Logo

Ident. Nr.: IV Ca 41068

ObjID: obj:102808

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Antiguo (500 - 800)
Geografische Bezüge
Nicoya,
Stadt
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 6,2 x 5,7 x 5,7 cm
Öffnung: 4,4 cm
Wandstärke: 0,6 cm

Objektbeschreibung

Kleines zylindrisches Gefäß mit einem flachen Boden und drei knubbenförmigen Füßen. Das Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt, grundiert und hoch poliert. Seine Außenseite ist bemalt. Grundierung und Bemalung sind partiell erodiert.

Die Außenseite der Keramik besitzt eine rot-braune Grundfarbe, die schwarz und rot bemalt ist. Die Wand wird an ihrer Außenseite durch einen umlaufenden Fries verziert, der aus vier Bildfeldern besteht. Die gegenständigen Sektoren zeigen die gleichen Motive. Das Zentralmotiv besteht aus zwei miteinander verschränkten Rechtecken, die ein Andreaskreuz bilden. Das glyphenähnliche Zeichen symbolisiert im zentralmexikanischen Hochland den goldenen oder kostbaren Charakter der verzierten Objekte (Pasztory 1983: 45). Das Objektinnere wurde rot grundiert.

Kulturelle Bedeutung: die Gruppen Galo und Carillo Policromo (800-500d.C.) stellen die ersten wirklich polychromen Keramiken dar, die in der Region Gran Nicoya hergestellt wurden. Ihre Gestaltung (Form, Farbgebung, einzelne Motive) erinnert stark an die Gruppe Ulua Policromo (950-550d.C.).
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

樹皮衣

樹皮衣

Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.