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Wasserlauf in hügeligem Gelände bei Düren

Ident. Nr.: KdZ 3310

ObjID: obj:1041576

Details (Expert)

Beteiligte
Wenzel Hollar (1607 - 1677),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1643
Weitere Titel
Sammlungstitel: Wasserlauf in hügeligem Gelände bei Düren
Die Rur bei Düren
Abmessungen
Höhe x Breite: 9,4 x 18,1 cm

Objektbeschreibung

Hollar ist einer der technisch versiertesten Radierer nicht nur seiner Zeit. Er reproduzierte Zeichnungen und Gemälde, aber auch Radierungen anderer Meister wie z.B. Rembrandts, ja sogar Kupferstiche gab er in seinem Medium wieder. Doch radierte er nicht nur nach fremden Vorlagen. Unter den vielen Zeichnungen seiner Hand, die im Kabinett bewahrt werden, dienten etliche als Vorlagen für seine Graphik. H. Mielke hat allerdings festgestellt, daß die meisten Drucke mit den betreffenden Zeichnungen nicht völlig übereinstimmen und rechnet damit, daß es sich bei den aquarellierten Blättern um Reinzeichnungen für Sammler handelt. Unsere Aufnahme der Landschaft bei Düren ist anscheinend nicht für den Druck verwendet worden, eine andere gleichartige erst 1649 in veränderte Form, also lange Zeit nach der Entstehung der Gruppe von Blättern, die durch eine eigenhändige Datierung für 1634 gesichert ist. Mielke betont den Verzicht Hollars auf wirkungssteigernde Gebäude im Hintergrund unseres Blattes, das eines der schönsten und stimmungsvollsten seiner Hand ist.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 143, Kat. III.73 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Der Abstieg zur Hölle, wo Christus nach dem Kreuzestod und vor der Auferstehung die Gerechten - angefangen von Adam und Eva bis hin zu Johannes dem Täufer - aus der Gewalt Satans befreite, wird im apokryphen Nikodemus-Evangelium erwähnt. Das Thema war im 15. Jahrhundert weit verbreitet. Mantegna könnte Anregungen von einem kleinen Bild seines Schwiegervaters Jacopo Bellini (Padua, Museo Civico) und von einem Bronzerelief Donatellos erhalten haben (Florenz, San Lorenzo). Unter den Zeichnungen des Kabinetts befindet sich noch eine exakte Wiederholung der Christusfigur, die auf einer um 1490/92 entstanden Gemäldeversion Mantegnas erscheint (KdZ 622; Kat. [Andrea Mantegna, London / New York 1992], Nr. 71, Farbabb.).Die Auseinandersetzung mit der Mantegna-Graphik ist von ständig wechselnden Zu- und Abschreibungen geprägt und in vielen Punkten noch klärungsbedürftig. Erst kürzlich wurden aus Anlaß der Londoner Ausstellung wieder zwei völlig divergierende Meinungen vertreten. Während Suzanne Boorsch vermutet, das gesamte Œuvre sei nur unter der Aufsicht des Meisters entstanden (ebd., S. 56ff.), verzeichnet der von David Landau erstellte Katalog sieben eigenhändige Werke und vier Attributionen. Unter den letzten wird auch der »Abstieg in die Hölle« aufgeführt. Die Argumente für eine Zuschreibung des Stichs an Mantegna überwiegen. So weicht die Komposition nur in wenigen, aber doch wichtigen Details von der Vorzeichnung in der École des Beaux-Arts zu Paris ab, einem unbestrittenen Autograph (ebd., Nr. 66, Farbabb.). Veränderungen und Zusätze wären einem rein reproduzierenden Graveur nicht erlaubt gewesen. Gewichtiger als dies ist aber der unvollendete Zustand der Platte, die nur in den zentralen Partien und auch hier ohne feine Tonnuancen durchgearbeitet ist, welche ein Stecher zum Schluß hinzufügen würde. Ein solches Nonfinito war wohl kaum für den Markt gedacht. Es ist Resultat des künstlerischen Experiments. Dieser Neugier mag ebenfalls verdankt werden, daß das Berliner Blatt in brauner Farbe abgezogen ist, welche die koloristischen Effekte der Federzeichnung imitiert (ein gleichartiger Abzug in London; Hind [Catalogue of Early Italian Engraving, London] 1910,S. 347, Nr. 5a).Text: Hein-Th. Schulze Altcappenberg in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 252-253, Kat. V.10 (mit weiterer Literatur)