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Die vierzehn Nothelfer

Ident. Nr.: KdZ 5644

ObjID: obj:1040219

Details (Expert)

Beteiligte
frühere Zuschreibung: Lucas Cranach (der Ältere) (1472-1553),
Zeichner*in
Datierung
um 1520–1525
Abweichende Datierung: 1525
Abweichende Datierung: 1525 - 1530
Systematik/Art
Abmessungen
Blattmaß: 11,9 x 30,9 cm
Andere: Kettlinienintervalle: [.]-30-28-26-[.] mm
Andere: Rippliniendichte: 11/10 mm
Erwerbung
1902 mit der Sammlung Adolf von Beckerath, Berlin, erworben

Objektbeschreibung

In einem schmalen Querformat sind vierzehn Heilige versammelt, die als eine Gruppe der sogenannten Nothelfer seit dem Mittelalter verehrt werden. Im Zentrum steht der Heilige Christophorus. In der linken Bildhälfte sind sechs männliche Heilige, in der rechten die anderen sechs, dazu gehörend auch die drei Frauen Barbara, Margareta und Katharina, letztere ganz rechts außen, vorgestellt. Für Heiligendarstellungen nicht unüblich wurden die Figuren vom Zeichner in die eigene Zeit übersetzt und zeitgenössisch gewandet. Diese querformatige Komposition wurde von Cranach d. Ä. zwei Mal als Gemälde ausgeführt. Die größten Ähnlichkeiten zum Berliner Blatt weist das Bild in der Royal Collection in London auf (Inv. Nr. 403488). Koepplin folgerte daraus, dass die Zeichnung eine Visierung für dieses Gemäldes sei (AK Basel 1976, Nr. 423).

Seit der erstmaligen Katalogisierung der Cranach-Zeichnungen wird die Autorschaft des Blattes diskutiert. Während Bock ihr «nicht hervorragende Qualität» attestierte (Bock 1921, S. 19), schrieb sie Steigerwald dem Älteren zu (AK Berlin 1973, Nr. 41). Die Zuschreibungsfrage (vgl. insbesondere auch AK Berlin 2002/03, Nr. 39 oder Hofbauer 2010, Nr. 31) ist vermutlich darauf zurückzuführen, dass bis 1973 angenommen wurde, die Zeichnung stünde mit der Torgauer Nothelfer-Tafel (Stadtkirche St. Marien) in Verbindung. Nachdem im Berliner Katalog dieser Zusammenhang als „nur allgemeiner Art“ aufgelöst wurde (AK Berlin 1973, Nr. 41), erkannte erstmals Koepplin die Verwandtschaft zum Gemälde in der Royal Collection und schrieb Gemälde als auch Zeichnung derselben Gesellenhand zu. Obgleich der Zusammenhang von Zeichnung und Gemälde der Royal Collection akzeptiert ist, wird Koepplins Zuschreibung aufgrund von Unterschieden bei Figuren und Proportionsverschiebungen nicht einhellig geteilt (AK Berlin 2002/03, Nr. 39).

Die bislang immer noch unsichere Zuschreibung erklärt auch, weshalb die Zeichnung in der Forschung unterschiedlich datiert wurde. Die Berliner Ausstellungskataloge von 1973 und 2002 sehen eine stilistische wie auch zeitliche Nähe zu der David und Bathseba-Zeichnung (KdZ 12391), datieren diese – leicht abweichend voneinander – in die 1520er Jahre (AK Berlin 1973, Nr. 41 bzw. AK Berlin 2002/03, Nr. 39). Koepplin leitete aus der Datierung der englischen Nothelfer-Tafel (Friedländer-Rosenberg 1932: zur Stilstufe um 1525 zugehörend, vgl. Nr. (143); der Slg.-Kat. Hampton Court 1929 schlägt ebenfalls eine Datierung um 1520 vor, vgl. S. 30, Nr. 600) eine Entstehung der Zeichnung um 1525 ab (AK Basel 1976, Nr. 423). Heute wird das Gemälde mit den vierzehn Nothelfern um 1520–25 datiert; ausgehend davon, dass die Zeichnung eine Visierung nach dem Gemälde ist, dürfte sie im gleichen Zeitraum wie die Tafel entstanden sein.

[Rahel Müller im Rahmen des Cranach-Forschungsprojekts, April 2026]

Letzte Aktualisierung: 02.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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