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Maria aus einer Verkündigungsdarstellung

Ident. Nr.: Id 1196

ObjID: obj:1019768

Details (Expert)

Datierung
3. Viertel 15. Jahrhundert
Material / Technik
Glas farblos; Silbergelb, Schwarzlot
Abmessungen
Höhe x Breite: 15,8 x 12,2 cm

Objektbeschreibung

Maria kniet mit einem Buch am Betpult, das hinter ihr ausgespannte Ehrentuch ist kaum noch zu erkennen. Mit anmutig geneigtem Haupt und demütig an die Brust gelegter Hand bekundet sie ihr Einverständnis mit Gottes Plan. Die Strahlen der über ihr schwebenden Taube versinnbildlichen Gottes Wort und den Moment der Inkarnation. Zu der Darstellung gehörte höchstwahrscheinlich ein Pendant mit dem Verkündigungsengel, das wohl gleichfalls dem üblichen Bildtypus folgte.
Das flüssig gezeichnete und zart kolorierte kleine Glasgemälde erweist sich nicht zuletzt durch den ein wenig flüchtigen Auftrag des Silbergelbs als Routinearbeit. Nach dem Faltenwurf des Gewandes mit schmalen eckig umbrechenden Stegen sowie nach dem Figuren- und Kopftyp, dem schmalen zarten Gesicht mit der hohen durch die ausgezupften Haare betonten Stirn zu schließen, dürfte sie im dritten Viertel des 15. Jahrhunderts am Niederrhein entstanden sein.
CVMA 98733

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Drehleierspieler

Drehleierspieler

Stehende männliche Figur auf einer Plinthe mit abgeschrägten Ecken. Der bärtige Mann trägt einen Hut, einen blauen Umhang, einen grauen Wams, dunkelrote Kniebundhosen und Schnallenschuhe. Er spielt eine Drehleier, die er mit dem linken, leicht angewinkelten Bein stützt. // Der Künstler, Georges Pull, war Naturforscher und Keramiker. Er war fasziniert von den Arbeiten des französischen Keramikers Bernard Palissy (1510-1589/90), dessen Werke sich im 19. Jahrhundert großer Beliebtheit erfreuten und auch gefälscht wurden. Pull hingegen hat die Werke Palissys nachempfunden und technisch noch übertroffen, er hat sie nicht einfach kopiert und hatte auch keine fälscherischen Absichten. Er signierte seine Keramiken mit dem Stempel "PULL", was auch bei dem Drehleierspieler der Fall ist. Die Figur ist eine vergrößerte Kopie der Statuette "joueur de vielle", die im 19. Jahrhundert als Arbeit von Palissy galt und von der sich mehrere Ausformungen im Pariser Louvre befinden. Heute gilt die Statuette als anonyme Arbeit des frühen 17. Jahrhunderts aus der Region um Fontainebleau, Paris, Avon, siehe https://collections.louvre.fr/en/ark:/53355/cl010114355Barbara Mundt schreibt in ihrem 1973 erschienenen Katalog des Berliner Kunstgewerbemuseums zum Historismus: "Pulls erklärtes Leitbild war das keramische Werk Palissys, wobei sein Interesse sich auf die Farbglasuren konzentrierte. Intensive Studien in den Sammlungen des Louvre gingen Hand in Hand mit wissenschaftlichen Experimenten. Es gelang Pull schließlich, dünnere, höher brennbare und damit härtere sowie glanzvollere Glasuren mit einer größeren Zahl von Farben hervorzubringen als sein großes Vorbild." (zu Kat. Nr. 199).ClKa