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Georgs Kampf mit dem Drachen

Ident. Nr.: 676-9

ObjID: obj:1044059

Details (Expert)

Beteiligte
Hans Leu (der Jüngere) (um 1490 - 1530),
Stecher*in
Datierung
Herstellung: 1516
Material / Technik
Holzschnitt
Abmessungen
Blattmaß: 22,2 x 16,2 cm
Erwerbung
1835 von Karl Ferdinand Friedrich von Nagler, Berlin, erworben

Objektbeschreibung

Drachen oder Lindwürmer sind der europäischen Antike ebenso bekannt wie den frühen asiatischen Hochkulturen. Aufgrund ihrer lidlosen, nie blinzelnden Augen galten sie als besonders wachsam. Die reptilienartigen Fabelwesen verkörperten die Angst vor der Zerstörungskraft der Elemente wie Wasser und Feuer. In der Mythologie erfuhren sie durchaus positive Deutungen; im christlichen und im Endzeit-Kontext wurden sie mit dem Satan und dem Bösen gleichgesetzt. Der Kampf des Heiligen Georg mit dem Drachen beruht auf einer Umdeutung der Sage um Perseus und Andromeda: Hier wie dort wird eine Prinzessin aus den Fängen eines Ungeheuers befreit. Georg, einer der beliebtesten Heiligen, siegte im Zeichen des Kreuzes; die Königstochter steht für die vom Heidentum bedrohte Kirche.

Letzte Aktualisierung: 16.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Egger hat die sehr rasch ausgeführte Federzeichnung (folio 51 r.) »eines der wertvollsten Dokumente für die Topographie des vatikanischen Gebietes in der ersten Hälfte des XVI. Jahrhunderts« genannt. Der von einem Ausläufer des Gianicolo nach Norden schauende Zeichner hatte die gesamte Anlage von St. Peter vor sich, zur Linken den nach »Luthers großem ›Halt!‹« (Heine) liegengebliebenen Neubau, dessen Bögen die Dimensionen antiker Ruinen erreichen, in der Mitte den von der Sixtinischen Kapelle überragten Rest des Langhauses der konstantinischen Basilika mit seiner mosaikgeschmückten Fassade sowie den das Atrium umgebenden Gebäuden. Letztere wenden sich rechts mit Campanile und der Benediktionsloggia Bramantes zum Petersplatz, während darüber die von Raffael ausgemalten Loggien nach Nordosten blicken. Dorthin führt auch der an einer Stelle eingestürzte Korridor, der den bei der Kirche gelegenen Palast mit dem Belvedere auf dem Mons Vaticanus verbindet. Im Vordergrund sind kleinere Gebäude und Baumgruppen mit wenigen Federstrichen angedeutet.Der Zeichner, obwohl zur Generation der Manieristen gehörend, setzt die Gegebenheiten mit nüchterner Präzision und Klarheit auf das Papier, die es möglich machten, an seinen Zeichnungen Messungen in Hinblick auf die heute verschwundenen Gebäude durchzuführen. Bemerkenswert ist die im Bereich des Neubaus deutlich größere Detailfreudigkeit, die damit übereinstimmt, daß sich auch von den übrigen St.Peter-Zeichnungen in den Skizzenbüchern des Maarten van Heemskerck die meisten mit der Baustelle beschäftigen.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 179f., Kat. IV.18 (mit weiterer Literatur)