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Ident. Nr.: IV Ca 41142

ObjID: obj:102882

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
Zapatera,
Insel
Guabillo,
Gräberfeld
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 7,4 x 9,2 x 2,4 cm
Wandstärke: 0,8 cm

Objektbeschreibung

Randscherbe eines dickwandigen Tellers mit Standring. Das Fragment wurde beidseitig geglättet, geschlämmt, grundiert, bemalt und poliert.

Die Keramik besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die rot, orange und schwarz bemalt wurde. Auf der Außenseite des Scherbens befindet sich ein hochständiger, horizontaler Fries, der mehrere Bildfelder besitzt. Die erhaltenen Panele zeigen ein Augen- und ein bimorphes Gesichtsmotiv. Lothrop (1926) interpretiert die Darstellungen als "Jaguaraugen" und "human face motive". An der Innenseite des Fragments befinden sich ein hoch- und ein tiefständiger, horizontaler Fries. Sie bestehen aus mehreren Panelen, in denen zoomorphe Motive (Jaguar?, Federschlange?) erscheinen, die auf das Mann-Jaguar Thema anspielen. Die Figuren des tiefständigen Frieses verkürzen die Darstellungen des hochständigen Bildbandes zu glyphenähnlichen Formen. Sie besitzen starke Anklänge an den Mixteca-Puebla-Stil der zentralmexikanischen Ikonographie. Der Boden der Schale wurde ebenfalls bemalt.

Kulturelle Bedeutung: die Objekte der Gruppe Papagayo Policromo stehen in der Region Gran-Nicoya am Anfang der polychromen Bemalung auf weiß-gelblicher Grundierung. Die Tradition dauerte bis ins Policromo Tardío (1350-1520d.C.) an. Ihre Verzierungen zeigen einen starken mesoamerikanischen Einfluß. Er manifestiert sich unter anderem in der Verdrängung von Echsen- und Fledermausthemen durch Raubkatzen- und Schlangendarstellungen. Die Variante gilt als diagnostischer Anzeiger für die erste Hälfte des Policromo Medio (1350-800d.C.). Ihre Keramiken dienten als überregionale Handelsware. Das Objekt stammt aus einem Gräberfeld, das aus etwa 30 Tumuli besteht.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.