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Deckelpokal mit Wappen von Schwarzburg-Rudolstadt

Ident. Nr.: M 632 a,b

ObjID: obj:1019467

Details (Expert)

Datierung
nach 1744
Geografische Bezüge
Material / Technik
Glas, Schnitt, Schliff, Teilvergoldung

Objektbeschreibung

"Deckelpokal mit Wappen von Schwarzburg-Rudolstadt. Das geschnittene und vergoldete Wappen, gehalten von wildem Mann und Jungfrau, deren Körper unvergoldet belassen sind. Hinten das bekrönte Spiegelmonogramm J.F. des Fürsten Johann Friedrich von Schwarzburg-Rudolstadt (1744-1767). Die Knäufe facettiert und mit Quadern belegt, die Hohlkehlen darüber glattrund, darunter facettiert. Auf Fuß. Unterhalb der Kuppa und Deckel Rundbogenfriese mit Ovalaugen und einem äußeren Kranz von vertieften Rillen - alles vergoldet. Glas hell und gesund."
aus Robert Schmidt, Brandenburgische Gläser, 1914, Taf. 36, Nr. 3

Der Deckelpokal ist seit dem II. Weltkrieg verschollen.
MAKR

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa