Logo

Panthergruppe

Ident. Nr.: B II 104

ObjID: obj:968107

Details (expert)

Creator/Entity
Paul Kratz (1884 - 1958),
Bildhauer*in
Date(s)
um 1915-1925
Provenance
Alfred Neumann,
367785
Übereignung: Dresdner Bank, Filiale Frankfurt am Main,
bis 15.8.1935
Kauf: Reichsfinanzministerium und Reichsministerium für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung,
ab 15.8.1935
Material / Technique
Bronze
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 23 x 62 x 195 cm
Acquisition
1935 vom Preußischen Staat aus den Kunst-Beständen der Dresdner Bank angekauft und an die Staatlichen Museen zu Berlin überwiesen, Vorbesitz Alfred Neumann, Frankfurt am Main

Object Description

Für eine Kleinplastikgruppe ungewöhnlich verband Kratz die beiden Panther nicht über eine gegossene Terrainplinthe miteinander, sondern setzte die Tiere auf einer Marmorplatte zu einer Gruppe zusammen. Die dadurch erzeugte Unmittelbarkeit und Vereinzelung der Raubkatzen wird durch ihr gegenläufiges Haltungsmotiv aufgefangen. Reckt sich der eine Panther mit weit aufgerissenem Maul in einer konkaven Aufwärtsbewegung nach oben, so neigt sich sein Gegenpart in einer konvexen Haltung nach unten. Kratz hatte bei Friedrich Hausmann am Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main Bildhauerei studiert und war anschließend in der Klasse Peter Christian Breuers an der Berliner Hochschule für die bildenden Künste eingeschrieben. Für seinen Lebensunterhalt verdingte er sich jedoch überwiegend als Bauplastiker, woraus auch seine ungewöhnlich monumentale Komposition der kleinformatigen „Panthergruppe“ resultieren mag. Bei einigen Projekten wie der baukünstlerischen Ausgestaltung von Gotenhafen (heute Gdynia) arbeitete er zusammen mit seiner Frau, der Bildhauerin und Malerin Gretl Kratz-Hanow. | Yvette Deseyve

Last updated: 19.08.2026

Contact

Institution:

Alte Nationalgalerie

Email:

n/a

Additional items from the collections

Sockel der Prinzessinnengruppe

Sockel der Prinzessinnengruppe

Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE Der Sockel zum Gipsmodell der Prinzessinnengruppe (Inv.-Nr. B I 76) mit seiner Marmor imitierenden Bemalung ist bis auf die beiden Inschrifttafeln dunkel gehalten und greift die Wirkung des Marmorsockels (siehe Inv.-Nr. B II 34) auf. Er wurde 1912 vom damals noch im Schloss aufgestellten Marmor der Prinzessinnengruppe abgegossen und für die Präsentation des Originalgipsmodells in der Nationalgalerie genutzt. Dieser Sockel erlitt einige gravierende mechanische Beschädigungen und wies deutliche Alterungsspuren auf, so etwa im Bereich der Rosen, die über innenliegenden Drahtschlaufen anmodelliert wurden, die sich aufgrund von Korrosion auf der Oberfläche abzeichnen, sowie hinsichtlich der Farbfassung. Er konnte 2022 restauriert werden und trägt nun wieder das Originalgipsmodell des Doppelstandbilds Luise und Friederike von Preußen. Die Inschriften sind in den weichen Gipsgrund geritzt und bezeichnen die beiden Dargestellten " Normal 0 21 false false false DE X-NONE X-NONE /* Style Definitions */ table.MsoNormalTable {mso-style-name:"Normale Tabelle"; mso-tstyle-rowband-size:0; mso-tstyle-colband-size:0; mso-style-noshow:yes; mso-style-priority:99; mso-style-parent:""; mso-padding-alt:0cm 5.4pt 0cm 5.4pt; mso-para-margin-top:0cm; mso-para-margin-right:0cm; mso-para-margin-bottom:8.0pt; mso-para-margin-left:0cm; line-height:107%; mso-pagination:widow-orphan; font-size:11.0pt; font-family:"Calibri",sans-serif; mso-ascii-font-family:Calibri; mso-ascii-theme-font:minor-latin; mso-hansi-font-family:Calibri; mso-hansi-theme-font:minor-latin; mso-bidi-font-family:"Times New Roman"; mso-bidi-theme-font:minor-bidi; mso-fareast-language:EN-US;} LOVISA CONIUX/PRINCIP. HERED/REGN. BORUSS." (Luise, Ehefrau des erblichen Herrschers des Königshauses Preußen) sowie "FRIEDERICA/CONIUX LUDOV./REG. BORUSS. FILI" (Friederike, Ehefrau des Königssohnes Ludwig)  | Yvette Deseyve, Bernhard Maaz

SS. Giovanni e Paolo in Venedig

SS. Giovanni e Paolo in Venedig

Der 1807 in Erfurt geborene Friedrich Nerly wuchs nach dem frühen Tod seines Vaters ab 1815 beim Bruder seiner Mutter in Hamburg auf. Der Onkel erkannte Nerlys künstlerische Begabung und förderte ihn. Er wurde Lehrling in der lithographischen Werkstatt von Heinrich Joachim Herterich und Johann Michael Speckter. Dort lernte der junge Nerly den Mäzen Freiherr Carl Friedrich von Rumohr (1785-1843) kennen. Die Begegnung mit dem weitgereisten und bestvernetzten Kunsthistoriker, Kunstpädagogen und Amateurkünstler wurde für Nerly prägend. Rumohr nahm ab 1823 den 16-Jährigen zur weiteren Ausbildung bei sich auf Gut Rothenhausen bei Lübeck auf.1827 begleitete Nerly seinen Mentor auf einer Reise durch Deutschland, u.a. nach Dresden und München. In Weimar besuchten sie Goethe. Im Frühjahr ging es nach Italien. Da Rumohr nach Deutschland zurückkehren musste, traf Nerly im Dezember 1828 ohne seinen Mäzen in Rom ein. Von dort aus bereiste der Maler in den nachfolgenden Jahren verschiedene Regionen Italiens. Der mit dem Namen „Nehrlich“ geborene Künstler nannte sich fortan „Nerly“. 1837 besuchte Nerly Venedig. Die Stadt am Meer mit ihren großartigen Bauwerken, den alten Palästen, Kirchen und Plätzen, mit ihren zahlreichen Brücken und Kanälen, muss ihn fasziniert haben. Im Januar 1838 bezog Nerly eine Wohnung im Palazzo Pisani am Campo San Stefano, wo er über vierzig Jahre wohnen, arbeiten und Gäste empfangen sollte. Er spezialisierte sich erfolgreich auf venezianische Stadtansichten. Die Ansicht der „Piazzetta in Venedig bei Mondschein“ wurde sein berühmtestes und am meisten nachgefragtes Werk. Nerly porträtierte nicht nur bekannte Gebäude und Plätze, als einer der ersten malte er die Lagune, den noch unerschlossenen Lido und viele unscheinbare Winkel Venedigs. Er wurde der prominenteste in Venedig ansässige ausländische Maler. In den Reisehandbüchern wurde Nerlys Atelierwohnung als Anlaufstelle für Kunstinteressierte empfohlen. Nerly erfand nicht nur ein neues Bild der Lagunenstadt, sondern begründete auch die venezianische Freilichtmalerei. In dem großformatigen, repräsentativen Gemälde hat der Maler eine Ansicht der Kirche SS. Giovanni e Paolo ins Zentrum gerückt (auch San Zanipolo genannt). Der knapp 100 Meter lange Bau zählt zu den größten und bedeutendsten Gebäuden der Venezianischen Gotik. Er wurde die Grablege der Dogen. Links neben der Kirche ist die prächtige Fassade der um 1500 errichteten Scuola di San Marco dargestellt. Rechts auf dem Platz vor den Gebäuden steht auf einem hohen vom Sonnenlicht beschienenen Sockel das bronzene Reiterdenkmal des Condottiere Bartolomeo Colleoni von Andrea del Verrocchio. Nerly hat die Ansicht vom Wasser aus aufgenommen. Auf dem Kanal sind Händler mit Schiffen und Booten unterwegs, an der Ufermauer liegen Gondeln. Auf dem Platz herrscht geschäftiges Treiben, mehrere Besucher strömen zum Eingang der Kirche. Nerly hat die reich verzierten Fassaden der historischen Bauten im Wechsel von Licht und Schatten subtil erfasst. Unter einem fast wolkenlosen blauen Himmel entfalten sich Pracht und Würde der geschichtsträchtigen Gebäude Venedigs.1850 war das Gemälde auf der Berliner Akademieausstellung zu sehen, mit dem Hinweis im Katalog: „Im Besitz Sr. Maj. des Königs“ (Kat. 1249). Ein Jahr zuvor, im Jahr der Vollendung 1849, hatte Friedrich Wilhelm IV. das Werk erworben. Wohl in Erinnerung an seine Venedigaufenthalte war von ihm das Bild beim Maler bestellt worden. 1876 wurde das Gemälde anlässlich der Eröffnung der Nationalgalerie auf der Museumsinsel aus der kaiserlich-königlichen Sammlung an das Museum überwiesen (Vgl. NG-Kat. 1876, S. 148).Eine Vorzeichnung befindet sich im Metropolitan Museum New York (SS. Giovanni e Paolo in Venedig mit dem Reiterstandbild des Bartolommeo Colleoni von Verrocchio, Bleistift, 37,7 x 46,3 cm, Inv.-Nr. 2008.198, Metropolitan Museum New York). Eine Teilansicht in Aquarell wird im Angermuseum Erfurt bewahrt (1849, Aquarell, 74,7 x 55,1, cm, Angermuseum Erfurt, Inv.-Nr. 3028).| Birgit Verwiebe

Totenmaske Adolph Menzel

Totenmaske Adolph Menzel

Adolph Menzel (1815–1905) gilt als bedeutendster und vielseitigster Vertreter des Realismus in der deutschen Malerei des 19. Jahrhunderts. Die markante Physiognomie des schon zu Lebzeiten hochgeehrten, in Berlin lebenden Künstlers war stadtbekannt, unter anderem durch die vielgelobte Bildnisbüste, die der mit Menzel befreundete Begas anlässlich von dessen 60. Geburtstag 1875 geschaffen hatte und die im folgenden Jahr von der Nationalgalerie erworben worden war (B I 19). Dass gerade der kleinwüchsige Menzel zu den meistfotografierten und -porträtierten Künstlerpersönlichkeiten seiner Zeit gehörte, lag nicht zuletzt an ihm selbst, denn der für seine Eitelkeit bekannte Maler kultivierte und ironisierte sein Image bereitwillig. Als er im Alter von fast neunzig Jahren am Morgen des 9. Februar 1905 starb, war es wiederum der langjährige Freund und Künstlerkollege, der noch am selben Tag die Totenmaske abnahm. Aus der Versteigerung von Begas’ Nachlass im Berliner Auktionshaus Heilbron gelangten Abgüsse von Totenmaske und Händen (B II 383 a) 1912 in die Nationalgalerie. Die Erwerbung entsprach der immensen Wertschätzung Menzels, der schon damals mit zahlreichen Zeichnungen und Gemälden in der Sammlung vertreten war. Laut Versteigerungskatalog existierten von der Maske mehrere Reproduktionen in Gips. Weitere Exemplare haben sich in der Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin erhalten, die noch heute Abgüsse herstellt. | Wolfgang Cortjaens