Logo

Der Michelsberg mit dem Benediktinerkloster und der Schiffersiedlung an der Regnitz in Bamberg

Ident. Nr.: KdZ 15345

ObjID: obj:1040000

Details (Expert)

Beteiligte
Wolfgang Katzheimer (1508?),
Zeichner*in
Unbekannt,
Papierherstellung
Datierung
Herstellung: um 1480
Material / Technik
Feder in Braun, aquarelliert
Abmessungen
Höhe x Breite: 27,7 x 47,2 cm

Objektbeschreibung

Im Vordergrund die Regnitz, größere Frachtschiffe und kleine Boote. Am Ufer die Fachwerkbauten der Schifferhäuser, umgeben von Bäumen und geflochtenen Weidenzäunen. Auf dem Hügel die Abtei Michelsberg mit Kirche und Klostergebäuden. Der Zeichner blickte von Norden, stand am rechten Ufer des Flusses rechts oberhalb der heutigen Fischereibrücke. Die Wirtschaftsgebäude des Klosters sind heute verschwunden, ebenso die gotische Kapelle links, durch die die Apsis der Kirche verdeckt wird. Orientierung gibt allein die Schnittstelle von Querhaus und Chor, über der ein schlanker Dachreiter aufsteigt, und die beiden Westtürme, die noch die romanischen Obergeschosse und Dächer haben. Merkwürdigerweise ist die Dachlinie des Langhauses nicht angegeben.
Die Zeichnung gehört zu einer Gruppe von 6 farbigen Bamberg-Ansichten (KdZ 15342-15347), von denen eine, die Darstellung der Kaiserpfalz, verbunden werden kann mit einem Gemälde Wolfgang Katzheimers, des einzigen bekannten Bamberger Malers aus dem Ende des 15. Jahrhunderts. Über das Lokalgeschichtliche weit hinaus sind die Blätter interessant als treue Aufnahmen bestehender Örtlichkeiten, gleichsam Vorläufer der Dürerschen Landschaftsaquarelle. Denn beide hatten nicht an das Schaffen eigenständiger Kunstwerke gedacht, sondern die Ansichten sollten nur zur Gestaltung von Bildhintergründen dienen.

Text: Hans Mielke in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 104, Kat. III.22 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

Weitere Objekte aus den Sammlungen

Der Teufel sät Unkraut (Matt. XIII, 25)

Der Teufel sät Unkraut (Matt. XIII, 25)

Nach dem Verlorenen Sohn ist der Teufel, der, während die Landarbeiter schlafen, Unkraut zwischen den Weizen sät, wohl das um 1600 am häufigsten dargestellte Gleichnis Jesu. De Gheyn zeigt sich in der Weise, wie die ganze Landschaft von einer Spannung ergriffen wird, die in der Hauptfigur kulminiert, als einer der führenden Manieristen. Obwohl Studienzeichnungen erhalten sind, in denen das Modell dem links am Baum Schlafenden ähnelt, wird jede Naturwahrheit zugunsten des Ausdrucks zurückgestellt. Von dem in Bewegungsrichtung des feindlichen Sämannes abschüssigen Feld über die bizarren Kopfweiden bis zu den Pilzen, die vorn ganz unwahrscheinlich auf dem frisch gepflügten Acker sprießen, kündigt sich Unheil an, das nicht nur durch den Teufel versinnbildlicht wird, sondern auch in den Hexenreitern am brodelnden Himmel, mit denen der Zeichner weit über den Bibeltext hinausgreift. Im scharfen Gegensatz dazu stehen rechts die idyllisch schlafende Gruppe und links die ruhigen Tiere, die schweren Säcke mit dem Saatgut und der nach dem reichlichen Mittagsmahl ruhende Arbeiter. In diesen Themen ist de Gheyn auf der Höhe der Zeit; auch andere Künstler wie vor allem A. Bloemaert zeichnen in diesen Jahren das bäuerliche Leben, wobei der Ton immer auf Muße und Verfall liegt. Die biblische Geschichte gibt de Gheyn die Möglichkeit, dies mit Zügen seiner Hexensabbat-Darstellungen zu verbinden, mit denen er Salvator Rosa vorangeht.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 190, Kat. IV.31 (mit weiterer Literatur)