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Weiher vor einer Stadt

Ident. Nr.: KdZ 4714

ObjID: obj:1038118

Details (Expert)

Beteiligte
Augustin Hirschvogel (1503–1553),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1543
Abmessungen
Höhe x Breite: 18,1 x 30,7 cm

Objektbeschreibung

Die vielen Landschaftsradierungen Hirschvogels stehen deutlicher in der Nachfolge der Donauschule als unsere große Zeichnung. Vor allem sind sie in der Regel in diagonalen Tiefenzügen organisiert, während der schlichtere Aufbau dieses Blattes im Wesentlichen aus zwei bildparallelen Schichten besteht. Die Zuschreibung, die auf Notizen des 19. Jahrhunderts auf der Rückseite des Blattes beruht, blieb daher auch nicht unangefochten, wird aber heute im Allgemeinen für zutreffend gehalten.
Die geschickte Verwendung einer dunkleren Tinte für den Vordergrund gibt dem Blatt eine bereits den ersten Blick überzeugende Räumlichkeit, in die der Betrachter durch den zum Schloß hinüberblickenden Mann am diesseitigen Ufer unwillkürlich eingebunden wird. A.Schmitt hat das gegenüberliegende Schloß als Neuburg an der Donau bestimmt. Obwohl Schmitt keine völlige Detailtreue feststellen konnte, dürfte die ungewöhnliche Aufgabe der Naturaufnahme, die gegenüber den Phantasielandschaften der Radierungen grundlegend andere Kompositionsweise begründen.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 137, Kat. III.64 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Zwei mehrwöchige Salzburger Aufenthalte wurden für Ferdinand Olivier in den Jahren 1815 und 1817 zum künstlerischen Schlüsselerlebnis. Wie auch die anderen deutschen Maler seines Wiener Umkreises, die in diesen Jahren die Landschaft des Salzkammergutes entdeckten, fand er hier zu seiner gültigen Landschaftsauffassung. In zahlreichen, zum Teil erst nach seiner Rückkehr in Wien ausgeführten Blättern verbindet er die Motive der Stadt und der Bergwelt zu kunstvollen Kompositionen, Höhepunkte seiner Zeichenkunst.Schon beim ersten Aufenthalt faszinierte ihn der Petersfriedhof, häufiges Motiv bei der romantischen Entdeckung Salzburgs. Er stellte ihn mehrfach in ganz verschiedenen Jahr 1816 datiert eine Bleistiftzeichnung von seiner Hand (Kupferstichkabinett, Dresden; Ludwig Grote: Die Brüder Olivier und die deutsche Romantik, Berlin 1938, Abb. 136), die er mit geringen Unterschieden zweimal wiederholt: durch eine Bleistift- und Rötelzeichnung (Staatliche Galerie, Dessau) und die vorliegende Federzeichnung. Sie wird als unmittelbare Vorarbeit für die Lithographie des Sonnabend-Blattes der Folge »Sieben Gegenden aus Salzburg und Berchtesgaden, geordnet nach sieben Tagen der Woche« gedient haben (vgl. Grote 1938, Abb. 137). Die Resonanz, die seine Zeichnungen von Salzburg und Folge von Lithographien in Wien auszuführen. Sie erschien 1823. Die Ansicht zeigt den Petersfriedhof mit dem Blick auf die frühbarocke Arkaden-Reihe und die sich darüber erhebende Nagelfluh-Wand zwischen Mönchsberg und Festungsberg mit der Maximin- und Gertrauden-Kapelle sowie den frühchristlichen Katakomben. Rechts erhebt sich die spätgotische Margarethen-Kapelle. Der Friedhof mit seinen Gräbern und Kreuzen, die Kapellen, schließlich der Begräbniszug im Hintergrund entlang der Arkaden: das alles sind neben der Freude am Motiv auch Aufforderungen des romantischen Künstlers, der Vergänglichkeit des Menschen stets gegenwärtig zu sein.Text: Gottfried Riemann, in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 369, Nr. VII.15 (mit weiterer Literatur)