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Ident. Nr.: IV Ca 41431

ObjID: obj:102710

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
Nicoya,
Stadt
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 16,6 x 12 x 17,8 cm
Mündung: 4,8 x 6,1 cm
Wandstärke: 0,6 cm

Objektbeschreibung

Dreigliedriges Objekt, das aus einem bohnenförmigen Körper, einem konvexen Hals und einem auskragenden Rand besteht. Der dünnwandige Körper wurde nach dem Brand durch Ritzungen und Stichpunktverzierungen dekoriert. Am Hals befinden sich plastische Applikationen und ein fragmentierter, röhrenförmiger Ausguß. Das Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt und grundiert. Seine Außenseite besitzt eingetiefte Verzierungen und ist hoch poliert. Am Rand und am Körper befinden sich Bruchstellen.

Die Keramik besitzt eine rot-braune Grundfarbe. Am Hals befindet sich eine mittelständige Gesichtsdarstellung, die plastische und geritzte Attribute umfaßt. Der Körper wird durch zwei gegenständige, angewinkelte Arme und Beine verziert. Auf seiner Rückseite verläuft ein vertikales Band, das Hals- und Bodenansatz miteinander verbindet. Es zeigt zwei ineinander verschlungene Wellenlinien (Guilloche-Motiv), die den Schwanz des dargestellten Wesens symbolisieren. Die Ikonographie des Gefäßes weist auf ein raubkatzenähnliches Wesen hin. Nach Lothrop 1926: chocolate ware und black ware.

Kulturelle Bedeutung: die Zeitstellung der Gruppe bedarf zusätzlicher Dokumentationen. Lothrop verbindet den Typ mit seiner black ware, die außerdem Objekte der Gruppen Murillo Aplicado (1520-1350d.C.) und Castillo Esgrafiado (1550-1200d.C.) umfaßt. Er bringt die Gefäße mit der schwarzen Keramik in Zusammenhang, die Oviedo, Castañeda und López de Velasco von der Insel Chira im Golf von Nicoya berichten (Lothrop 1926: 40). Snarskis identifiziert dieselbe Ware mit dem Typ Murillo Aplicado (1981: 198, Foto 113). Baudez (1972: 118f.) datiert ein ähnliches Objekt zwischen 1525 und 1200d.C.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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樹皮衣

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.