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Our Thing (Lives of the Engineers)

Ident. Nr.: NG 1/73

ObjID: obj:968296

n/a

Details (expert)

Involved
R. B. Kitaj (1932 - 2007),
Künstler*in
Dating
1969
Material / Technique
Holz, Kunststoff, Kork, Stoff und Metall
Dimensions
Höhe x Breite x Tiefe: 164 x 168 x 60 cm

Object Description

Wie Andy Warhol, Robert Rauschenberg und andere Künstler dieser Generation nahm Kitaj 1969 an dem Programm „Art and Technology“ des Los Angeles County Museum of Art teil, in dessen Rahmen Kunstschaffende und Unternehmen der Region miteinander in Kontakt kommen sollten. Bereits seit einiger Zeit hatte Kitaj historische Stiche und Fotografien zur frühen Industrialisierung gesammelt. Nun nutzte er einzelne Motive, um in Zusammenarbeit mit der Modellbauwerkstatt des Flugzeugherstellers Lockheed in Burbank, Kalifornien, mehrere Objekte für eine Rauminstallation herzustellen. Zu dem Projekt „Lives of the Engineers“ (Leben der Ingenieure), dessen Titel drei 1861/1862 erschienenen Bänden von Samuel Smiles entnommen war, zählt auch „Our Thing“ (Unser Ding). Die Konstruktion aus zwei miteinander verbundenen Elementen geht zurück auf eine Darstellung vom Bau eines Leuchtturms vor der schottischen Küste zwischen Dundee und Aberdeen. Diese war abgebildet im Bericht des Architekten Robert Stephenson „An Account of the Bell Rock Lighthouse“ (London 1824, Taf. IX, Abb. 2) und zeigt den Zustand im August 1809. Zu sehen ist der glockenförmige Fuß des Turms, auf dem ein Kran mit Seilen gesichert ist. Daneben steht ein Teil des provisorischen Beacon House, in dessen offenem Erdgeschoss der Mörtel angerührt wurde. Über eine Leiter gelangten die Ingenieure und Arbeiter in die oberen Geschosse. Strickleiter und Seilzug stellten die Verbindung zur Baustelle her. An dem Bild faszinierte Kitaj dessen Rätselhaftigkeit bei gleichzeitiger Suggestion industrieller Aktivität. | Dieter Scholz

Last updated: 19.12.2025

Contact

Institution:

Neue Nationalgalerie

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Atelierecke

Atelierecke

Von 1922 bis 1928 studierte Anhalt Malerei an der Kasseler Kunstakademie. Noch in dieser Zeit stellte er 1926 in der „Herbstschau hessischer Kunst“ aus. Dort erwarb der preußische Oberpräsident Rudolf Schwander aus Mitteln des Kultusministeriums zur Unterstützung lebender Künstler sein Gemälde „Atelierecke“. Das Werk blieb in Hessen, wo es spätestens 1930 als Leihgabe in das Kunsthistorische Museum der Universität Marburg gelangte; inventarisiert wurde es jedoch in der Nationalgalerie. Das war in jener Zeit üblich bei Kunstankäufen der Oberpräsidenten, die Mittel des Ministeriums erhielten. Die von Schwander erworbenen Werke wurden in mehreren hessischen Institutionen aufbewahrt. Im Jahr 1930 befanden sich dort bereits 34 als im Besitz der Nationalgalerie geführte Arbeiten in unterschiedlichen Museen und staatlichen Büroräumen (vgl. SMB-ZA, I/NG 211). „Atelierecke“ verblieb bis 1966 in Marburg und wurde dann an die West-Berliner Nationalgalerie gegeben. Im Mittelpunkt des Gemäldes stehen zwei Staffeleien: Eine ist leer, auf der anderen befinden sich zwei noch unvollendete, schemenhaft gemalte Bilder vor einem Fenster. Die Komposition ist aus leichter Untersicht angelegt. Die Betrachter:innen schauen durch die Fensterscheiben hinauf in einen hellen Himmel; im Gegenlicht wirken die Gegenstände im Raum dunkel. Schräges Sonnenlicht streift die leere Staffelei, das geöffnete Fensterfeld und den unteren Fensterrahmen. Rosa-, Gelb- und Orangetöne lockern die Farbpalette auf und verleihen der Studie eine impressionistische Wirkung. | Emily Joyce Evans

Melancholie (Reinhardt-Fries)

Melancholie (Reinhardt-Fries)

Durch den Berliner Theaterdirektor Max Reinhardt erhielt Munch 1906 den Auftrag zu einem Bilderfries für einen Saal im Obergeschoss der Kammerspiele. Es entstanden zwölf Gemälde, von denen neun heute zur Sammlung der Nationalgalerie gehören. Die anderen befinden sich im Essener Museum Folkwang, in der Hamburger Kunsthalle und in Osloer Privatbesitz. Ursprünglich waren die Werke unmittelbar unter der 4,70 Meter hohen Decke angebracht und bis 1912 dort zu sehen. Der Saal wurde mit einem Fest zu Silvester 1907 eingeweiht. Zwei Tage zuvor hatte Munch den fertigen Fries seinem Malerkollegen Emil Nolde sowie dem Hamburger Richter und Kunstsammler Gustav Schiefler gezeigt. Letzterer notierte am 29. Dezember 1907 in sein Tagebuch: „Munch deutete uns die Bilder: Es sind die alltäglichen Erlebnisse aus dem Landleben der norwegischen Küstenbewohner, die Mädchen versammeln sich am Strande und unterhalten sich, bis die jungen Burschen aus der Nachbarschaft in Bo[o]ten herangerudert kommen. Dann vereinigen sie sich zu Gesellschaftsspiel und Tanz. Endlich fahren sie wieder fort. Die Mädchen zerstreuen sich, aber eine sitzt in tiefer Schwermut versunken in einem roten Kleide am Strande“ (Edvard Munch und Gustav Schiefler, Briefwechsel, Band 1: 1902–1914, Hamburg 1987, S. 266, Nr. 368). Da die Gemälde für eine hohe Hängung konzipiert waren, verzichtete Munch auf detaillierte Binnenzeichnungen. Um den Eindruck einer Wandmalerei zu erzeugen, benutzte er spröde, kalkhaltige Kaseintempera und grobe, ungrundierte Leinwände, welche die Farbe stark aufsaugten. Raue Untergrundstruktur und matte Farbigkeit ergeben die Anmutung alter Fresken. Als Ort der Handlung wählte Munch den Åsgårdstrand, wo er ein Sommerhaus mit Blick auf den Oslofjord besaß. | Dieter Scholz

Frau am Tisch

Frau am Tisch

Seit den 1920er-Jahren beschäftigte Kaus sich intensiv mit dem Motivkomplex Interieur mit weiblichem Modell und entwickelte ihn kontinuierlich weiter, wobei sich bestimmte, stets klar konturierte Objekte, wie etwa Möbelstücke, wiederholen. „Frau am Tisch“ entstand 1949, als Kaus nach der Diffamierung seines Œuvres durch die Nationalsozialisten und der Zerstörung seines Ateliers bei einem Bombenangriff auf Berlin seine Lehrtätigkeit wiederaufgenommen und eine Professur an der dortigen Hochschule für bildende Künste erhalten hatte. Sind Kaus’ frühere Interieurs häufig Ausdruck von Harmonie und Ruhe, so drücken jene der Nachkriegszeit eher eine problematische persönliche Konstellation aus. Das vorliegende Gemälde zeigt eine blasse Frau, deren linke Gesichtshälfte verschattet ist, leicht vorgebeugt in einem Sessel sitzend. Vor ihr steht ein Tisch mit Papieren bedeckt und einer schwer zu fassenden grauen Plastik. Über die Rückenlehne eines leeren Stuhls hinweg scheint der Blick der Dargestellten ins Leere zu gehen. Denkt sie an ihr abwesendes Gegenüber? Eine offene Tür gibt zudem partiellen Einblick in einen weiteren, im Gegensatz zu jenem im Vordergrund hellen Raum. Ein runder Tisch mit einem Spiegel darüber ist zu erkennen sowie eine kleine Skulptur, die von Kaus’ Künstlerkollegen Bernhard Heiliger stammen könnte. Gedämpfte Rot-, Grün- und Grautöne bestimmen die Komposition. Genauso wie die strukturierenden Horizontalen und Vertikalen und die ornamentalen Linien verbinden diese Farben Person und Gegenstände zu einem melancholischen Ganzen. | Lisa Hackmann

Sonnenblume (Reinhardt-Fries)

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Durch den Berliner Theaterdirektor Max Reinhardt erhielt Munch 1906 den Auftrag zu einem Bilderfries für einen Saal im Obergeschoss der Kammerspiele. Es entstanden zwölf Gemälde, von denen neun heute zur Sammlung der Nationalgalerie gehören. Die anderen befinden sich im Essener Museum Folkwang, in der Hamburger Kunsthalle und in Osloer Privatbesitz. Ursprünglich waren die Werke unmittelbar unter der 4,70 Meter hohen Decke angebracht und bis 1912 dort zu sehen. Der Saal wurde mit einem Fest zu Silvester 1907 eingeweiht. Zwei Tage zuvor hatte Munch den fertigen Fries seinem Malerkollegen Emil Nolde sowie dem Hamburger Richter und Kunstsammler Gustav Schiefler gezeigt. Letzterer notierte am 29. Dezember 1907 in sein Tagebuch: „Munch deutete uns die Bilder: Es sind die alltäglichen Erlebnisse aus dem Landleben der norwegischen Küstenbewohner, die Mädchen versammeln sich am Strande und unterhalten sich, bis die jungen Burschen aus der Nachbarschaft in Bo[o]ten herangerudert kommen. Dann vereinigen sie sich zu Gesellschaftsspiel und Tanz. Endlich fahren sie wieder fort. Die Mädchen zerstreuen sich, aber eine sitzt in tiefer Schwermut versunken in einem roten Kleide am Strande“ (Edvard Munch und Gustav Schiefler, Briefwechsel, Band 1: 1902–1914, Hamburg 1987, S. 266, Nr. 368). Da die Gemälde für eine hohe Hängung konzipiert waren, verzichtete Munch auf detaillierte Binnenzeichnungen. Um den Eindruck einer Wandmalerei zu erzeugen, benutzte er spröde, kalkhaltige Kaseintempera und grobe, ungrundierte Leinwände, welche die Farbe stark aufsaugten. Raue Untergrundstruktur und matte Farbigkeit ergeben die Anmutung alter Fresken. Als Ort der Handlung wählte Munch den Åsgårdstrand, wo er ein Sommerhaus mit Blick auf den Oslofjord besaß. | Dieter Scholz

Bildnis Joachim Ringelnatz

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In den 1920er-Jahren fertigte Sintenis zahlreiche Bildnisse an. Diese waren sowohl Auftragsarbeiten als auch Porträts von Freunden und Bekannten. So modellierte sie etwa Bildnisse des Bankiers Hugo von Oppenheim (WVZ Berger/Ladwig 2013, 067), der Frau von Mendelssohn (WVZ Berger/Ladwig 2013, 068), des Schriftstellers Hans Siemsen (WVZ Berger/Ladwig 2013, 053) oder ihres Mannes, des Künstlers Emil Rudolf Weiß (NG 61/81). Auch von dem Schriftsteller, Kabarettisten und Maler Joachim Ringelnatz (1883–1934), mit dem sie befreundet war, fertigte sie 1923 eine Kopfstudie an. Seit Beginn der 1920er-Jahre tingelte Ringelnatz als kabarettistischer Seemann „Kuttel Daddeldu“ durch alle großen Städte Deutschlands sowie durch Prag, Zürich und Wien. Unter anderem trat er regelmäßig in Berlin auf den Kleinkunstbühnen der Stadt auf. Ringelnatz und Sintenis hatten sich 1922 auf einem Berliner Künstlerball kennen- und schätzen gelernt. Nur ein Jahr später fertigte Sintenis das ausdrucksstarke Bildnis des Künstlers an. Gekonnt hat sie dessen markante Gesichtszüge festgehalten, die charakteristische Nase und die abstehenden Ohren. Das ganze Gesicht ist sehr lebendig modelliert, was dem Porträt zum einen etwas Skizzenhaftes verleiht, zum anderen das unruhige Wesen des Künstlers spiegelt. Eindrücklich gelang es Sintenis, Ringelnatz’ Persönlichkeit, seine innere Gespaltenheit, Verletzlichkeit ebenso wie seinen Schalk und Charme in all ihren Widersprüchlichkeiten in Ton zu fassen. | Maike Steinkamp

Die Ardennenschlacht

Die Ardennenschlacht

Quer zu den Betrachter*innen liegt splitternackt ein Mann mit weit aufgerissenen Augen, den Kopf nach hinten und zur Seite gekippt, mit verkrampften Füßen auf einem Teppich, der über einem Abgrund zu schweben scheint. Durch den Stahlhelm, der auf dem Bauch des Liegenden ruht, ist er als Soldat ausgewiesen. Im Vordergrund ist eine leuchtend gelbe Trompete platziert. Wie in einem Albtraum bricht ein Stoßtrupp Soldaten in die Szenerie ein, hinter ihnen ein blutroter Himmel. Inmitten dieser gesichtslosen Stahlhelmträger steht brüllend die Figur des wahnwitzigen Gauleiters Hanke aus dem Gemälde „Festung Breslau“ (vgl. A IV 304). Der Titel leitet sich ab von der letzten Großoffensive der Wehrmacht im Dezember 1944 in Frankreich, an der Heisig als junger Soldat der SS-Panzerdivision Hitlerjugend beteiligt war. Auffallend sind die selbstbildnishaften Züge des Dargestellten sowie des schlafenden Alter Ego unter dem Teppich. Wie in parallel entstandenen Gemälden meint Heisig hier den unbelehrbaren Soldaten und spielt damit auf sich selbst an, der sich als „Freiwilliger“ zur Waffen-SS-gemeldet hatte. Das vermeintliche Kriegsabenteuer entpuppte sich als Albtraum. Heisig zeigt sich nackt und hilflos, aber dabei dennoch als unverbesserlichen Militaristen, der selbstvergessen mit dem Eisernen Kreuz am schwarz-weiß-roten Band spielt, während er mit der Rechten einen Spielzeugpanzer über seinen Bauch rollen lässt. Heisig will dem Publikum einen Begriff vom Irrsinn des Krieges vermitteln, den er selbst vor seinen Erlebnissen im Schützengraben nicht hatte. | Eckhart J. Gillen