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Bildnis Richard Wagner

Ident. Nr.: A I 765

ObjID: obj:968188

Details (expert)

Involved
Franz von Lenbach (1836 - 1904),
Maler*in
Dating
um 1878
Provenance
Hermann Levi, München/Partenkirchen,
13.5.1900
Nachlass/Vermächtnis: Mary Levi(-Fiedler-Balling), München/Partenkirchen,
13.5.1900 - 7.7.1902 (Vorlaßvertrag mit dem preußischen Staat)/10.3.1919
Material / Technique
Öl auf Holz
Dimensions
Höhe x Breite: 71,5 x 55,5 cm

Object Description

Nicht so zahlreich wie Bismarck, aber doch oft hat Lenbach den Komponisten und Kapellmeister Richard Wagner (1813–1883) gemalt, die wachsende Wagnergemeinde garantierte steten Absatz. Lenbach selbst war kein Wagnerianer, wie aus etlichen seiner Äußerungen hervorgeht, aber Wagner schätzte Lenbach. An Friedrich Nietzsche schrieb er 1872 nach der Lektüre von dessen »Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik«: »Zu Cosima sagte ich, nach ihr kämen gleich Sie; dann lange kein anderer bis zu Lenbach, der ein ergreifend richtiges Bild von mir gemacht hat!« (Richard Wagner in seinen Briefen, Stuttgart 1907, S. 69).
Im Dezember 1871 hatte Wagner an mehreren Tagen in München bei Lenbach zu einem Porträt als Geschenk für Cosima Wagner Modell gesessen. Arnold Böcklin und der Bildhauer Lorenz Gedon nutzten diese Sitzungen für eigene Studien des Komponisten. Keines der damals konzipierten Werke wurde vollendet. Lenbach sandte vorerst ein Profilbild mit Barett, als Skizze bezeichnet, an Richard Wagner (Privatbesitz). Das als ›ergreifend richtige Bild‹ gelobte Werk entstand nach einer kurz zuvor aufgenommenen Fotografie von Franz Hanfstaengl. In der Folgezeit malte Lenbach den Komponisten auch nach anderen Fotografien, die meist von Cosima Wagner in Auftrag gegeben und zur Verfügung gestellt wurden. So fertigte Lenbach um 1874 mehrere Bildnisse nach dem Brustausschnitt einer 1873/74 entstandenen Fotografie von Adolph von Gross, nach der es später auch eine Radierung von William Unger gab. Die mehrfache Ausführung erklärt, warum Lenbach 1898 für den geplanten Ankauf eines der Exemplare durch die Nationalgalerie (Inv.-Nr. A I 640) um die Bestätigung seiner Autorschaft auf der Rückseite des Bildes gebeten wurde.
Nach einer der etwa acht Aufnahmen aus der Serie des Londoner Fotoateliers Elliot & Fry vom Mai 1877 wiederum malte Lenbach umgehend ein Wagnerporträt für den Hofkapellmeister Hermann Levi (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A I 765). Niemand aus dem Umkreis Lenbachs und Wageners schien an dieser Art der Bildnisproduktion Anstoß genommen zu haben. Cosima Wagner schrieb am 28. August 1878 an Lenbach: »Kapellmeister Levy wird Ihnen erzählt haben dass ich durchaus wollte, dass er mir das Portrait schenkte das er von Ihnen erhalten. Er thut es aber nicht!« (zit. nach: M. Geck, Die Bildnisse Richard Wagners, München 1970, S. 151). | Angelika Wesenberg

Last updated: 27.04.2026

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Institution:

Alte Nationalgalerie

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Das Opfer Isaaks (oben). Abrahams Klage um Sarah (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

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Ganze Zyklen biblischer Landschaften sind das Hauptthema Schirmers in seinen letzten Lebensjahren, der Zeit seiner Lehrtätigkeit in Karlsruhe. 1855 und 1856 entstanden zunächst 26 Kohlezeichnungen mit alttestamentarischen Szenen vom Paradies bis zum Begräbnis Abrahams (Staatliche Kunsthalle Karlsruhe). Sie wurden in vielen größeren Städten Deutschlands mit Erfolg gezeigt. In einer zweiten Ausführung setzte er die Zeichnungen in Ölskizzen um (Museum Kunstpalast, Düsseldorf; Museum Georg Schäfer, Schweinfurt). Von 1859 bis Mai 1861 – das sechste Bild wurde erst 1862 vollendet – entstand sodann der in Ölmalerei ausgeführte Zyklus, der sich heute in der Nationalgalerie befindet. Schirmer widmete ihn allein der Geschichte Abrahams, in zwölf Bildern zu sechs Tafeln gerahmt. Dieser Zyklus wiederum wurde durch zwei Reihen von Ölskizzen kleineren Formats vorbereitet: einer aus elf Doppelbildern bestehend (Privatbesitz), der zweite aus neun Einheiten mit je einem kleinen Breitformat über und unter dem Hauptbild, also mit 27 Bildern im Ganzen (verschollen). Daneben entstanden zahlreiche Einzelstudien. In allen biblischen Zyklen Schirmers dominiert die Landschaft. »Die Staffage bietet nur das Motiv, das von der landschaftlichen Darstellung aufgenommen und künstlerisch durchgebildet wird, sie ist gewissermaßen der Text zur Melodie« (K. Schnaase, zit. nach: K. Zimmermann, Johann Wilhelm Schirmer, Saalfeld 1920, S. 45). Sinnbildhafte Beziehungen zwischen Landschaft und Begebenheit sind durch Art der Landschaft, Tageszeit, Stimmung sowie Lichtführung gegeben. Die Landschaften haben keinen einheitlichen geographischen Charakter, sie sind aus Eindrücken Italiens, Deutschlands, der Schweiz und Südfrankreichs zusammengesetzt. So hat Schirmer für den Hintergrund der »Vertreibung der Hagar« (Inv.-Nr. A I 7, oben) eine Skizze von der Italienreise 1840 mit Blick in den Park der Villa Borghese verwandt (Museum Kunstpalast, Düsseldorf). Auch für die Staffage griff Schirmer auf Vorbilder zurück. Einzelne Figuren und ganze Szenen entnahm er der zwischen 1852 und 1860 erstmals erschienenen »Bibel in Bildern« von Julius Schnorr von Carolsfeld (Inv.-Nr. A I 5, 7, 9, 10, jeweils oben), weil dessen »Darstellungen biblischer Handlungen, das tiefe kindliche Gemüt, alle anderen Erscheinungen dieser Art übertrifft« (Schirmer an Schnaase, zit. nach: ebd., S. 46). Für andere Figurengruppen waren die Loggien Raffaels in Rom Vorbild (Inv.-Nr. A I 5 und 6, jeweils unten). In der Art der Motivübernahme und in der Kombination von Landschaftsmalerei und Historiendarstellung in einem Zyklus besteht eine Beziehung zu Friedrich Preller (dem Älteren) und dessen »Odyssee«-Zyklen (vgl. z. B. die Fresken im Neuen Museum Weimar). Carl Schnaase bemängelte die Form des Doppelbildes, die eine innere Zusammengehörigkeit von Haupt- und Staffelbild erwarten ließe, wo doch nur ein zeitliches Nacheinander gemeint sei; als Entgegnung verwies Schirmer auf sein ursprüngliches Vorhaben, den Bildern angemessene Arabesken- und Ornamentfelder zur Gliederung beizugeben (vgl. ebd., S. 45 ff.).Der vorliegende Zyklus wurde erstmals 1861 in Köln ausgestellt – noch ohne das Doppelbild »Abrahams Bitte für Sodom« und »Die Flucht Lots« (Inv.-Nr. A I 6) – und wanderte dann durch die meisten großen Städte Deutschlands und Österreichs. In der Nationalgalerie fand er später Aufstellung in dem apsisartigen Raum an der Stirnwand des zweiten Corneliussaales, wie noch auf alten Fotos erkennbar. | Angelika Wesenberg

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Elieser und Rebecca am Brunnen (oben). Begräbnis Abrahams (unten). Aus dem Zyklus "Zwölf biblische Landschaften mit der Geschichte Abrahams"

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Gotische Kirche auf einem Felsen am Meer

Gotische Kirche auf einem Felsen am Meer

Während seiner ersten Reise nach Italien weilte Karl Friedrich Schinkel 1803 in Istrien, wo er auch den Küstenort Piran besuchte. Dessen am Meer gelegener Dom beeindruckte ihn: »Auf einem Felsen, der von der Stadt aus ins Meer sich streckt, steht der Hauptdom der Stadt und macht mit seinem hohen Turm […] eine herrliche Wirkung« (K. F. Schinkel, Reisen nach Italien, Berlin 1979, S. 38). 1813 begann Schinkel mit »Gotischer Dom am Wasser« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. A III 842) eine Reihe von Dom-Bildern; zwei Jahre später entstand »Gotische Kirche auf einem Felsen am Meer«. Dargestellt ist rechts eine Gruppe mittelalterlich gekleideter Herren, die auf einen Hafen zureiten. Soeben passieren sie ein am Wege stehendes gotisches Denkmal, das Schinkel der Hallenser Betsäule von 1455 nachempfand. Vom Meer scheint stürmischer Wind herüberzuwehen. Über dem Felsen am Wasser erhebt sich majestätisch eine Kathedrale, als sei sie dem Gestein entwachsen. Die tiefstehende Sonne bleibt dahinter verborgen, ihr Licht umstrahlt das filigrane Gebäude.Schinkels Dom-Bilder spiegeln die politische und geistige Situation in Deutschland während der Freiheitskriege. In dieser Zeit entwickelte der Künstler eine Vorliebe für altdeutsche Motive und die gotische Baukunst, von der damals angenommen wurde, sie sei deutschen Ursprungs. Mit dem Erwerb des Gemäldes im Entstehungsjahr 1815 begann der Berliner Bankier Joachim Heinrich Wilhelm Wagener seine Sammeltätigkeit. Eine formatgleiche Kopie eines unbekannten Künstlers der Schinkel-Zeit befindet sich in Privatbesitz. | Birgit Verwiebe

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Inneres der Westminster Abbey, London

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1858 erwarb Wagener noch einmal ein Bild von Ainmüller, sein bislang größtes. Im folgenden Jahr wird er sein Testament machen und einen letzten Ankauf tätigen. Die Darstellung aus der Westminster Abbey beweist einmal mehr die stupende Technik des bei Friedrich von Gaertner in München und als Porzellanmaler ausgebildeten Ainmiller. Sein Haupttätigkeitsfeld lag seit 1828 bei der bayerischen Glasmalereianstalt, administrativ, technisch und künstlerisch. Erst daneben war er als begeisterter Architekturmaler tätig – und zu seinen Lieblingsmotiven zählten die großen Kirchen Londons.Eine erste, sehr ähnliche Fassung von 1844, »Chor der Westminster Abbey«, befindet sich in der Sammlung des Fürstenhauses Thurn und Taxis, Regensburg (vgl. U. Staudinger, Die »Bildergalerie« Maximilian Karls von Thurn und Taxis, Kallmünz 1990, Nr. 25). Hier ist ein Blick in das nördliche Seitenschiff des Chors gegeben. Rechts ist das Denkmal Heinrichs III. in Form einer Tumba zu sehen, links die Kapelle des heiligen Paulus, in der Mitte der Zugang zur prachtvollen Kapelle Heinrichs VII., 1502 bis 1520 erbaut, davor die reich skulptierte Grabkapelle Heinrichs V. »Andere Denkmäler der neueren Zeit sind, als mit dem gothischen Styl der Kirche im Widerspruch, von dem Künstler unterdrückt worden«, vermerkt der Katalog der Sammlung Wagener zustimmend. (Verzeichniss der Gemälde-Sammlung des J. H. W. Wagener, Berlin 1861, S. 5, Nr. 10). Alle Bilder von Ainmiller der Sammlung Wagener sind in München gemalt (vgl. ebd., S. 4–6), nach Studien der Reise von 1841 sicher, aber wohl auch nach graphischen, vielleicht auch schon fotografischen Vorlagen; sie folgen einem Ideal, wie der Hinweis auf das nicht Dargestellte uns zeigt. | Angelika Wesenberg