch unsachgemäße Reinigungen verloren. Die Statue gehört zu jenen polychromen und polylithen Werken, mit denen der Graphiker und Maler Klinger vor allem seit den 1890er Jahren großen Ruhm auch als Bildhauer erlangte und womit er einer gesamteuropäischen Strömung in der Skulptur jener Jahrzehnte folgte. Möglicherweise war Klingers Schöpfung zumindest thematisch von jener "Amphitrite" angeregt, die Marius-Jean-Antonin Marcié bereits 1878 für einen silbernen Tafelaufsatz schuf, die dann auch in Elfenbein, mit Gold, Silber, Perlen und Korallen geschmückt, ausgeführt wurde (Walters Art Museum, Baltimore) und 1900 auf der Pariser Weltausstellung zu sehen war. | Bernhard Maaz

Morgenandacht in einem holländischen Waisenhaus

Morgenandacht in einem holländischen Waisenhaus

Seit den 1860er Jahren rückte die realistische tonige Malerei der Haager Schule ins Interesse der deutschen Künstler. München wurde, nicht zuletzt durch die Erste Internationale Kunstausstellung 1869 im Glaspalast und die Ausstellungen der Münchner Secession, zu einem wichtigen Zentrum der Rezeption. Wie Max Liebermann, der 1872 erstmals nach Holland gereist war, zog es seit den 1880er Jahren zahlreiche deutsche Künstler nach Holland. Walter Firle hielt sich 1883 zu Studienzwecken dort auf. Die Komposition »Morgenandacht in einem holländischen Waisenhaus« entstand unmittelbar nach Firles Rückkehr und zeigt den Einfluß Jozef Israëls im gedämpften, tonigen Kolorit und der spezifischen Behandlung der Lichtverhältnisse. Da Firle in Holland kein originales Kostüm der Waisenhausmädchen zu erwerben vermocht hatte, ließ er sich ein ähnliches Kostüm nachnähen und fertigte das Gemälde nach Studien mit einheimischen Modellen im Münchner Atelier. Das stimmungsvolle Genrebild wurde 1886 bei der Jubiläumsausstellung in Berlin mit einer Goldmedaille ausgezeichnet und von der Kritik begeistert aufgenommen – zu einer Zeit, da Liebermanns spröde Ansichten noch abgelehnt wurden. Firle, so Friedrich Pecht, zeigt »uns die singenden Mädchen von einem Zauber der Jugend und Reinheit umflossen […], für den man sämtliche Odalisken und Italienerinnen der Ausstellung gerne dahin gäbe« (Die Kunst für Alle, 1. Jg., 1886, H. 22, S. 316). | Regina Freyberger

Deutschlands Kampf und Einigung in den Jahren 1870 und 1871. Karton zum Siegesdenkmalfries in sechs Teilen

Deutschlands Kampf und Einigung in den Jahren 1870 und 1871. Karton zum Siegesdenkmalfries in sechs Teilen

»Die unmittelbare Folge des Siegesvelariums war, daß der Erbauer der Siegessäule, Geheimer Hofbaurat Strack, mir den Auftrag erteilte, Entwürfe für ein Bild zu machen, das den Kern der Säule hinter der umgebenden Säulenkolonnade schmücken sollte. Als Motiv hatte der Kaiser angegeben: ›Die Rückwirkung des Kampfes gegen Frankreich auf die Einigung Deutschlands‹ (Allerhöchste Kabinettsorder d.d. Versailles, 12. Februar 1871)« (A. von Werner, Erlebnisse und Eindrücke, Berlin 1913, S. 64). Anton von Werner führte zunächst eine vorläufige Version in Öl auf Leinwand in Originalgröße aus, die das Denkmal zur Einweihung am 2. September 1873 an der vorgesehenen Stelle vollkommen umspannte. Seit Frühjahr 1873 aber bemühte er sich um die Genehmigung, seinen Entwurf in ein Mosaik umsetzen lassen zu dürfen, einem so kostbaren wie teuren Material. Mit Hilfe der Kronprinzessin und der Großherzogin von Baden erlangte er die kaiserliche Genehmigung zu dieser kostspieligen Lösung. Über die Herstellung des riesigen Leinwandbildes, das erst später in die heutigen sechs Teile getrennt wurde, berichtete er in seinen Erinnerungen: »Ich mußte nun die Arbeit an der inzwischen aufgezeichneten Proklamierung [ehemals Berliner Stadtschloß, Kriegsverlust] einstellen und die 75 Fuß lange Leinwand für den Siegesdenkmalsfries in meinem Atelier vor dem Proklamierungsbilde, das 25 Fuß breit und 14 Fuß hoch war, aufstellen. Es geschah, da mein Atelier am Karlsbad 21 doch nicht groß genug war, um einer solchen Fläche Raum zu bieten, derart, daß das Bild auf zwei Walzen rechts und links aufgerollt wurde und jedesmal, wenn ich mit der Fläche von 25 Fuß fertig war, diese nach links weiter auf die linke Walze gerollt und von der rechten Walze die unbemalte Leinwand herausgezogen wurde« (ebd., S. 74). Der Entwurf auf Leinwand blieb bis zum Oktober 1873 an der Siegessäule, danach begann das Herumreichen des übergroßen Bildes: Zunächst wurde es in der Königlichen Akademie ausgestellt, wo Werner es einer nochmaligen Überarbeitung unterzog. Im Mai 1874 schickte Werner die Bildrolle an die Firma Salviati nach Venedig zur Ausführung als Mosaik, nachdem er zuvor auf Wunsch Wilhelms I. einige Änderungen vorgenommen hatte. Das Kultusministerium legte fest, daß das Bild nach seiner Rückkehr der Nationalgalerie zu übergeben sei (vgl. SMB-ZA, I/NG 2035). Es traf am 13. September 1875 in der Nationalgalerie ein, wurde 1876 auf die Kunst- und Kunstindustrieausstellung nach München geschickt und danach per Order vom 30. Oktober 1876 an das Schlesische Museum der bildenden Künste in Breslau abgegeben. In dessen Katalog von 1926 ist das Gemälde ausführlich beschrieben (Schlesisches Museum der Bildenden Künste, Breslau 1926, Kat.-Nr. 781, S. 270 f.). 1954 kamen die nunmehr sechs Bilder als Teil des sogenannten Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR wieder an die Nationalgalerie zurück. Seit 1991 waren sie als Dauerleihgabe zunächst im Berlin Museum zu sehen, seit 2004 befinden sie sich im Deutschen Historischen Museum, Berlin. | Angelika Wesenberg