Logo

Das Ehepaar Paul und Amalie Taglioni (Studie zu dem Gemälde "Parade des ersten Garderegimentes zu Fuß", 1839)

Ident. Nr.: SZ Fr.Krüger 199

ObjID: obj:1014875

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Franz Krüger (1797 - 1857),
Zeichner*in
Paul Taglioni (1808-1884),
Dargestellt
Amalie Taglioni (1803-1881),
Dargestellt
Datierung
Herstellung: um 1838/1839
Provenienz
Nationalgalerie, Sammlung der Zeichnungen,
bis 1992
Material / Technik
Bleistift, aquarelliert, auf Papier
Abmessungen
Blattmaß: 18,3 x 13,2 cm

Objektbeschreibung

Mit hunderten von Porträt- und Figurenstudien bereitete Franz Krüger seine großen Paradedarstellungen vor, mit denen das jeweilige militärische Schauspiel der Bedeutungslosigkeit entrückt und durch die Menge der in Szene gesetzten Zuschauer zum markanten Ereignis in der Welt des Berliner Biedermeier wurde. Dazu nutzt Krüger den königlichen Auftrag, in diesem Falle der Darstellung einer Parade des ersten Garderegimentes zu Fuß im Jahre 1837 Unter den Linden. Auf diesem seinem zweiten Paradebild (im Neuen Palais in Potsdam), das er 1839 vollendete, stellte er eine große Anzahl von Personen im Vordergrund und den Vorbeimarsch nicht sonderlich betrachtend, dar. Von ihnen konnte man 135, vor allem Beamte, Militärs und Künstler, namhaft machen. Unter ihnen befindet sich auch das berühmte Tänzerpaar Paul Taglioni und dessen Frau Amalie geb. Galster. Taglioni, später Ballettmeister und Ballettdirektor, und seine Familie machten die Berliner Hofoper zu einer der renommiertesten europäischen Ballettbühnen. Krüger, vor allem Porträtist, gibt die Gesichter seiner Modelle, die er in jeweils ca. einstündigen Sitzungen dargestellt haben soll, mit den Mitteln des Aquarells akribisch genau und doch verlebendigt wieder. Die Gestalten sind nur mit Bleistift sparsam angedeutet. In der Gesamtwirkung des Bildes, in dem sich die Dargestellten zur vielköpfigen Menge summieren, kam es ihm ganz auf die Erkennbarkeit der Gesichter an: In Wirklichkeit sind sie und nicht das Zeremoniell im Hintergrund, die »Parade«.

Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 381f., Nr. VII.30 (mit weiterer Literatur

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Sankt Peter von Südosten

Sankt Peter von Südosten

Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)