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Flußlandschaft mit Booten

Ident. Nr.: KdZ 2373

ObjID: obj:968526

Details (expert)

Involved
Ausführung: Aelbert Jacobsz. Cuyp (1620.10),
Zeichner*in
Dating
Herstellung: o. J.
Dimensions
Blattmaß: 18,5 x 30,8 cm

Object Description

Die Biographie Aelbert Cuyps weist eine Reihe von Besonderheiten auf. Zu Lebzeiten war er, der in unserem Jahrhundert als ›Hollands Claude‹ gefeiert wurde, außerhalb seiner Heimatstadt anscheinend unbekannt, denn es ist keine Nachricht des 17. Jahrhunderts über Gemälde seiner Hand außerhalb Dordrechts bekannt. Seine Hochzeit 1658 machte ihn finanziell unabhängig von der Ausübung seines Berufs, und er bekleidete in der Folge eine Reihe wichtiger und sozial anerkannter Ämter. Es ist ungewiß, ob er in den letzten drei Jahrzehnten seines Lebens überhaupt noch gemalt hat, so daß die bekannten Werke alle aus den vierziger und fünfziger Jahren stammen.
Cuyps Landschaftszeichnungen sind häufig topographisch exakte Aufnahmen. Bisweilen verwendete er sie für die Hintergründe seiner Gemälde, für die er auch detaillierte Figurenstudien zeichnete. Das jenseitige Ufer unseres Blattes erscheint in einem Gemälde in der Wallace Collection in London (Inv. P-54). Dennoch ist auch die Zeichnung ein vollendetes Kunstwerk. Als schmales horizontales Band – nur durch die aufragenden Masten und Segel und die Silhouetten der Figuren vorn unterbrochen – erstreckt sich die Flachlandschaft vom nahen diesseitigen Ufer über die stille Wasserfläche des Kanals hinweg bis zu Baumschlag und Häusergruppen in weiter Ferne. All dies nimmt nur etwa zwei Drittel der Fläche des Papiers ein, die – im Übrigen unberührt – den weiten Himmel wiedergibt. Ähnlicher Beschränkung unterwirft der Künstler, der bekannt ist für den Zauber seiner aquarellierten Landschaftszeichnungen, die Farbigkeit dieser Darstellung, die ganz aus Grautönen besteht.
Wie sehr auch ein solches, vermutlich ursprünglich vor der Natur aufgenommenes Motiv komponiert wird, macht das links in Kreide nur angelegte Boot deutlich, das in der Ausführung zugunsten von größerer Ruhe und Offenheit des Gewässers nach den Bildseiten hin aufgegeben wurde.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 223, Kat. IV.76 (mit weiterer Literatur)

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kupferstichkabinett

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