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Weiher vor einer Stadt

Ident. Nr.: KdZ 4714

ObjID: obj:1038118

Details (Expert)

Beteiligte
Augustin Hirschvogel (1503–1553),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1543
Systematik/Art
Abmessungen
Höhe x Breite: 18,1 x 30,7 cm

Objektbeschreibung

Die vielen Landschaftsradierungen Hirschvogels stehen deutlicher in der Nachfolge der Donauschule als unsere große Zeichnung. Vor allem sind sie in der Regel in diagonalen Tiefenzügen organisiert, während der schlichtere Aufbau dieses Blattes im Wesentlichen aus zwei bildparallelen Schichten besteht. Die Zuschreibung, die auf Notizen des 19. Jahrhunderts auf der Rückseite des Blattes beruht, blieb daher auch nicht unangefochten, wird aber heute im Allgemeinen für zutreffend gehalten.
Die geschickte Verwendung einer dunkleren Tinte für den Vordergrund gibt dem Blatt eine bereits den ersten Blick überzeugende Räumlichkeit, in die der Betrachter durch den zum Schloß hinüberblickenden Mann am diesseitigen Ufer unwillkürlich eingebunden wird. A.Schmitt hat das gegenüberliegende Schloß als Neuburg an der Donau bestimmt. Obwohl Schmitt keine völlige Detailtreue feststellen konnte, dürfte die ungewöhnliche Aufgabe der Naturaufnahme, die gegenüber den Phantasielandschaften der Radierungen grundlegend andere Kompositionsweise begründen.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 137, Kat. III.64 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 09.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Jacob van Ruisdael gilt als der bedeutendste niederländische Landschaftsmaler, eine Gattung, die in kunsttheoretischen Schriften keinen hohen Rang einnahm.Nur eine weitere Ansicht Rhenens durch van Ruisdael ist erhalten (St. Petersburg); sie zeigt die Stadt aus entgegengesetzter Richtung. Beide müssen auf der Reise nach Bentheim entstanden sein, die der Künstler 1650/1653 unternahm. Das beliebte Motiv des Turmes der Cunera-Kirche als mächtigem, die Landschaft beherrschenden Kennzeichen, wird durch van Ruisdael auf die Spitze getrieben, indem er einen Blickwinkel wählt, der den Baublock der Kirche selbst hinter dem Turm verschwinden läßt, während von dem benachbarten großen Palast, den Friedrich V. von der Pfalz, der sogenannte Winterkönig, sich hier im Exil von Bartholomeus van Bässen hatte bauen lassen, nur die Dächer zu sehen sind. So kann der Kirchturm, in dessen Schatten sich der ganze Ort zu ducken scheint, bei van Ruisdael zum Angelpunkt einer asymmetrischen, aber wohlbalancierten Komposition werden. Dynamik entsteht durch die von links vorn nach rechts hinten schwingende Linie von Weg und Ufer, während die mit großer Leichtigkeit auf das Blatt gesetzten Wolken ein raffiniertes Gegengewicht zu dem aus der Mitte gerückten Turm bilden. (Um so schmerzlicher stört die übergroße Besitzermarke des Zaren.)Typisch für van Ruisdael ist die spürbare Distanziertheit vom Gegenstand, z.B. das Fehlen menschlicher Figuren, die der Darstellung einen Ernst, ja eine Strenge verleiht, die bei anderen holländischen Landschaftern selten zu finden sind.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 222, Kat. IV.75 (mit weiterer Literatur)