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Ident. Nr.: IV Ca 41132

ObjID: obj:102872

Details (Expert)

Beteiligte
José Maria Velasco (1909),
Vorbesitzer*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
Guanacaste,
Provinz
Santa Cruz,
Kanton
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 20,6 x 16,4 x 20,1 cm
Mündung: 9,5 cm
Wandstärke: 0,74 cm
Gewicht: ca. 1,2 kg
Erwerbung
Kauf von Walter Lehmann 1909

Objektbeschreibung

Dreibeiniger, ovaloider Krug mit fließendem Halsansatz. Das Objekt besitzt einen hohen, konkaven Hals mit leicht auskragendem Rand. Am Körper befindet sich ein hochständiges, zoomorphes Kopfprotomen. Die Keramik wurde beidseitig geglättet, geschlämmt und grundiert. Ihre Außenseite ist polychrom bemalt und poliert. Die Bemalung ist leicht erodiert.

Das Objekt besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die auf der Außenseite des Gefäßes rot, orange, braun und schwarz-braun bemalt wurde. Am Rand befindet sich ein umlaufendes, schwarz-braunes Band. Außen: der Hals wird durch drei umlaufende Friese verziert. Sie zeigen gezahnte Bogenmotive, Stufenelemente und die Strukturen von Textil- oder Flechtwerk. Am Körper befindet sich ein hochständiges, avimorphes Kopfprotomen. Darunter erscheint ein mittelständiger, umlaufender Fries, der ebenfalls auf die Strukturen von Textil oder Flechtwerk anspielt. Er wird durch horizontale, rote Bänder begrenzt. Die Beine repetieren die Form und Verzierung des zoomorphen Kopfprotomens. Auf der Innenseite der Keramik sind unregelmäßige Spuren einer weiß-gelblichen Grundierung sichtbar. Am Hals befindet sich ein hochständiges, umlaufendes Band. Nach Lothrop 1926: highland polychrome ware, conventionalized serpent motive, type I.

Kulturelle Bedeutung: die Typen Birmania Policromo (1350-1000d.C.) und Altiplano Policromo (1350-800d.C.) wurden ausschließlich im Süden der Region Gran Nicoya hergestellt und nach dem Zentralen Hochland und der Atlantikregion Costa Ricas gehandelt. Ihre Keramiken sind sowohl aus Bestattungen als auch aus Siedlungskontexten bekannt. Sie zeichnen sich durch ihre farbliche Bandbreite und einen feinen Strich aus. Beide Gruppen sind häufig miteinander vergesellschaftet.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.