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Die drei Lebenden und Toten, in: Stundenbuch der Maria von Burgund und Kaiser Maximilians

Ident. Nr.: 78 B 12, fol. 220 verso

ObjID: obj:974640

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Unbekannt,
Buchmaler*in
Date(s)
Herstellung: um 1480
Dimensions
Blattmaß: 10,3 x 7,0 cm

Object Description

Zwei Jagdhunde, ein weißer und ein schwarzer, begleiten eine vornehme Jagdgesellschaft. Sie springen wie das Pferd, auf dem eine Dame sitzt, nach rechts. Zwei männliche Jagdbegleiter reiten in die Bildtiefe gewendet davon. Sie alle reagieren auf die Bedrohung durch die in fahlgraue Leichentücher gehüllten drei Toten, die mit Speeren bewaffnet von links heranpreschen. Das Bild zeigt eine beliebte mittelalterliche Geschichte: Die Begegnung der drei Lebenden und der drei Toten. Sie erzählt davon, wie drei junge adlige Männer bei der Jagd auf drei Tote treffen und von diesen zur inneren Umkehr aufgerufen werden: „Was ihr seid, das waren wir, was wir sind, das werdet ihr sein“. Jeder Mensch ist sterblich: Gedenke des Todes (Memento Mori)! Die hier gezeigte Miniatur gehört zu einem berühmten, kostbaren Stundenbuch im Berliner Kabinett, das um 1480 in Flandern entstand und einst der Maria von Burgund und ihrem Gemahl Maximilian, dem späteren Kaiser, gehörte. In der mit einem burgundischen Hennin (spitze Haube) bekleideten Reiterin, die sich erschrocken umblickt, kann man Maria von Burgund erkennen, die im März 1482 bei einem Reitunglück ums Leben kam.

Text: Holm Bevers in: Wir kommen auf den Hund. Werke aus fünf Jahrhunderten von Dürer bis Dieter Roth. Eine Sommerausstellung im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Lydia Rosía Dorn, Berlin/Petersberg 2015, S. 74.

Last updated: 24.08.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett

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