Logo

Ident. Nr.: IV Ca 41698

ObjID: obj:103404

Details (Expert)

Beteiligte
Walter Lehmann (16.9.1878 - 2.7.1939),
Sammler*in
Datierung
1000 - 1550
Geografische Bezüge
San José,
Provinz
Material / Technik
Stein
Abmessungen
Objektmaß: 8,4 x 14,3 x 15,4 cm

Objektbeschreibung

Kleiner, runder Steinteller mit abgeflachtem Boden. Das Objekt besitzt einen Standring, der durch drei aufrechte, affenähnliche Figuren mit dem Teller verbunden ist. Die geschlechtslosen Plastiken erheben die Arme und spreizen die Beine. Ihre Köpfe und Hände berühren die Schalenwand. Die Gestalten werden durch drei vertikale Streben von einander getrennt. Das Objekt besitzt eine randständige Bruchstelle. Auf seiner abgerundeten Lippe befindet sich ein rötlicher Farbrest.

Die drei Stützfiguren des Objekts sind nicht miteinander identisch. Ferrero (1975: 268, Ilus. II-68, II-69) bildet ähnliche Steinarbeiten ab, die aus Guápiles und Las Mercedes (beide Atlantisches Tiefland) stammen. Eines der Objekte, die in Las Mercedes gefunden wurden, blieb unvollendet. Soziale Bedeutung: Snarskis interpretiert einen verwandten Teller, der aus dem kostarikanischen Hochland stammt, als Zeremonialmetate (1981: 213, Foto 200). Holmes (1888: 29) und Stone (1977: 189, Fig. 259) verstehen die gleichen Formen als Ablage für rituelle Gaben.

Kulturelle Bedeutung: ähnliche Objekte treten sowohl im Zentralen Hochland als auch im Atlantischen Tiefland von Costa Rica auf (Stone 1977: 189, Fig. 259; Snarskis 1981: 213, Foto 201). Sie können aus vulkanischem Gestein oder Ton bestehen. Formgleiche Keramiken kommen besonders in der Gruppe Buenos Aires Policromo (1550-1000d.C.) vor. Sie erscheinen aber auch als rot linierte Ware (1550-1000d.C.), als braune Ware (1550-800d.C.) und als monochrome Objekte, die aufgesetzten Verzierungen besitzen (Lothrop 1926: 361f., Figs. 250c, 251a-d).
(Künne 2005)

Letzte Aktualisierung: 24.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Ethnologisches Museum

Weitere Objekte aus den Sammlungen

樹皮衣

樹皮衣

Attush-Gewänder werden aus Bastfasern, den so genannten Ohyo, hergestellt, die von der Ulme stammen, und sind eine der charakteristischsten Textilvarianten der Ainu. Der Stoff wurde hergestellt, indem die innere Rinde lebender Bäume vor dem Frühjahrswachstum geerntet, eingeweicht und dann die Fasern in Fäden gespalten und von Hand zu einem dichten, warmen, gelb-braunen Stoff verwoben wurden.Nachdem der Stoff gewebt und zu einem Kleidungsstück vernäht worden war, wurde es mit Stickereien und Applikationen aus Baumwollstoff und Garn verziert. Die Verzierungen waren ein wesentliches Merkmal der Ainu-Kleidung und ein visueller Ausdruck ihrer religiösen Überzeugungen.Einfache attush-Gewänder wurden für den täglichen Gebrauch hergestellt, aber aufwändigere Gewänder wie dieses Beispiel waren für zeremonielle Zwecke bestimmt. Sie wurden selten getragen und waren sehr wertvoll.Dieses Attush Gewand ist vermutlich aus Nesselfasern angefertigt. Es ist mit Applikationen in hell- und dunkelblauem Baumwollstoff und linearen Stickereien aus gefärbtem Nesselgarn versehen, sowie mit weißem, braunem, rotem, violettem und dunkelblauem Baumwollgarn bestickt. Die Stickereien reichen über die Applikationen bis auf dasGrundgewebe hinaus. Das, ist für die Gewänder der Ainu auf Sachalin eher ungewöhnlich. Für ein Frauengewand ist es ungewöhnlich prächtig, i.d.R. sind die Männergewänder die prächtigeren Stücke Publ.in: アイヌの工芸 Ainu no kôgei, Ausstellungskatalog, Tokyo National Museum, 1993, S. 109, Abb. 195.