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Der barmherzige Samariter

Ident. Nr.: 102-16

ObjID: obj:988927

Details (expert)

Involved
Ausführung: Rembrandt Harmensz van Rijn (1606 - 1669),
Radierer*in
Dating
Herstellung: 1633
Dimensions
Plattenrand: 25,8 x 21,8 cm

Object Description

Kackende Hunde findet man öfters in der holländischen Kunst des 17. Jahrhunderts, vor allem in Genredarstellungen. Doch in Historienbildern, Bildern der Kunstgattung, die am höchsten eingestuft wurde, erwartet man dieses vulgäre Motiv nicht. Deshalb gab es früher Kritiker, die die gesamte Darstellung bzw. die Bildpartie in der unteren rechten Ecke mit dem Hund als Werk eines Schülers Rembrandts betrachteten. Doch ist man sich heute einig, dass Rembrandt für die ganze Arbeit verantwortlich war. Der Hund, der hier überaus realistisch wiedergegeben ist, mag als Verkörperung für die niederen Instinkte der Menschen in der Geschichte stehen, die Jesus im Gleichnis des Barmherzigen Samariters erzählt: Ein Mann wurde von Räubern überfallen und halb tot liegengelassen. Vorbeiziehende Reisende, selbst ein Priester, kümmerten sich nicht um das hilflose Opfer. Erst ein Mann aus Samarien nahm sich des Verletzten an. Rembrandts Radierung zeigt, wie der Samariter an der Tür den Herbergswirt bezahlt, während ein Helfer das Opfer auf seine Schultern nimmt. Das Blatt war besonders im 18. Jahrhundert berühmt; Goethe lobte es in seinem Aufsatz „Rembrandt als Denker“.

Text: Holm Bevers in: Wir kommen auf den Hund. Werke aus fünf Jahrhunderten von Dürer bis Dieter Roth. Eine Sommerausstellung im Kupferstichkabinett, hg. von Hein-Th. Schulze Altcappenberg und Lydia Rosía Dorn, Berlin/Petersberg 2015, S. 56.

Last updated: 15.12.2025

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Institution:

Kupferstichkabinett

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