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Proportionsstudie einer nackten Frau mit einem Schild

Ident. Nr.: KdZ 44

ObjID: obj:1046655

Details (Expert)

Beteiligte
Ausführung: Albrecht Dürer (1471 - 1528),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: um 1500
Systematik/Art
Provenienz
Johann Andreas B. Börner (1785-1862),
1864
Alexander Emil Posonyi (1838-1899),
1867
Kauf: Anatole Auguste Hulot (1811-1891),
1867–1877
Material / Technik
Feder in Braun
Abmessungen
Blattmaß: 30,5 x 20,6 cm
Erwerbung
1877 Ankauf aus der Sammlung Posonyi-Hulot

Objektbeschreibung

Der schöne weibliche Akt, den ein mit dem Pinsel angelegter schwarzer Fond wirkungsvoll hinterfängt, ist nicht nach einem lebenden Modell gezeichnet, sondern konstruiert. Auf der anderen Seite des Papiers erkennen wir, daß aus Rechtecken und vielen Zirkelschlägen alle wichtigen Punkte des Körpers festgelegt wurden. Diese geometrische Konstruktionsmethode ist typisch für die frühere Zeit der Dürerschen Porportionsstudien um 1500, als sein Ziel noch die Erkenntnis der vollkommenen menschlichen Form war. In späteren Jahren, beeinflußt von den endlosen Messungen, die er am lebenden Körper vorgenommen hatte, wechselte seine Methode zu einem komplizierten Modul-System, das von den menschlichen Maßen ausging, und sein Ziel war nicht mehr die Schönheit, sondern das Gesetz, das in allen Körpern, dünnen und dicken, wirksam ist - Es ist erstaunlich, wie viel Würde und Schönheit diese allein auf dem Rechenweg erzielten Menschenfiguren Dürers ausstrahlen, wohl zu erklären aus dem frommen Bemühen, den göttlichen Schöpfungsplan nachzuvollziehen, und dies am Beispiel der Krone der Schöpfung, dem Ebenbild Gottes.

Text: Hans Mielke in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 112f., Kat. III.32 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 09.10.2026

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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Jacob van Ruisdael gilt als der bedeutendste niederländische Landschaftsmaler, eine Gattung, die in kunsttheoretischen Schriften keinen hohen Rang einnahm.Nur eine weitere Ansicht Rhenens durch van Ruisdael ist erhalten (St. Petersburg); sie zeigt die Stadt aus entgegengesetzter Richtung. Beide müssen auf der Reise nach Bentheim entstanden sein, die der Künstler 1650/1653 unternahm. Das beliebte Motiv des Turmes der Cunera-Kirche als mächtigem, die Landschaft beherrschenden Kennzeichen, wird durch van Ruisdael auf die Spitze getrieben, indem er einen Blickwinkel wählt, der den Baublock der Kirche selbst hinter dem Turm verschwinden läßt, während von dem benachbarten großen Palast, den Friedrich V. von der Pfalz, der sogenannte Winterkönig, sich hier im Exil von Bartholomeus van Bässen hatte bauen lassen, nur die Dächer zu sehen sind. So kann der Kirchturm, in dessen Schatten sich der ganze Ort zu ducken scheint, bei van Ruisdael zum Angelpunkt einer asymmetrischen, aber wohlbalancierten Komposition werden. Dynamik entsteht durch die von links vorn nach rechts hinten schwingende Linie von Weg und Ufer, während die mit großer Leichtigkeit auf das Blatt gesetzten Wolken ein raffiniertes Gegengewicht zu dem aus der Mitte gerückten Turm bilden. (Um so schmerzlicher stört die übergroße Besitzermarke des Zaren.)Typisch für van Ruisdael ist die spürbare Distanziertheit vom Gegenstand, z.B. das Fehlen menschlicher Figuren, die der Darstellung einen Ernst, ja eine Strenge verleiht, die bei anderen holländischen Landschaftern selten zu finden sind.Text: Gero Seelig in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 222, Kat. IV.75 (mit weiterer Literatur)