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Ident. Nr.: IV Ca 41616

ObjID: obj:103322

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
Policromo Tardío (1350 - 1550)
Geografische Bezüge
Ometepe,
Insel
Material / Technik
Ton
Abmessungen
Objektmaß: 13,8 x 8 x 6,5 cm

Objektbeschreibung

Kleine, stehende, anthropomorphe Figur, die einen Arm in die Hüfte stemmt. Das Objekt besitzt einen übergroßen, leicht abgeflachten Kopf. Am ganzen Körper erscheinen feine Linearverzierungen. Die Skulptur wurde geglättet, geschlämmt, grundiert, bemalt und poliert. Bemalung und Grundierung sind leicht erodiert. Ein Arm ist fragmentiert.

Die Keramik besitzt eine dicke, weiße Grundfarbe, die rot-orange und schwarz-braun bemalt ist. Das Gesicht wird durch eine breite rote Linie vom übrigen Körper getrennt. Der geöffnete Mund befindet sich im Zentrum eines roten Kreuzes. Auf Stirn und Rücken erscheinen Strichlinien und Punkte, die wahrscheinlich hoch stilisierte figürliche Motive verkörpern. Der Bauchnabel der Figur wird durch ein Rosettenmotiv verziert. Auf ihren Beinen befindet sich ein stilisiertes, rot-oranges Gesichtsfeld. Es gehört zu einem doppelköpfigen, zoomorphen Wesen, dessen bandförmiger Körper das Objekt horizontal umläuft. Symbolische Bedeutung: die abgeflachte Kopfform deutet vielleicht eine Schädeldeformation an.

Kulturelle Bedeutung: die Variante wurde in Bestattungen dokumentiert. Ihre Objekte sind häufig mit schuhförmigen Krügen aus dem Policromo Tardío (1520-1350d.C.) vergesellschaftet (Bransford 1881). Von der Insel El Muerto und dem Arquipiélago Solentiname sind schuhförmigen Gefäße bekannt, in denen sich Glasperlen befanden (Lothrop 1926: 254). Am Fundort Papagayo (Costa Rica) waren Objekte des Typs Luna Policromo mit Waren der Madeira Gruppe (1550-1200d.C.) assoziiert (Bonilla et al. 1987: 309). Die bildlichen Verzierungen der Gruppe verweisen auf mesoamerikanische Themen. Sie sind stark stilisiert und fallen durch ihren feinen Strich auf. Die anthropomorphen Figuren der Luna-Gruppe besitzen im Vergleich zu den anthropomorphen Skulpturen der zoniert zweifarbigen Keramik (Rosales Esgrafiado) und des Policromo Antiguo (Gruppe Galo Policromo) einen großen darstellerischen Schematismus.
(Künne 2004)

Letzte Aktualisierung: 29.07.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

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樹皮衣

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Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.