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Deutschlands Kampf und Einigung in den Jahren 1870 und 1871. Karton zum Siegesdenkmalfries in sechs Teilen

Ident. Nr.: A III 783

ObjID: obj:968409

Details (expert)

Creator/Entity
Anton von Werner (1843 - 1915),
Maler*in
Date(s)
1873
Provenance
Königliche National-Galerie, Berlin,
30.10.1876
Überweisung: Schlesisches Museum der bildenden Künste, Breslau,
30.10.1876 - vor 1953
Material / Technique
Öl auf Leinwand
Dimensions
Höhe x Breite: 393 x 2345 cm
Acquisition
1954 Überweisung des Ministeriums für Kultur als Teil des Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR

Object Description

»Die unmittelbare Folge des Siegesvelariums war, daß der Erbauer der Siegessäule, Geheimer Hofbaurat Strack, mir den Auftrag erteilte, Entwürfe für ein Bild zu machen, das den Kern der Säule hinter der umgebenden Säulenkolonnade schmücken sollte. Als Motiv hatte der Kaiser angegeben: ›Die Rückwirkung des Kampfes gegen Frankreich auf die Einigung Deutschlands‹ (Allerhöchste Kabinettsorder d.d. Versailles, 12. Februar 1871)« (A. von Werner, Erlebnisse und Eindrücke, Berlin 1913, S. 64). Anton von Werner führte zunächst eine vorläufige Version in Öl auf Leinwand in Originalgröße aus, die das Denkmal zur Einweihung am 2. September 1873 an der vorgesehenen Stelle vollkommen umspannte. Seit Frühjahr 1873 aber bemühte er sich um die Genehmigung, seinen Entwurf in ein Mosaik umsetzen lassen zu dürfen, einem so kostbaren wie teuren Material. Mit Hilfe der Kronprinzessin und der Großherzogin von Baden erlangte er die kaiserliche Genehmigung zu dieser kostspieligen Lösung. Über die Herstellung des riesigen Leinwandbildes, das erst später in die heutigen sechs Teile getrennt wurde, berichtete er in seinen Erinnerungen: »Ich mußte nun die Arbeit an der inzwischen aufgezeichneten Proklamierung [ehemals Berliner Stadtschloß, Kriegsverlust] einstellen und die 75 Fuß lange Leinwand für den Siegesdenkmalsfries in meinem Atelier vor dem Proklamierungsbilde, das 25 Fuß breit und 14 Fuß hoch war, aufstellen. Es geschah, da mein Atelier am Karlsbad 21 doch nicht groß genug war, um einer solchen Fläche Raum zu bieten, derart, daß das Bild auf zwei Walzen rechts und links aufgerollt wurde und jedesmal, wenn ich mit der Fläche von 25 Fuß fertig war, diese nach links weiter auf die linke Walze gerollt und von der rechten Walze die unbemalte Leinwand herausgezogen wurde« (ebd., S. 74). Der Entwurf auf Leinwand blieb bis zum Oktober 1873 an der Siegessäule, danach begann das Herumreichen des übergroßen Bildes: Zunächst wurde es in der Königlichen Akademie ausgestellt, wo Werner es einer nochmaligen Überarbeitung unterzog. Im Mai 1874 schickte Werner die Bildrolle an die Firma Salviati nach Venedig zur Ausführung als Mosaik, nachdem er zuvor auf Wunsch Wilhelms I. einige Änderungen vorgenommen hatte. Das Kultusministerium legte fest, daß das Bild nach seiner Rückkehr der Nationalgalerie zu übergeben sei (vgl. SMB-ZA, I/NG 2035). Es traf am 13. September 1875 in der Nationalgalerie ein, wurde 1876 auf die Kunst- und Kunstindustrieausstellung nach München geschickt und danach per Order vom 30. Oktober 1876 an das Schlesische Museum der bildenden Künste in Breslau abgegeben. In dessen Katalog von 1926 ist das Gemälde ausführlich beschrieben (Schlesisches Museum der Bildenden Künste, Breslau 1926, Kat.-Nr. 781, S. 270 f.). 1954 kamen die nunmehr sechs Bilder als Teil des sogenannten Freundschaftsgeschenks der Volksrepublik Polen an die DDR wieder an die Nationalgalerie zurück. Seit 1991 waren sie als Dauerleihgabe zunächst im Berlin Museum zu sehen, seit 2004 befinden sie sich im Deutschen Historischen Museum, Berlin. | Angelika Wesenberg

Last updated: 28.08.2026

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Institution:

Alte Nationalgalerie

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Wenige Jahre vor Entstehung des Bildes »Heimkehr des Palikaren« wurde in Griechenland der Unabhängigkeitskrieg gegen die osmanische Fremdherrschaft (1821–1829) ausgetragen. Räuberbanden in den nordgriechischen Bergen, sogenannte Palikaren (oder Klephten), trotzten in diesem Krieg jahrzehntelang der türkischen Herrschaft durch Überfälle. In Volksliedern und Balladen besungen, wurden sie zu einem Mythos des griechischen Widerstands stilisiert, der bis in die 1830er Jahre fortlebte und auch in die Komposition von Eduard Magnus einfloß. Unberücksichtigt blieb dabei freilich die schon in den 1830er Jahren bekannte Tatsache, daß die Palikaren bei ihren blutigen Überfällen nicht zwischen Türken und Griechen unterschieden (vgl. J. M. Firmenich-Richartz, Die griechischen Palikaren, in: Das Ausland, ein Tagblatt, 6. Jg., 1833, H. 228, S. 909). Romantisierend und legendenkonform entwarf Magnus das Bild eines »den alt Homerischen Helden« ähnelnden heimkehrenden Familienvaters, ganz so wie Georg Ludwig von Maurer die Palikaren in seiner Abhandlung »Das griechische Volk« (Bd. 1, Heidelberg 1835, S. 499) beschrieb. Das Bild steht damit dem in den 1830er Jahren in der Malerei beliebten Räuber-Genre nahe, zu dem beispielsweise auch Theodor Hildebrandts »Der Räuber« von 1829 zählt (Nationalgalerie, Inv.-Nr. W.S. 91).Eduard Magnus, der im Gegensatz zu Peter von Hess oder Leo von Klenze nie nach Griechenland reiste, malte das Bild auf einer Studienreise in Paris. Inspiration für die Kostüme könnte er aus Choiseul-Gouffiers bekanntem Tafelwerk »Voyage pittoresque de la Grèce« von 1806 empfangen haben. Eine Replik des Gemäldes entstand für das preußische Königshaus und hing, ehe es 1945 im Residenzschloß Hannover vernichtet wurde, im Palais Liegnitz in Berlin. – Lithographie von H. Eichens. | Regina Freyberger

Mondaufgang am Meer

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Bilderpaare, meist im Format identisch und etwa zeitgleich entstanden, spielten im Werk Caspar David Friedrichs eine besondere Rolle. Der Maler bot damit verschiedene Perspektiven an. Zum einen entstanden antithetisch aufeinander bezogene Gegensatzpaare. Zum anderen schuf er Bilderpaare oder Zyklen um zeitliche Abfolgen darzustellen, etwa Gemälde von Tageszeiten, Jahreszeiten oder Lebenszeiten. Der Berliner Bankier Joachim Heinrich Wilhelm Wagener, dessen Kunstsammlung die Nationalgalerie begründen sollte, bestellte bei Friedrich ein Bilderpaar: eine Morgen- und eine Abendlandschaft. Anfang August 1822 hatte Wagener den Künstler in Dresden besucht (Hinweis von Johannes Rößler). Am 1. November 1822 berichtete Friedrich in einem Brief an seinen Auftraggeber die Vollendung der beiden Werke (SMB-ZA, NL Wagener, Künstlerbriefe). Im April 1823 waren die Pendants noch in Dresden auf einer anlässlich des Besuchs von König Max I. von Bayern gezeigten Sonderausstellung in der Akademie zu sehen und können erst danach bei Wagener eingetroffen sein (vgl. Caspar David Friedrich. Sämtliche Briefe und Schriften, hrsg. von J. Grave, P. Kuhlmann-Hodick, J. Rößler München 2024, S. 140, 492). Als Bild des Morgens entstand das Gemälde »Der einsame Baum« (Nationalgalerie, Inv.-Nr. W.S. 52). Darin erstreckt sich die weite Ebene einer Wiesenlandschaft bis zum Rand eines Gebirges. In der Mitte des Vordergrundes ragt monumental eine Eiche auf, unter der ein Hirte mit seiner Schafherde verweilt.Als Abendbild malte Friedrich »Mondaufgang am Meer«. Auf der dunklen Wasserfläche leuchten silbrige Reflexe des nächtlichen Gestirns. Die Scheibe des Vollmondes ist hinter den Wolkenbänken über dem Horizont halb verborgen, wie aus einem Wolkentor bricht sein Licht hervor. Zwei Frauen und ein Mann haben sich auf Felsblöcken am Ufer niedergelassen und schauen zum Mond und über das Meer, in die grenzenlos scheinende Ferne, hin zu den beiden Segelschiffen. Ihre dunklen Silhouetten rhythmisieren die Lichtflächen von Meer und Himmel. Bei der Ausführung der drei Figuren verwendete Friedrich für die Unterzeichnung des Gemäldes Umrisszeichnungen auf Pauspapier, ein von ihm auch für andere Bilder genutztes Verfahren (Kupferstichkabinett Berlin). Von dem Gemälde geht eine tröstliche Stimmung aus, die sich durch die in Gemeinschaft verbundenen drei Gestalten und die heimkehrenden Schiffe vermittelt. Zugleich wird in der Weite von Himmel und Horizont die Unermesslichkeit des Universums spürbar. Ist im Morgenbild »Der Einsame Baum« die Hinwendung zum diesseitigen Leben vorherrschend, so erscheint im Abendbild das Naturschauspiel mit dem Mond als Zeichen der Hoffnung in überirdischer Schönheit, weckt Sehnsüchte und führt die Gedanken hin zu Ahnungen. | Birgit Verwiebe

Der einsame Baum

Der einsame Baum

Der Berliner Bankier Joachim Heinrich Wilhelm Wagener, dessen Kunstsammlung die Nationalgalerie begründen sollte, bestellte bei Caspar David Friedrich ein Tageszeiten-Diptychon: eine Morgen- und eine Abendlandschaft. Anfang August 1822 hatte Wagener den Künstler in Dresden besucht (Hinweis von Johannes Rößler). Am 1. November 1822 berichtete Friedrich in einem Brief an seinen Auftraggeber die Vollendung der beiden Werke (SMB-ZA, NL Wagener, Künstlerbriefe). Im April 1823 waren die Pendants noch in Dresden auf einer anläßlich des Besuchs von König Max I. von Bayern gezeigten Sonderausstellung in der Akademie zu sehen und können erst danach bei Wagener eingetroffen sein (vgl. Caspar David Friedrich. Sämtliche Briefe und Schriften, hrsg. von J. Grave, P. Kuhlmann-Hodick, J. Rößler, München 2024, S. 140, 492). Als Bild des Morgens entstand das Gemälde »Der einsame Baum«, welches zunächst unter verschiedenen Titeln geführt wurde: In Wageners Sammlungskatalog hieß es »Eine grüne Ebene«, die ersten Kataloge der Nationalgalerie nannten es »Harzlandschaft«, und erst Ludwig Thormaehlen gab dem Bild den Titel »Einsamer Baum«.Friedrich hat die weite Ebene einer Wiesenlandschaft mit Weihern, Baumgruppen und Dörfern dargestellt, die sich bis an den Rand eines Gebirges erstreckt, vor dem winzige Türme einer gotischen Stadt aufragen. Im Hintergrund sind die sanft gewölbten Bergkuppen des nordböhmischen Jeschkengebirges zu sehen, welche Friedrich 1810 während seiner Wanderung mit dem Freund Georg Friedrich Kersting in das Riesengebirge zeichnete.Wie ein Monument ragt in der Mitte der Komposition eine stattliche Eiche auf. An einem Tümpel stehend, in dem sich der Himmel spiegelt, bietet sie einem Hirten Schutz, dessen Schafe sich grasend über das Grün der Aue verteilt haben. Ihr mächtiger Stamm hat Wind und Wetter standgehalten, die Äste an der Spitze des Baumriesen jedoch sind abgestorben. Über der Eiche haben sich kuppelartig Wolken formiert, in die die oberen Äste des Baumes hineinzugreifen scheinen.Für die Eiche griff Friedrich auf Studien zurück, die zwischen 1806 und 1810 in der Umgebung Neubrandenburgs und im Riesengebirge entstanden waren. Als Naturzeichen verkörpert sie in diesem Bild Lebenskraft und Stärke; zugleich verweisen ihre abgestorbenen Äste auf jenseitige Sphären. Fest im Boden verwurzelt und zugleich himmelwärts strebend, wird die Eiche zum Vermittler zwischen Erde und Himmel, als würde der »Weltraum um diesen Baum schwingen« (W. Wolfradt, Caspar David Friedrich und die Landschaft der Romantik, Berlin 1924, S. 159). | Birgit Verwiebe