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Auferstehung Christi

Ident. Nr.: Id 1198

ObjID: obj:1019987

Details (Expert)

Datierung
um 1540
Abmessungen
Durchmesser: 24,5 cm

Objektbeschreibung

Die nur etwa zur Hälfte erhaltene Rundscheibe zeigt die Auferstehung des Herrn, eines der Hauptthemen der christlichen Kunst. Die Darstellung folgt zwar dem geläufigen Bildtyp und zeigt Christus in Siegerpose, das Triumphkreuz in der Linken und die Rechte im Segensgestus erhoben, steigert das Motiv jedoch durch geschickte Inszenierung zu fast schon barockem Pathos. Der Auferstandene, eine majestätische Gestalt von klassischer Schönheit, steht in der Bildachse, um die Arme hat er einen roten Mantel geschlungen, dessen Ende von einem Windstoß heftig bewegt hoch hinter ihm aufwirbelt. Hinter seinem Haupt verbreitet die eben aufgehende Sonne hellgelbes Licht am Horizont, das jedoch vor den goldgelben Strahlen seines Nimbus verblasst und ihn so als himmlische Sonne erweist. Links erscheint Golgatha als steile Felswand, senkrecht darin das Grab. Daneben kauern die Grabwächter, der eine tief schlafend, der andere, aufgeschreckt durch die jähe Erscheinung, der überirdischen Lichtgestalt sich zur Flucht wendend.
Als Vorlage des Glasgemäldes diente wie schon bei Inv. Nr. F 354 der Holzschnitt des Jacob Cornelisz van Oostsanen aus der „Runden Passion“, die erstmals 1514 und danach zunächst um Randleisten und schließlich auch noch um typologische Szenen erweitert 1517 und 1520 von dem Amsterdamer Verleger Doen Pietersz gedruckt worden war. Gleichzeitig verarbeitet die Komposition Anregungen aus Dürers „Kleiner Passion“ (1511), wie den von den Strahlen der aufgehenden Sonne hinterfangenen Nimbus Christi. Das senkrecht in den Felsen eingelassene Grab und die im Kontrapost gegebenen Rückenfigur des Soldaten sind hingegen Motive aus der regionalen Bildtradition.
Welch großen Anklang die Darstellungen der „Großen Passion“ zu ihrer Zeit fanden, zeigte schon die wiederholte Auflage der Drucke, und bestätigen auch die vielen erhaltenen danach ausgeführten Glasmalereien, die auf eine eindrucksvolle Anzahl kompletter Scheibenserien schließen lassen. Allein von der Auferstehung Christi sind noch vier weitere Glasmalereien bekannt. Das Berliner Exemplar ist das jüngste derzeit bekannte und belegt damit die lang anhaltende Popularität der Bilderfolge.
CVMA 98730

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kunstgewerbemuseum

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Walzenkrug mit silbervergoldeter Montierung

Walzenkrug mit silbervergoldeter Montierung

Humpen aus dickwandigem, farblosem, etwas graustichigem Glas, die Bodenkugel ist von einer tiefgeschnittenen Blütenrosette gerahmt, auf eine runde Platte mit Standring gesetzt, nicht gestaucht, der Standring mit feiner Montierung aus vergoldetem Silber, die Kantenverzierung aus erhabenen Jakobsmuscheln, angesetzter Ohrenhenkel, der an einer Manschette die Deckelmontierung hält, die aus Spangen und einem naturalistisch geformten Adler als Bekrönung gebildet wird. Der Ansatz des walzenförmigen Humpens ist mit einem versenkten und mattierten Spitzblattdekor verziert. Die Wandung zeigt umlaufend große Blüten- und Früchtefestons mit vereinzelten fliegenden Vögeln und Insekten, den verwärmten Mündungsrand schmückt ein Bogenfries in Schälfschliff. Der Deckel ist ebenfalls aus Glas geformt, gerahmt von einer getreppten Montierung in Anlehnung an den Fuß. Auf dem Deckel findet sich das bekrönte, großformatige Monogramm FR für Fridericus Rex zwischen gekreuzten Palmzweigen. Die Wandung hat einen durchgehenden Sprung gegenüber des Henkels. Da außer einem Tremolierstrich keine Punzen vorhanden sind, lässt sich kein Goldschmied zuordnen. Sehr wahrscheinlich datiert dieser repräsentative Walzenkrug in die Regierungszeit König Friedrichs I., in die Jahre 1701 bis 1713. Die hängenden Frucht- und Blumenbündel waren ein wiederkehrendes Motiv der Werkstatt von Martin Winter (um 1640–1702), die nach seinem Tod von seinem Neffen Gottfried Spiller (um 1663–1728) weitergeführt wurde. Dieses Glas glorifiziert mit seinem Bildprogramm die neugewonnene Königswürde des Hauses Hohenzollern: das bekrönte Monogramm dominiert das Gefäß, wird flankiert von Palmzweigen, Symbol für Sieg, Triumph, Frieden und ewiges Leben; Früchte und Blumen stehen für Wohlstand und Fruchtbarkeit, der imposante Adler des königlichen Hausordens wirkt, als ob er jeden Moment in die Lüfte steigt. [Verena Wasmuth]MAKR