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Pflugzieher und Weib (Verworfene Fassung zu Blatt 1 aus "Bauernkrieg", 1. Zustand)

Ident. Nr.: 189-1911

ObjID: obj:1020757

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Käthe Kollwitz (1867 - 1945),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1902
Geografische Bezüge
Berlin,
Stadt
Provenienz
Kommission (?): Kunstsalon Emil Richter,
bis 6.7.1911
Abmessungen
Blattmaß: 35,0 x 54,2 cm
Bedruckte Bildfläche: 35 x 50,4 cm (Druck beschnitten)

Objektbeschreibung

Im ersten Blatt des Zyklus werden die unmenschlichen Lebensbedingungen der Bauern thematisiert. Zwei wie Tiere vor einen Pflug gespannte Männer, Vater und Sohn, veranschaulichen die Schwere und das Entwürdigende ihrer Arbeit. 
Erst nach mehrjähriger Bearbeitung in Zeichnungen und auf dem Umweg über verschiedene Versuche in Lithographie und Radierung fand Kollwitz die endgültige Lösung [#vgl. Ident. Nrn. 228- und 229-1912 sowie 493-1909].
Bei unserem Druck handelt es sich bereits um die zweite verworfene Fassung. Die erste zeigt die beiden eingespannten Pflüger gegenseitig und im engeren Bildausschnitt, noch ohne die Frau, die hier zur Verdeutlichung hinter dem Pflug steht. Es gibt Gründe zu vermuten, daß die Folge ursprünglich in Form von Lithographien geplant war.  
Unser Probedruck, der von einem braunen Zeichenstein und einem olivgrünen Tonstein gedruckt ist, entspricht dem ersten Zustand [...]. Die Korrekturen im Gesicht des Jungen (am rechten Auge, rechten Augenlid, Lippenrand, unter der Nase) markieren nur einige der vielen später abgeänderten Stellen. Anders als im vollendeten Zustand [#vgl. Ident. Nr. 86-1906] sind die Beine der Pflugzieher und die Schollen hier sehr skizzenhaft und undeutlich ausgeführt.

(Text: Sigrid Achenbach, Käthe Kollwitz (1867-1945). Zeichnungen und seltene Druckgraphik im Berliner Kupferstichkabinett, Ausst.-Kat. Kupferstichkabinett, Staatliche Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1995, S. 53-54, Kat.-Nr. 47)

2025 digitalisiert aus Mitteln des Förderprogramms zur Digitalisierung von Objekten des kulturellen Erbes des Landes Berlin.

Letzte Aktualisierung: 04.08.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Zwei mehrwöchige Salzburger Aufenthalte wurden für Ferdinand Olivier in den Jahren 1815 und 1817 zum künstlerischen Schlüsselerlebnis. Wie auch die anderen deutschen Maler seines Wiener Umkreises, die in diesen Jahren die Landschaft des Salzkammergutes entdeckten, fand er hier zu seiner gültigen Landschaftsauffassung. In zahlreichen, zum Teil erst nach seiner Rückkehr in Wien ausgeführten Blättern verbindet er die Motive der Stadt und der Bergwelt zu kunstvollen Kompositionen, Höhepunkte seiner Zeichenkunst.Schon beim ersten Aufenthalt faszinierte ihn der Petersfriedhof, häufiges Motiv bei der romantischen Entdeckung Salzburgs. Er stellte ihn mehrfach in ganz verschiedenen Jahr 1816 datiert eine Bleistiftzeichnung von seiner Hand (Kupferstichkabinett, Dresden; Ludwig Grote: Die Brüder Olivier und die deutsche Romantik, Berlin 1938, Abb. 136), die er mit geringen Unterschieden zweimal wiederholt: durch eine Bleistift- und Rötelzeichnung (Staatliche Galerie, Dessau) und die vorliegende Federzeichnung. Sie wird als unmittelbare Vorarbeit für die Lithographie des Sonnabend-Blattes der Folge »Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden, geordnet nach sieben Tagen der Woche« gedient haben (vgl. Grote 1938, Abb. 137). Die Resonanz, die seine Zeichnungen von Salzburg und Folge von Lithographien in Wien auszuführen. Sie erschien 1823. Die Ansicht zeigt den Petersfriedhof mit dem Blick auf die frühbarocke Arkaden-Reihe und die sich darüber erhebende Nagelfluh-Wand zwischen Mönchsberg und Festungsberg mit der Maximin- und Gertrauden-Kapelle sowie den frühchristlichen Katakomben. Rechts erhebt sich die spätgotische Margarethen-Kapelle. Der Friedhof mit seinen Gräbern und Kreuzen, die Kapellen, schließlich der Begräbniszug im Hintergrund entlang der Arkaden: das alles sind neben der Freude am Motiv auch Aufforderungen des romantischen Künstlers, der Vergänglichkeit des Menschen stets gegenwärtig zu sein.Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 369, Nr. VII.15 (mit weiterer Literatur)