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Junger Mann in ganzer Figur mit dem Hut in der Linken (Verlegener junger Bursche)

Ident. Nr.: KdZ 7240

ObjID: obj:1046766

Details (Expert)

Beteiligte
Johann Gottlieb Glume (1711 - 1778),
Zeichner*in
Datierung
Herstellung: 1740 - 1750
Material / Technik
Rötel
Abmessungen
Höhe x Breite: 33 x 18,4 cm
Erwerbung
1835 von Karl Ferdinand Friedrich von Nagler, Berlin, erworben

Objektbeschreibung

Johann Gottlieb, ein Sohn des aus der Schlüter-Werkstatt hervorgegangenen Bildhauers Johann Georg Glume, hatte zwei Brüder, die den Beruf des Vaters ergriffen - Friedrich Christian und Carl Philipp. Er begann seine Laufbahn wie der zwei Jahre ältere Falbe bei Harper, von dem auch er 1735 in Pesnes Atelier überwechselte und als Bildnismaler ausgebildet wurde. Im 18. Jh. hatte er als solcher einen guten Namen. Geschätzt werden heute noch seine Radierungen - bürgerliche Bildnisse mit einem Zug zum Genrehaften und Familiären. Unverkennbar sind hierbei die Anregungen, die er durch das Studium holländischer und französischer Graphik empfing. Seinen Zeichenstil dürfte er geschult haben durch Kopieren von Watteau-Radierungen.
Weil er ein offenes Auge und ein empfindsames Gemüt hatte, gelangen ihm so köstliche Zeichnungen wie der verlegen dastehende Bursche.
Naturbeobachtung und künstlerische Mittel sind einander hier völlig adäquat. Der wie ein Schutzschild vor den Bauch gehaltene Hut gibt nicht nur der verunsicherten Gestalt des Jungen Halt, sondern auch der Zeichnung, die mit zaghaften Strichen die Figur festhält und ihr durch forsche Parallelschraffierungen Volumen verleiht. Die Skizze nach der Natur wird dadurch zu einem eigenständigen kleinen Kunstwerk.

Text: Renate Kroll in: Das Berliner Kupferstichkabinett. Ein Handbuch zur Sammlung, hg. von Alexander Dückers, 2. Auflage, Berlin 1994, S. 152, Kat. III.86 (mit weiterer Literatur)

Letzte Aktualisierung: 15.12.2025

Kontakt

Einrichtung:

Kupferstichkabinett

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