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Ident. Nr.: V B 3654

ObjID: obj:1016643

Details (Expert)

Beteiligte
Unbekannt,
Sammler*in
Datierung
16./17. Jahrhundert
Geografische Bezüge
Tupinambá,
Ethnie
Material / Technik
Holz, Federn, Pflanzenfasern, Baumwolle
Abmessungen
Höhe x Breite x Tiefe: 119,5 x 19,1 x 8 cm
Durchmesser: Scheibe der Keule 19,5 cm

Objektbeschreibung

Die Keule ist etwa 1,20 m lang mit ovalem Stiel und einem runden, abgeflachten Kopf. Am Stielende befindet sich eine Baumwollquaste, die zur Befestigung von Federn diente. Reste von Federkielen sind noch erkennbar.
Sie besteht aus rotbraunem, schwerem Holz, das mit einer harzigen, schwarz-braunen Masse bestrichen wurde. Wahrscheinlich handelt es sich um so genanntes Brasilholz, dessen Name sich von dem portugiesischen Wort brasa, für „glühende Kohle“ herleitet und sich auf den roten Farbton des Holzes bezieht. Es diente zur Einfärbung von Stoffen und war im 16. Jh. eines der lukrativsten Güter, die zwischen Europa und Brasilien gehandelt wurden. Deshalb benannte man Brasilien nach diesem Holz.1
In Hans Stadens Wahrhaftiger Historia von 1557 wird beschrieben, wie die Tupinambá-Indianer eine solche Keule als Waffe zur rituellen Tötung eines Feindes benutzten und ihn anschließend verzehrten. Zu diesem Zwecke wurde die Keule bemalt und geschmückt.2
Keulen wie diese sind in verschiedenen Darstellungen des 16. Jahrhunderts zu finden, in denen sie symbolisch auf die neue Welt Amerika verweisen. Die Keulen zur rituellen Tötung hatten jedoch einen etwa 2m langen Stiel,3 während die mit kürzerem aufgrund der leichteren Handhabung vermutlich eher im Krieg benutzt wurden.4
(Silke Karg, LITERATUR s. WG)

Letzte Aktualisierung: 17.03.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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樹皮衣

樹皮衣

Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.