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Kopf des hl. Markus

Ident. Nr.: KdZ 46

ObjID: obj:1038495

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Albrecht Dürer (1471 - 1528),
Zeichner*in
Unbekannt,
Papierherstellung
Datierung
Herstellung: 1526
Weitere Titel
Sammlungstitel: Kopf des hl. Markus
Kopf des Evangelisten Markus
Provenienz
Antoine-François Andréossy (1761-1828),
158439
Thomas Lawrence (1769-1830),
157384
Samuel Woodburn (1783-1853),
157383
Alexander Emil Posonyi (1838-1899),
1867
Kauf: Anatole Auguste Hulot (1811-1891),
1867–1877
Abmessungen
Blattmaß: 37,3 x 26,5 cm
Erwerbung
1877 Ankauf aus der Sammlung Posonyi-Hulot

Objektbeschreibung

Studie für den »Markus« auf den Tafeln der sog. »Vier Apostel« (München), die Dürer 1526 dem Rat der Stadt Nürnberg »zu einem Gedechtnus« stiftete, d.h. am Ende seines Lebens als Erinnerung an seine Person und als Mahnung zu einem treuen Festhalten an der Heiligen Schrift.
Dargestellt sind auf den Tafeln Johannes mit Petrus und Paulus mit dem Evangelisten Markus (also nicht »vier Apostel«) als Vertreter und Lehrer des rechten Glaubens. Markus, der auf unserer Zeichnung wie sprühend von Geist dargestellt ist, wurde auf dem Gemälde im Ausdruck zurückgenommen, um nicht den vor ihm stehenden Paulus zu beeinträchtigen. So eindeutig die christlich-lehrhafte Bedeutung der vier Gestalten ist - darüber hinaus sind sie Verkörperungen der Vier Temperamente, wie Johann Neudörfer mitteilt, dessen Wissen auf Dürer selbst zurückgehen muß. Es entsprach den aus dem Mittelalter überkommenen Denkgewohnheiten der Zeit, die Welt zu systematisieren, räumlich (Vier Himmelsrichtungen und Erdteile, Sieben Planeten), zeitlich (Vier Tages- und Jahreszeiten), moralisch (Sieben Tugenden und Laster), geistig (Sieben Freie Künste) und menschlich (vier Temperamente, Fünf Sinne). Wegen der Vierzahl der »Apostel« auf Dürers Gemäldepaar konnte nur eine andere Vierer-Allegorie zum Verweisen geeignet sein. Da die frommen Lehrer alle Menschen erreichen und repräsentieren sollten, war es besonders passend, mit ihnen auf die verschiedenen Menschentypen, die Temperamente hinzuweisen. Der Markus unserer Zeichnung bedeutet den Choleriker.

Text: Hans Mielke in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 118, Kat. III.38 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Nach dem Verlorenen Sohn ist der Teufel, der, während die Landarbeiter schlafen, Unkraut zwischen den Weizen sät, wohl das um 1600 am häufigsten dargestellte Gleichnis Jesu. De Gheyn zeigt sich in der Weise, wie die ganze Landschaft von einer Spannung ergriffen wird, die in der Hauptfigur kulminiert, als einer der führenden Manieristen. Obwohl Studienzeichnungen erhalten sind, in denen das Modell dem links am Baum Schlafenden ähnelt, wird jede Naturwahrheit zugunsten des Ausdrucks zurückgestellt. Von dem in Bewegungsrichtung des feindlichen Sämannes abschüssigen Feld über die bizarren Kopfweiden bis zu den Pilzen, die vorn ganz unwahrscheinlich auf dem frisch gepflügten Acker sprießen, kündigt sich Unheil an, das nicht nur durch den Teufel versinnbildlicht wird, sondern auch in den Hexenreitern am brodelnden Himmel, mit denen der Zeichner weit über den Bibeltext hinausgreift. Im scharfen Gegensatz dazu stehen rechts die idyllisch schlafende Gruppe und links die ruhigen Tiere, die schweren Säcke mit dem Saatgut und der nach dem reichlichen Mittagsmahl ruhende Arbeiter. In diesen Themen ist de Gheyn auf der Höhe der Zeit; auch andere Künstler wie vor allem A. Bloemaert zeichnen in diesen Jahren das bäuerliche Leben, wobei der Ton immer auf Muße und Verfall liegt. Die biblische Geschichte gibt de Gheyn die Möglichkeit, dies mit Zügen seiner Hexensabbat-Darstellungen zu verbinden, mit denen er Salvator Rosa vorangeht.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 190, Kat. IV.31 (mit weiterer Literatur)