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Ident. Nr.: IV Ca 41236

ObjID: obj:102976

Details (Expert)

Beteiligte
José Maria Velasco (1909),
Vorbesitzer*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
Guanacaste,
Provinz
Santa Cruz,
Kanton
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 15,2 x 17,2 x 17,5 cm
Mündung: 12,3 cm
Wandstärke: 0,68 cm
Gewicht: ca. 800 g
Erwerbung
Kauf von Walter Lehmann 1909

Objektbeschreibung

Dreibeiniger, rundbodiger Krug mit einem tiefständigen Umbruch. Das Objekt besitzt eine konkave Wand und einen auskragenden Rand. Die drei schnabelförmigen Beine verfügen über schmale Öffnungen und Rasselkugeln. Die Keramik wurde beidseitig geglättet, geschlämmt und grundiert. Ihre Außenseite ist bemalt. Grundierung und Bemalung sind partiell erodiert.

Das Objekt besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die auf der Außenseite des Gefäßes rot, orange und schwarz-braun bemalt wurde. Unterhalb des Randes befindet sich ein hochständiges, umlaufendes, rotes Band. Am Körper erscheint ein schulterständiger, umlaufender Fries, der in vier Felder gegliedert ist. Sie zeigen zwei gegenständige, geometrische und bimorphe Motive. Letztere stellen ein gefiedertes Wesen mit Schwanz und Affenattributen dar. Sie erscheint in einer ungewöhnlichen Perspektive. Auf der Innenseite des Objekts erscheinen unregelmäßige Spuren weiß-gelblicher Grundierung. Die Wand wird durch zwei hochständige, umlaufende, rote Bänder verziert. Nach Bransford 1881: Sta. Helena ware. Nach Bransford 1881: Sta. Helena ware. Nach Lothrop 1926: Nicoya polychrome ware.

Kulturelle Bedeutung: die Objekte der Gruppe Papagayo Policromo stehen in der Region Gran Nicoya am Anfang der polychromen Bemalung auf weiß-gelblicher Grundierung. Die Tradition dauerte bis ins Policromo Tardío (1350-1520d.C.) an. Ihre Verzierungen zeigen einen starken mesoamerikanischen Einfluß. Er manifestiert sich unter anderem in der Verdrängung von Echsen- und Fledermausthemen durch Raubkatzen- und Schlangendarstellungen. Die Keramiken dienten als überregionale Handelsware.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.