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Ornamentale Initiale F mit verschlungenen Ranken und einem Vogel

Ident. Nr.: Min 4481

ObjID: obj:1042286

Details (Expert)

Beteiligte
Datierung
Herstellung: um 1150
Abmessungen
Höhe x Breite: 30,8 x 15,7 cm

Objektbeschreibung

Die beiden Initialen (vgl. auch Min 4480) stammen aus einer zweibändigen Bibel, deren Bände heute in Halberstadt (Domschatz, Inv.-Nr. 472 und Stadtarchiv, M 2) aufbewahrt werden. Das in Deckfarben ausgeführte Titelbild im ersten Band zeigt Stifter und Angehörige des Augustiner-Chorherrenstifts in Hamersleben (Diözese Halberstadt) um den Klosterheiligen Pankratius versammelt. Historische und stilistische Anhaltspunkte erlauben eine Datierung des Codex, der im Konvent selbst geschrieben und ausgestattet wurde, in die erste Hälfte der 1170er-Jahre.
Die Hamerslebener Bibel gehört mit einem Format von 53,5 x 36 cm zu den sogenannten Riesenbibeln.
Die Fragmente des Berliner Kupferstichkabinetts umfassen etwas mehr als ein Viertel der zweispaltig mit je 42 bis 47 Zeilen beschriebenen Blätter. Sie repräsentieren beide Varianten der in der Bibel vertretenen Initialtypen und lassen ahnen, wie sorgfältig das »Lay-out« geplant wurde.
Zwischen den einzelnen biblischen Büchern stehen die in roten und schwarzen Ziermajuskeln ausgeführten Explicit- und Incipit-Vermerke, wobei
nur jede zweite der vorlinierten Zeilen beschrieben wurde. Für die teils gerahmten Federzeichnungsinitialen haben die Schreiber entsprechend der intendierten Buchstabenform quadratische, längsrechteckige oder auch leicht schräg zulaufende Felder ausgespart. In der Rankeninitiale ›F‹ zum 2. Buch Samuel (Liber Regum secundus) kann man einen Vogel und einen Tierkopf entdecken.
Die historisierte Initiale zum Buch der Weisheit zeigt König Salomo als Autor, sein Spruchband wiederholt die Aufforderung aus dem Eingangsvers: »Sentite de domino in bonitate (Denkt in Frömmigkeit an den Herrn)«.

Text: Beate Braun-Niehr, in: Schrift als Bild, hg. von Michael Roth, Petersberg, 2010, S. 28, Kat. 10 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)