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Stehender weiblicher Akt (nach der Kleinbronze "Judith", 1510-1515, von Conrad Meit und dem Kupferstich "Nemesis", 1501, von Albrecht Dürer)

Ident. Nr.: KdZ 14713

ObjID: obj:985828

Details (expert)

Creator/Entity
Ausführung: Peter Paul Rubens (1577 - 1640),
Zeichner*in
nach: Conrad Meit (1480-1551),
Bildhauer*in
nach: Albrecht Dürer (1471 - 1528),
Stecher*in
Date(s)
Herstellung: 1595-1600
Abweichende Datierung: 1598
Provenance
Charles Albert de Burlet (1882-1956),
bis 15.5.1931
Nicolaas Beets (1878-1963),
bis 1931
Dimensions
Blattmaß: 32,1 x 19,2 cm
Wasserzeichenmaß: 16 x 65 mm
Acquisition
1931 von Charles Albert de Burlet, Berlin, über Nicolas Beets, Amsterdam, angekauft

Object Description

Peter Paul Rubens zeichnete nach einer Bronzestatuette von Conrad Meit, der zwischen 1512 und 1530 in Mecheln als Hofbildhauer der Erzherzogin Margarete von Österreich tätig gewesen war. Die kleine Skulptur befindet sich heute im Museum für angewandte Kunst in Köln. Die Figur hat Rubens mit kurzen Parallelschraffuren plastisch geformt. Sie wirkt stabil und ist etwas fülliger als Meits kleine Statuette. Auch ein Einfluss von Albrecht Dürers Frauenfigur auf dem Kupferstich Nemesis (oder: Das große Glück, 1501) auf Rubens' Zeichnung ist denkbar.
Eine direkte Umsetzung der Zeichnung in einem Gemälde lässt sich nicht nachweisen. Anklänge finden sich aber etwa in den Aktfiguren der drei antiken Göttinnen im Urteil des Paris (London, National Gallery). In der Forschung wird zudem vermutet, Rubens selbst habe die Landschaft und den Baum im Hintergrund der Zeichnung mit schwarzer Kreide später hinzugefügt, die Landschaft im Gemälde vorwegnehmend. 
Die plastisch und wie nach dem Leben gezeichnete Figur wurde als Venus, Judith oder Lucretia identifiziert und gehörte zu Rubensʼ Arbeitsvorrat. Dieser wurde im Cantoor, einem separaten Raum seines Hauses, aufbewahrt und war nur für Rubens selbst und wichtige Werkstattmitarbeiter zugänglich. Für Rubens waren seine Zeichnungen Arbeitsmaterial, weshalb er sie weder signierte noch datierte und auch nicht öffentlich zugänglich machte. Rubens zeichnete sein ganzes Leben lang, er kopierte, entwarf Motive und bereitete Kompositionen vor. Gerade das Kopieren - nach Skulpturen, Gemälden und Kupferstichen - gehörte zu den gängigen Praktiken und diente dazu, einen Vorrat an Motiven bereit zu halten. 

Last updated: 20.08.2026

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Institution:

Kupferstichkabinett