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Handtrommel (kotsuzumi) mit Darstellung von Wind- und Donnergott

Ident. Nr.: 2009-90

ObjID: obj:985595

Sammlung Klaus F. und Yoshie Naumann

Details (expert)

Date(s)
Edo (Tokugawa)-Zeit
17. Jahrhundert
Additional titles
Collection title: Handtrommel (kotsuzumi) mit Darstellung von Wind- und Donnergott
mizusashi
Translation: Hand drum with depiction of the gods of wind and thunder
Geographical references
Herstellungsort: Japan
Dimensions
Länge x Durchmesser: 25 x 10 cm
Gewicht: < 2 kg

Object Description

Der aus einem Holzstück geschnitzte Trommelkörper ist wie eine Sanduhr geformt und hat ursprünglich an den Enden Schlagflächen aus gespannter und lackierter Pferdehaut, die mittels eines runden Rahmens an die Öffnungen gepresst und mit kreuzweise verspannten Hanfleinen festgebunden wurden. Seit der Nara-Zeit (710-794) waren größere vom Festland eingeführte Trommeln in Japan bekannt, die mit Holzstöcken geschlagen wurden. Die vorliegende Handtrommel wurde an die linke Schulter gelegt und mit der rechten Hand bespielt, während der Trommler gleichzeitig mit der linken Hand durch Ziehen der Hanfstricke die Tonhöhe beeinflussen konnte. Tsuzumi gehören bis heute zu den wichtigsten Musikinstrumenten im traditionellen Nô- und Kabuki-Theater. Während der größere Typ (ôtsuzumi) einen schärferen Ton produziert und beim Schlagen vom Gesang des Trommlers begleitet wird, entstehen beim kleineren, hier abgebildeten Typ (kotsuzumi) weichere Töne. Es scheint, dass die reichhaltige Verzierung dieser Handtrommeln mit makie-Techniken während des 16. und 17. Jahrhunderts üblich wurde. Die frühesten Stücke mit Goldlack-Dekoren stammen aus dem 14. Jahrhundert. Die sorgfältige künstlerische Bearbeitung der Trommelkörper spiegelt die herausragende Bedeutung wider, die das Nô-Spiel unter den Adligen einnahm. Der Shôgun Toyotomi Hideyoshi (1536-1598) spielte persönlich bei Nô-Aufführungen vor dem Kaiser mit. Die Dekore der Trommelkörper sind vielfältig und oftmals originell, da sich keine eigene, ausgeprägte Bildtradition für Tsuzumi entwickelt hat. Nicht selten finden sich Pflanzen-Dekore im Stil der Momoyama-zeitlichen Kôdaiji-Lacke. Die vorliegende Trommel zeigt in reliefiertem, gestreutem und gemaltem Gold- und Silberlack umlaufend Wolkenbänder zwischen denen der Windgott (fujin) mit seinem windgefüllten Sack und der Donnergott (raijin) mit seinem Bogen voller Trommeln dynamisch agieren. Beide Gottheiten sind abwechselndt in Vorder- und Rückenansicht angelegt und der Dekor ist derart aufgetragen, dass er auch kopfüber erfasst werden kann. Der dramatische Effekt der expressiv überzeichneten Gestik und Mimik von Fujin-Raijin wird nochmal durch mit einer feinen Nadel eingeritzte Details (harigaki) wie Muskulatur und Augen erhöht. Die Haare der beiden Gottheiten sind im plastischen Liniendekor (tsukegaki) gearbeitet. Die bildnerischen Vorlagen für dieses dynamische Spiel der Götter sind in der frühen Edo-zeitlichen Malerei der Rinpa-Schule zu finden. So schuf Tawaraya Sôtatsu (tätig 1600-1640) sein berühmtes Stellschirmpaar mit gleichem Thema, das sich im Kenninji in Kyôto befindet, im ersten Drittel des 17. Jahrhunderts. Eine Trommel vom ôtsuzumi-Typ mit Einlagen aus Perlmutt, die in der Muromachi-Zeit im 16. Jahrhundert entstand und sich im Miho-Museum befindet, zeigt ebenfalls ein umlaufendes Donner-Blitzmotiv zwischen Wolken, jedoch ohne figürliche Darstellung von Wind- und Donnergott. Unser Trommelkörper trägt auf der Innenseite zwei Signaturen und ein Kakihan in Goldlack, die nicht zugeordnet werden können.

Last updated: 15.12.2025

Contact

Institution:

Museum für Asiatische Kunst

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