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Blick auf Groß-Basel mit der Rheinbrücke

Ident. Nr.: KdZ 4371

ObjID: obj:1042036

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Matthäus Merian (der Ältere) (1593 - 1650),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1620 - 1622
Abmessungen
Höhe x Breite: 20,6 x 32,2 cm

Objektbeschreibung

Der Name des älteren Matthäus Merian ist in erster Linie mit der berühmtesten Topographie des 17. Jahrhunderts verknüpft (Frankfurt a.M. 1642-1688). Über 2000 gestochene und radierte Abbildungen zeigen europäische Städte. Darunter ragen die von Merian selbst herrührenden Entwürfe hervor sowie die einiger anderer bedeutender Zeichner, z.B. seines Schülers Wenzel Hollar. Das Werk ist aber nicht zuletzt auch eine verlegerische Leistung.
Unser Blatt muß in den Jahren von Merians Baseler Aufenthalt entstanden sein, bevor er in Frankfurt a.M. den Verlag Theodor de Brys übernahm. Die unbezweifelbare Aufschrift durch den Sohn des Künstlers, aus dessen Sammlung das Blatt wohl direkt nach Berlin gelangte, sichert die Zuschreibung einer der freiesten Zeichnungen von der Hand des älteren Merian. Er wächst darin weit über seine sonst häufig kleinteiligen gewissenhaften Zeichnungen hinaus. »Der leicht schwingende Strich, die Spannung von Licht und Schatten erwirken eine malerische und zugleich plastische Wirkung rein künstlerischer Art, wie sie Merian später selten wieder erreichte«, schrieb H. Möhle. Mit diesem künstlerischen Stellenwert stimmt die Feststellung überein, daß der Zeichner sich Freiheiten mit der tatsächlichen Topographie der Stadt nahm.

Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 144, Kat. III.76 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 08.01.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)