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Parklandschaft

Ident. Nr.: KdZ 1293

ObjID: obj:1045984

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Georg Wenceslaus von Knobelsdorff (1699.02.17),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1734 - 1735
Weitere Titel
Sammlungstitel: Parklandschaft
Parkansicht mit drei Personen im Vordergrunde, mit einer Kolonnade vorn rechts und einem Rundtempelchen nach links zu im Walde
Material / Technik
Bleistift, leicht getuscht
Abmessungen
Höhe x Breite: 22,1 x 16,9 cm

Objektbeschreibung

Nachdem der preußische Kronprinz 1732 Chef eines Regiments geworden war, dessen 1. Bataillon in Neuruppin lag, spielte er mit dem Gedanken, sich dort einen Garten anzulegen. Sein Zeichenlehrer Knobelsdorff, der ihm 1733 gefolgt war, studierte die topographische Situation des zur Disposition stehenden Geländes auf den Stadtwällen und zeichnete, wie dort ein Garten aussehen könnte. Seine Komposition einer Parklandschaft mit kleinen Bauten und Spaziergängern im Stil von Watteau und Lancret entsprach ganz dem Geschmack Friedrichs. Er bestellte daraufhin bei Knobelsdorff den Entwurf eines Apollotempels, der heute in der Plankammer der Stiftung Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci liegt. Am 24. 8. 1735 schrieb der Kronprinz seiner Schwester Wilhelmine: »Ich beschäftige mich auch mit der Gärtnerei und beginne mir einen Garten anzulegen. Das Gartenhaus ist ein Tempel aus acht dorischen Säulen, die eine Kuppel tragen. Auf ihr steht eine Statue Apollos...«
Nach Bielfeld, der 1739 zu Gast in Rheinsberg war, gab es im Neuruppiner Garten damals außer dem Tempel noch eine Grotte, ein Bad und anderes. M. Kühn, die alle erhaltenen Nachrichten über den Garten zusammenstellte, erkannte Tempel und Bad auf der Zeichnung wieder. Beide sind auch auf einer seitenverkehrten Radierung Knobelsdorffs dargestellt. Abweichungen in den architektonischen Details zwischen Zeichnung und Radierung beweisen im Vergleich mit dem Tempelentwurf, daß die Zeichnung tat sächlich vor der Errichtung des Tempels entstand, die Radierung aber danach, als nämlich der Kronprinz eine Ansicht von ihm für seine Schwester wünschte. Der Radierung liegt die Komposition der Zeichnung zugrunde, ergänzt durch eine Bleistiftskizze des Tempels nach der Natur.

Text: Renate Kroll in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 150f., Kat. III.84 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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