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Ident. Nr.: IV Ca 41536

ObjID: obj:103242

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Medio (800 - 1350)
Geografische Bezüge
Cartago,
Stadt
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 10,9 x 27,3 x 25,5 cm
Mündung: 24 cm
Wandstärke: 0,6 cm

Objektbeschreibung

Dreibeinige, tiefe Schale mit einem gewölbten Boden. Die zoomorphen Beine besitzen eine enge, vertikale Öffnung und eine Rasselkugel. Das Objekt wurde beidseitig geglättet, geschlämmt, grundiert, bemalt und hoch poliert. Grundierung und Bemalung sind leicht erodiert. Die restaurierte Keramik besitzt mehrere Bruchstellen und Materialergänzungen.

Die Schale hat eine weiß-gelbliche Grundfarbe, die rot, orange, braun und schwarz bemalt wurde. Auf ihrer Innenseite erscheint ein hochständiger, umlaufender Fries mit Stufenelementen. An der Wand befinden sich drei mittelständige, avimorphe Figuren, die sich in die gleiche Richtung zu bewegen scheinen. Ihr Körper wurde als Rhombus gestaltet und mit einer Swastika verziert. Die Motive werden als Gefäßbeine wiederholt. Im Fond der Schale befindet sich ein bimorphes Wesen. Es scheint aus einem anthropomorphen Reiter zu bestehen, der auf einer säugetierähnlichen Gestalt sitzt. Die farbliche Akzentuierung der Figuren korrespondiert miteinander. Die Außenseite des Objekts wurde mit einem umlaufenden Fries verziert, der vertikale Linien, Winkelelemente und Punkte zeigt. Der Fries ist von horizontalen, roten Bändern begrenzt. Am Boden befindet sich ein weiteres, umlaufendes, rotes Band. Chronologische Bedeutung: die bodenständige, figürliche Verzierung scheint für eine Anfertigung der Schale im 16. Jahrhundert zu sprechen. Nach Lothrop 1926: highland polychrome ware, plumed serpent, type B.

Kulturelle Bedeutung: der Typ wurde ausschließlich im Süden der Region Gran Nicoya hergestellt. Er sticht durch die farbliche Bandbreite seiner Verzierungen, einen feinen Strich und die Darstellung bewegter Figuren hervor. Die Keramik ist vor allem aus Bestattungen bekannt.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.