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Ident. Nr.: IV Ca 41513

ObjID: obj:103219

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
San José,
Stadt
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 16,8 x 14,1 x 16,4 cm
Mündung: 8,6 cm
Wandstärke: 0,55 cm
Gewicht: ca. 0,8 kg
Erwerbung
Kauf von Dr. Walter Lehmann 1909

Objektbeschreibung

Ovaloider Krug mit hohlem Standfuß und fließendem Halsansatz. An der Wand befindet sich ein hochständiges Kopfprotomen. Das Objekt wurde beidseitig geglättet und geschlämmt. Seine Außenseite ist grundiert, bemalt und hoch poliert. Die Bemalung ist partiell erodiert.

Die Keramik besitzt eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die auf der Außenseite des Gefäßes rot-orange und schwarz-braun bemalt wurde. Am Körper befindet sich ein unterrandständiger, umlaufender Fries, der aus vertikalen Farbflächen besteht. Darunter erscheint ein hochständiger, umlaufender Fries, der Extremitätenmotive und stilisierte zoomorphe Darstellungen zeigt. Er wird durch ein anthropo-zoomorphes Kopfprotomen unterbrochen, das eine rote Mundmaske und eine Stirnbemalung besitzt. Die mittelständigen Körperpartien werden durch einen umlaufenden Fries verziert, der aus vertikalen roten Streifen besteht. Am Standfuß befinden sich mehrere umlaufende Bänder. An der Innenseite des Gefäßes erscheinen unregelmäßige Spuren einer weiß-gelblichen Grundierung. Nach Bransford 1881: Sta. Helena ware. Nach Lothrop 1926: Nicoya polychrome ware, jaguar motive.

Kulturelle Bedeutung: die Objekte der Gruppe Papagayo Policromo stehen in der Region Gran Nicoya am Anfang der polychromen Bemalung auf weiß-gelblicher Grundierung. Die Tradition dauerte bis ins Policromo Tardío (1350-1520d.C.) an. Ihre Verzierungen zeigen einen starken mesoamerikanischen Einfluß. Er manifestiert sich unter anderem in der Verdrängung von Echsen- und Fledermausthemen durch Raubkatzen- und Schlangendarstellungen. Die Keramiken dienten als überregionale Handelsware.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 30.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.